Ägypten |
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Wer sich für die Pharaonen interressiert wird hier fündig. Bei unserer Nilfahrt von Luxor nach Assuan haben wir alle wichtigen Tempel der Pharaonen gesehen. |
- Ägypten
- Luxor
- Karnak
- Hatschepsut
- Edfu
- Kom Ombo
- Philae
- Abu Simbel
- Esana
- Memnon
- Tal der Könige
- Assuan
- Der unvollendete Obelisk
- Impressionen
Ägypten
Ägypten ist ein Staat im nordöstlichen Afrika. Die zu Ägypten gehörende Sinai-Halbinsel wird im allgemeinen zu Asien gezählt. Das Land grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Osten an das Rote Meer, den Gaza-Streifen und Israel, im Westen an Libyen und im Süden an Sudan. Dort ist die Grenze im sogenannten Hala'ib-Dreieck umstritten. Ägypten wird zu den Maschrek-Staaten gerechnet und ist flächenmäßig knapp dreimal so groß wie Deutschland.
Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Thomas Cook erfand hier 1869 die Pauschalreise, in dem er Briten und Amerikaner durch das Land der Pharaonen lotste. Neben Gizeh, Kairo und Alexandria wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus- Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an. Die Lebensader Ägyptens ist der Nil, dessen Quellfluss Kagera im Gebirgsland von Burundi entspringt und auf etwa 1.550 km Länge Ägypten von Süden nach Norden durchfließt, bevor er durch das 24.000 km² große Nildelta in das Mittelmeer mündet. Abgesehen von einigen Oasen und kleinen Häfen an den Küsten bieten allein sein Wasser und seine fruchtbaren Uferregionen die Grundlage für Anbau und Besiedlung. Diese Fläche macht etwa fünf Prozent des Territoriums aus. Das Staatsgebiet lässt sich in sieben naturräumliche Einheiten untergliedern:
Im äußersten Süden liegt der zu Nubien und Oberägypten zählende Abschnitt des Niltals zwischen Abu Simbel und Assuan, der heute vom Nassersee eingenommen wird. Im weiteren Verlauf hat sich der Nil kastenförmig in die Kalksteintafel der Wüste eingeschnitten. Vom Austritt des Flusses aus dem Nassersee bis nach Kairo bildet das Niltal eine bis zu 25 km breite, fruchtbare Fluss-Oase. In Unterägypten, nördlich von Kairo, gabelt sich der Nil in zwei Hauptmündungsarme zwischen Rosette und Damiette und bildet eine rund 23.000 km² umfassende, intensiv bewirtschaftete Deltalandschaft aus abgelagertem Nilschlamm, durchzogen von zahllosen kleineren Mündungsarmen, Kanälen und Bewässerungsanlagen.
Die westlich des Nils gelegene Libysche Wüste nimmt als weites, flaches Schichttafelland rund zwei Drittel der ägyptischen Staatsfläche ein. In ihrem Norden liegt das relativ niedrige Libysche Plateau, das in Ägypten bis zu 241 m Höhe erreicht. Südöstlich davon senkt sich das Gelände in der von Salzsümpfen erfüllten Kattarasenke auf bis zu 133 m unter dem Niveau des Meeresspiegels ab, im Südwesten steigt die Wüste bis auf 1.098 m an. Im übrigen unterbrechen nur einzelne Becken und Niederungen mit den Oasen von Siwa, Bahariyya, Farafra, Dachla und Charga die von Norden nach Süden rund 1.000 km lange eintönige Sand- und Dünenlandschaft. Rund 100 km südwestlich von Kairo befindet sich das 1.827 km² große Fayyum-Becken, eine beckenartige Oasenlandschaft, in deren Nordteil sich der 230 km² große Qarun-See befindet.
Im Gegensatz dazu wird die östlich des Nils gelegene Arabische Wüste von einem durch Wadis stark zerfurchten Gebirgszug beherrscht, der im Mittelabschnitt mehr als 2.000 m Höhe erreicht. Die Arabische Wüste ist der westliche Abschnitt einer Aufwölbungszone, deren zentraler Teil im Tertiär eingebrochen ist und heute den über 1.000 m tiefen Graben des Roten Meeres bildet. Dieser wiederum ist ein Teilstück des Syrisch-Afrikanischen Grabenbruchsystems. Auf der Sinai-Halbinsel findet die Aufwölbungszone ihre Fortsetzung. Hier erhebt sich mit dem Jabal Katrina (Katharinenberg) (2.637 m) der höchste Berg Ägyptens. Der Golf von Sues und der Golf von Aqaba umklammern die Halbinsel von Süden her. Durch den 161 km langen Sueskanal besteht eine Verbindung zwischen Rotem Meer und Mittelmeer. Vom Nildelta abgesehen, säumen meist flache Dünen die ägyptische Mittelmeerküste. Dagegen sind die Küstenbereiche am Roten Meer schroffer – die Gebirgszüge reichen häufig bis nahe an das Meer heran. Aufgrund der hohen Wassertemperatur sind hier vielfach Korallenriffe vorgelagert.
Luxor - Tempel
Berühmt ist der Tempel von Luxor, ein Tempel zu Ehren des Gottes Amun, der größtenteils von Amenophis III. errichtet wurde. Einer der granitenen Obelisken, die vor dem Tempel errichtet worden waren, steht heute auf der Place de la Concorde in Paris. Neben den Kolossalstatuen von Ramses II. findet sich auch eine kleine weiße Moschee, die die Gebeine des Ortsheiligen Abū l-Haggāg beherbergt. Sie werden an seinem Jahrestag ebenso in einer Barke mit einer großen Prozession durch die Stadt geführt, wie es die alten Ägypter mit der Barke des Amun taten.
Aus wiederverwendetem Baumaterial wird geschlossen, dass hier bereits während der 12. Dynastie ein Heiligtum errichtet worden war. Unter Pharao Thutmosis III. wurde die Stationskapelle im ersten Hof gebaut. An der vermeintlichen Stelle eines Heiligtums aus der 12. Dynastie ließ Amenophis III. durch seinen Baumeister Amenophis (Sohn des Hapu) den heutigen südlichen Teil des Tempels mit Sanktuar, Säulenhalle und dem zweiten Hof errichten. Auch der Säulengang wurde zu seiner Regierungszeit begonnen. Unter Amenophis IV. wurde der Tempel geschlossen, der Name des Gottes Amun getilgt und er errichtete in der Nähe ein Atonheiligtum. Tutanchamun baute am Säulensaal weiter, der durch Haremhab fertiggestellt wurde .
Ramses II. ließ den ersten Hof und den großen Pylon mit den Statuen und den Obelisken aufführen. Nektanebos I. gestaltete den Hof vor dem Pylon aus. Alexander der Große ließ das Sanktuar umbauen. Statt der vier Säulen, die das Dach trugen, wurde eine Kapelle errichtet. In der Römerzeit wurde die Tempelanlage in eine Festung integriert. In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden vier Kirchen auf dem Gelände errichtet.
Karnak - Tempel
Die Tempelanlage besteht aus drei von Mauern umgebenen Bereichen. Herausragend unter den Ruinen sind der Tempel des Amun-Re mit seinen insgesamt zehn Pylonen, deren Breite bis zu 110 m beträgt und eine Höhe von bis zu 40 m besitzen und die große Säulenhalle, die von Sethos I.begonnen und von Ramses II. vollendet wurde. Der größte
Bereich, genannt Amun-Bezirk, umfasst eine Fläche von 530 x 510 x 510 x 700 m und beherbergt den großen Tempel des Amun-Re, den Tempel des Chons und ein kleines Heiligtum des Ptah. Etwa 350 m südlich liegt ein Bereich von ungefähr 350 x 250 m, der den Tempel der Mut umfasst.
Er war durch eine Sphingenallee mit dem Amun-Re-Tempel verbunden. Nördlich, direkt neben dem großen Bereich des Amun-Re befindet sich ein 151 x 155 m großer Bereich mit einem Tempel des Month. Östlich des Amun-Bezirkes befand sich ein Aton-Heiligtum, das von Echnaton vermutlich im Jahr 6 seiner Regierung erbaut wurde. Nördlich des Amun-Re-Tempels wurde im 20. Jahrhundert die Weiße Kapelle Sesostris I., das älteste erhaltene Bauwerk der Anlage und die Alabasterkapellen aus wiedergefundenem Baumaterial rekonstruiert.
Anfang des 21. Jahrhunderts wurde hier auch die Rote Kapelle der Hatschepsut wieder errichtet. In der Antike verband eine Straße, die beidseitig von Widdersphingen gesäumt war, den Karnak-Tempel mit dem 2,5 km entfernten Luxor-Tempel. Diese Straße endete an einem Tor in der südlichen Außenmauer des Amun-Tempels. 2004 waren Arbeiten zur Freilegung der Straße im Gange. Der früheste Beleg für einen Amun-Kult in Theben stammt aus dem Mittleren Reich. Es handelt sich um eine Oktogonalsäule Antef II., die sich heute im Luxormuseum befindet. Die ältesten heute noch sichtbaren Baureste stammen aus der Zeit Sesostris I.. Im Neuen Reich gab es rege Bautätigkeiten und die Tempelanlage erreichte bald enorme Ausmaße. Auch in der Spät-, griechischen und römischen Zeit wurde noch am Tempel gebaut.
Hatschepsut - Tempel
Der Name Hatschepsut bedeutet "Die erste der vornehmen Frauen (Damen)", oder wie in der Eigennamenskartusche in der Königsliste von Karnak rechts unten abgebildet: "Die erste der vornehmen Frauen (Damen), die Amun umarmt". Hatschepsut und Thutmosis II. hatten zusammen
zwei Töchter. In der Vergangenheit erfolgten kontroverse Diskussion um die zweite Tochter Merit Re-Hatschepsut. Einzige Hinweise ergeben sich aus selbigem Namen als Mutter von Amenophis II. und der Bemerkung des Ahmose Pen-Nechbet, der die Tochter Neferu-Re als erste/älteste Tochter bezeichnet. Bei der Namensgebung erhielt die erste Tochter meist den Namen der Großmutter, während die zweite Tochter den Namen der Mutter erhielt. Neferu-Re verstarb früh, kurz nachdem ihr der Titel „Gottesgemahlin des Amun“ verliehen wurde. Weiterer Titel von Neferu-Re: „Tochter aus den Lenden des Königs“. Über die Todesursache ist nichts bekannt, es gibt nur den Hinweis von Ahmose Pen-Nechbet, der Neferu-Re betreute und aufzog: „Die gr.königl.Gemahlin, die Gottesgemahlin erwies mir ihre Gunst, ihre erste Tochter aufzuziehen, Neferu-Re, die Selige, als sie ein Kind war und an den Brüsten lag“.
Später wurde sie weiter von Senenmut betreut. Ihr Titel „Gottesgemahlin des Amun“ deutet auf eine Verheiratung mit Thutmosis III.; endgültige Beweise konnten bisher jedoch nicht erbracht werden. Der Nachfolger von Thutmosis II. wurde sein Sohn Thutmosis III., der aus der Verbindung des Pharaos mit der Nebenfrau Isis entstammt. Hatschepsut war gleichzeitig Tante und Stiefmutter für den Jungen und übernahm nach dem Tod ihres Mannes die Regentschaft für den neuen Herrscher, der damals drei bis vier Jahre alt war. Als Baumeisterin vollendete sie in 15-jähriger Bauzeit mit ihrem Architekten (vermutet wird Senenmut) den Totentempel in Deir el-Bahari neben dem Grabtempel Mentuhotep II. und führte zahlreiche Bauten im Amun-Tempel von Karnak durch. Neben der Roten Kapelle, einem Barkensanktuar, sind ihre Obelisken bekannt, von denen einer noch heute im Tempel von Karnak (in situ) steht. Architekt, Baumeister, und oberster Vermögensverwalter von Hatschepsut sowie Erzieher ihrer Tochter Neferu-Re war Senenmut. Sie starb nach einer Regentschaft von ca. 22 Jahren.
Da Ihre Mumie lange Zeit nicht gefunden war, konnte man früher auch annehmen, dass sie aus politischen Gründen ermordet wurde. Allerdings ergab nunmehr eine erfolgreiche Mumienidentifizierung eindeutig, dass Hatschepsuts Herrschaft mit ihrem natürlichen Tod, durch Krebs oder Diabetes verursacht, endete. Ihre Grabanlage befindet sich im Tal der Könige und hat heute die Bezeichnung KV20. Möglicherweise hat sie das Grab ihres Vaters erweitert und dann auch selbst benutzt. Den Sarg ihres Vaters ließ sie neben ihrem aufstellen. Aus ihrem Grab fand man bisher nur einen Zahn, als man eine Holzkiste aus ihrem Tempel durchleuchtete und ihre inneren Organe, die in einem mit ihrem Namen beschrifteten Kasten im Versteck (Königscachette von Deir el-Bahari) von Deir el-Bahari (DB320) gefunden wurden. Reste ihres hölzernen Sarges wurden zusammen mit einigen Gegenständen anderer Pharaonen in einem Schacht der Grabanlage von Ramses XI. (KV4) entdeckt.
Horus - Tempel in Edfu
Der Horus-Tempel in Edfu gehört zu den beeindruckendsten Altertümern, die Ägypten zu bieten hat. Dies liegt hauptsächlich daran, dass er noch fast vollständig erhalten ist. Erbaut wurde der Tempel in seinen Grundzügen ab 237 v. Chr. von Ptolemaios III. (Euergetes I.).
Er ließ das eigentliche Tempelhaus errichten, das sein Nachfolger Ptolemaios IV. (Philopator) im Rohbau fertigstellte. Bedingt durch kriegerische Unruhen nahm erst Ptolemaios VI. (Philometor) 176 v. Chr. den Bau wieder auf. 147 v. Chr. konnte er endlich unter Ptolemaios VII. (Euergetes II.) fertiggestellt werden.Ptolemaios VII. ließ auch die große Vorhalle errichten, die 122 v. Chr. vollendet wurde. Der große Pylon von knapp 70 m Breite und 32,50 m Höhe sowie der dahinter liegende Kolonnadenhof, der 49 m mal 42,6 m misst, wurden von Ptolemaios IX. (Sotêr II.) und Ptolemaios X. (Alexander I.) erbaut und fertiggestellt. Das Bauende kam aber erst mit den Reliefs auf dem Pylon, die Ptolemaios XII. (Neos Dionysos) 57 v. Chr. abschließend hinzufügte. Ursprünglich war der Tempel komplett von einer Ziegelmauer umgeben, die heute noch
teilweise erhalten ist. Vor dem Pylon stehen rechts und links zwei große Falken aus schwarzem Granit. Hinter dem Pylon folgt der große Kolonnadenhof von dem aus dann die Weihehalle und die Bibliothek erreicht werden kann. Am Ende steht ein 25 m breiter und fast 14 m langer Portikus von 18 Säulen, hinter dem sich noch eine Halle, Gänge und Kammern befinden. Das Allerheiligste bildet in sich abgeschlossen ein kleines eigenständiges Bauwerk. Die Inschriften des Edfu-Tempels sind für die Philologie von großer Bedeutung, da sie zu den größten zusammenhängenden Sammlungen von hieroglyphischen Texten der Griechisch-Römischen Zeit gehören. Seit 1986 übersetzt das Hamburger Edfu-Projekt diese Inschriften. Bislang sind in deutscher Sprache die Texte des Pylonen sowie der Außenseite der Umfassungsmauer publiziert.
Kom Ombo - Tempel
Kom Ombo ist eine Ortschaft in Oberägypten, 50 km nördlich von Assuan am rechten Nilufer gelegen und heute bekannt durch seinen Kamelmarkt sowie die Ruinen eines altägyptischen Tempels. Die Stadt trug im Altertum den Namen Nebyt (in etwa: die Goldene) und war im Alten und Mittleren Reich Hauptort des 1. unterägyptischen Gaues. Aus dieser Zeit stammen nur sehr wenige Reste, wie eine dekorierte Grabkammer. Verehrt wurden die Götter Sobek und Haroeris (Horus der Alte). Die Reliefausschmückung ist sehr gut erhalten.
Sehr schöne und gut erhaltene Darstellungen der Göttin Nechbet (Geiergöttin, Beschützerin der Wege) befinden sich auf den Architraven. Der Gott Haroeris bildet in Kom Ombo mit Ta-senet-nofret und Pa-neb-taui eine eigene Triade, ebenso Gott Sobek mit Hathor und Chons. Ptolemaios VI. Philometor hat den heutigen Tempel vermutlich begonnen, errichtet auf den Resten vermuteter Vorgängerbauten der 12., 18. und 19. Dynastie. An der Dekoration wurde bis ins 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. weitergearbeitet, aber nie gänzlich fertiggestellt.
Philae - Tempel
Als Perle des Nil wurde der Tempel der Isis auf der Insel Philae gerühmt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts setzten erste Nildämme ihre Bauten für mehrere Monate im Jahr unter Wasser. Im Zusammenhang mit dem Bau des Assuan-Staudamm und der Rettungsaktion für Nubiens
Denkmäler plante man schließlich den Umzug des Heiligtums. Die höher gelegene Nachbarinsel Agilkia wurde umgestaltet, die wichtigsten Bauten von Philae in 37.363 zwischen 2 und 25 t schwere Blöcke zersägt und originalgetreu wieder aufgebaut. Die gesamten Arbeiten dauerten von 1977 bis 1980. Philae steht seit 1979 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten. Der Geschichte nach ist Philae der Platz an dem Isis das Herz ihres Mannes Osiris fand, nachdem - gemäß dem Osirismythos - sein Bruder Seth ihn umbrachte, zerstückelte und die Teile im ganzen Land versteckte. Letztlich fanden Isis und ihre Schwester Nephthys alle verstreuten Teile des Osiris und setzten seinen Leichnam wieder zusammen.
Doch Osiris wollte nicht mehr im Diesseits bleiben und entschied sich fürs Jenseits. Sozusagen im göttlichen Austausch wurde Isis schwanger und brachte den Gott Horus zur Welt. Die Reliefs im Inneren des Mamisi (Geburtshaus) schildern die Geburt des Horus und seine Kindheit in den Deltasümpfen. Der Tempel wurde unter den Ptolemäern erbaut, aber auch noch die römischen Herrscher bauten an dem so weit entfernten Heiligtum. Isis, die im Gebiet um den Katarakt als Herrin der Überschwemmung verehrt wurde, war im gesamten Römischen Imperium als Göttin der Fruchtbarkeit, der Liebe und der Erlösung beliebt. Philae war eines der Hauptheiligtümer dieser Zeit. Nicht nur die Muttergöttin Isis oder der Nil
wurden auf Philae als Lebensspender verehrt, sondern ebenso die Sonne. Als Tochter des Re erschien Hathor im Göttermythos auch als Auge des Sonnengottes. Dergestalt hatte sie sich während des Winters tief in den Süden nach Nubien verzogen und verspürte offenbar wenig Neigung, nach Ägypten zurückzukehren. Re sandte ihr den Götterboten Thot nach, dem es gelang, die Abtrünnige zur Rückkehr zu bewegen. Auf Philae angekommen, feierte ganz Ägypten mit der Göttin ihre glückliche Heimkehr. wei lange Säulengänge flankieren den Aufgang zum Haupttempel aus ptolemäischer Zeit. Der östliche Kolonnadengang blieb unvollendet, während der westliche mit seinen 31 (ursprünglich 32) Säulen gesäumt ist. Am ersten Pylon bringt der König vor Isis, ihrem falkenköpfigen Sohn Horus, ihrer Schwester Nephthys und der Göttin Hathor Opfer dar und wirft die Feinde des Landes nieder. Durch den 1. Pylon führen zwei Eingänge in den ersten Hof: Das Haupttor in der Mitte und ein im westlichen Torturm angebrachter Durchgang, der direkt auf das Mamisi Geburtshaus) zuführt. Die Reliefs im Inneren schildern die Geburt des Horus und seine Kindheit in den Deltasümpfen. Die Säulen des östlichen Innenhof tragen an den oberen Enden das Gesicht der Göttin Hathor (nur diese Göttin wurde von vorne abgebildet, die Gesichter aller anderen Götter sind immer von der Seite dargestellt). Hinter dem 2. Pylon öffnet sich ein ursprünglich durch Säulenschranken. Zehn riesige, bemalte Säulen standen hier. Sie symbolisierten die ersten Pflanzen, Bäume und Blumen. Lange hatten die Christen warten müssen, bevor sie Philae übernehmen konnten. Nicht einmal das Edikt des Kaisers Theodosius, mit dem das Christentum zur Staatsreligion erklärt worden war (391), konnte die hartnäckigen Isisverehrer von der Insel vertreiben. Erst 535/37 ließ Kaiser Justinian I. den Tempel gewaltsam schließen und in ein christliches Gotteshaus umfunktionierten, obwohl die Blemmyer noch immer an der Verehrung des Heiligtums festhielten. Der rückwärtiger Bereich des Säulenraumes wurde um 553 dem Heiligen Stephan als Kirche geweiht – und aus diesem Anlass eine große Zahl der Reliefs im Tempel zerstört. Das Sanktuarium zeigt wie verschiedene Herrscher vor Isis und Osiris Opfergaben darbringen.
Kiosk des Kaiser Augustus
Vom Säulenhof aus führt eine Seitenpforte zum Hadrianstor, das den Blick auf das benachbarte Osirisheiligtum freigibt. An den Wänden künden Darstellungen des Jenseitsherrschers Osiris, aus dessen Mumie Getreidehalme sprießen, von der Hoffnung auf neues Leben nach dem Tod. Der kleine Tempel der Hathor, östlich des großen Tempels der Isis wurde von Ptolemaios VI. begonnen und unter dem römischen Herrschern Augustus und Tiberius vollendet. Die Reliefs des Tempelwände zeigen spielende Musikanten die Götter unterhaltend, während Hathor zu der Musik tanzt. Etwas weiter südlich steht der Kiosk des Kaiser Augustus mit vierzehn Säulen einem Pronaos und einer Terrasse an der Rückseite des Tempels. (Abb. rechts) Aufgrund zweier Reliefs die Trajan als opfernden Pharao vor den Göttern zeigen, wird er in der Regel als Trajanskiosk bezeichnet.
Abu Simbel
Die beiden Felsentempel, die Pharao Ramses II. am westlichen Nilufer zwischen dem ersten und zweiten Katarakt bauen ließ, sollten an der südlichen Grenze des Pharaonenreiches die Macht und ewige Überlegenheit Ägyptens gegenüber dem tributpflichtigen Nubien demonstrieren. Seit zwei Jahrhunderten sind diese Tempel das Ziel von Touristen aus allen Ländern. Entdeckt und freigelegt wurden sie 1816 von Belzoni, welcher im Auftrag von Henry Salt unterwegs war. Beim Bau des Assuan-Hochdamms drohten beide Tempel in den Fluten des Nassersees zu versinken. Daher wurden sie zwischen 1964 und 1968 in 1036 Einzelteile zerschnitten (damals eine herausragende bautechnische Leistung) und anschließend 180 Meter landeinwärts und 64 Meter über dem alten Standort wieder aufgebaut. Die Schnitte sind bei genauerem Hinsehen allerdings leicht zu erkennen. Das Innere der Tempel wird – teilweise hängend – von einer darüber
einer darüber befindlichen Stahlbetonkuppel gehalten; es handelt sich also nicht mehr wirklich um Höhlen. Die Kuppel wird äußerlich durch aufgeschütteten Sand und Original-Felsen (darunter die Originalfassade) verborgen, wodurch der ursprüngliche Eindruck eines Felsentempels gewahrt bleibt. Die Kosten für die Verschiebung beliefen sich auf ca. 80 Millionen US-Dollar, die von über 50 Ländern gespendet wurden. Abu Simbel wurde damit zu einem der Anlässe für die Verabschiedung der UNESCO-Welterbekonvention von 1972 und der Aufstellung der Liste des UNESCO-Welterbes.
Durch den neuen Stausee wurde ganz Unternubien überflutet, die Bewohner wurden heimatlos und zu großen Teilen in den Bereich Assuan und Kom Ombo umgesiedelt. Nur in Abu Simbel entstand ein neuer Ort mit Hotel und Flugplatz. Aufgrund fehlender landwirtschaftlicher Flächen lebt die gesamte Bevölkerung heute vom Tourismus. Allerdings laufen seit der Jahrtausendwende verschiedene Projekte mit dem Ziel, die hochgelegenen Wüstenregionen durch Wasser aus dem See fruchtbar zu machen. Der Große Tempel des Ramses II. (1279 v. Chr.–1213 v. Chr.) wurde vollständig in das Felsmassiv eingeschnitten, wobei die Bergflanke als Pylon (Toranlagen) dient. Die vier 22 Meter hohen, gewaltigen Kolossalstatuen stellen den König dar. Die beiden nördlichen tragen die Aufschrift: Ramses, der Geliebte des Amun und Ramses, der Geliebte des Atum, die südlichen Statuen Ramses, Sonne der Herrscher und Ramses, Herrscher der beiden Länder. Der Sonnengott Re tritt frontal aus der Fassade heraus, versehen mit den Attributen Sonnenscheibe (Re), wsr-Zeichen in der Rechten und Maat-Figur in der Linken, bildet er den Thronnamen des Ramses: User-Maat-Re. Hierdurch wird der König zu einer Inkarnation des Re, zur Großen Seele des Re-Harachte.
Der obere Fassadenabschluss wird von einem Fries aus Sonnenaffen gebildet. Dieser Fries machte im Jahr 1813 den Basler Orientforscher Jean Louis Burckhardt (alias Scheich Ibrahim) auf den sonst völlig versandeten Tempeleingang aufmerksam. Giovanni Belzoni grub dann 1817 den Tempel frei. 60 Meter in den Fels führt die Tempelanlage, zunächst in die große dreischiffige Halle mit zweimal vier Statuenpfeilern des Königs. Vier dieser Pfeiler zeigen Ramses mit der oberägyptischen, die anderen vier mit der unterägyptischen Krone. Die Pfeilerfiguren kann man aufgrund ihrer äußeren Gestalt wohl eher nicht als Osirispfeiler bezeichnen, ihre Beschriftung spricht dagegen. Es handelt sich um königliche Statuen, die den Pharao in einer sehr komplexen Beziehung zu den drei Gottheiten Amun, Atum und Re-Harachte darstellen (nach Gundlach). Die Reliefs der Halle verherrlichen die kriegerischen Taten des Königs als Sieger über Syrer, Libyer und Nubier, vor allem aber die Schlacht von Kadesch. Im hinteren Bereich der Großen Halle zweigen insgesamt sechs Seitenkammern ab, die wohl der Aufbewahrung von Vorräten dienten. Auf der Tempelachse erreicht man dann die kleinere Vier-Pfeiler-Halle mit Opferszenen, eine Querhalle mit zwei Nebenräumen und das Sanktuar. In diesem sind Statuen der Götter Ptah, Amun und des Horus von Mehu sowie des vergöttlichten Ramses aufgestellt. Der Tempel war so konstruiert, dass am 21. Oktober und am 21. Februar die Sonne durch den Tempeleingang direkt auf die Statuen schien; nach dem Umbau geschieht dies nun allerdings am 22. Oktober und 22. Februar. Durch ein Erdbeben wurde der Tempel noch zu Lebzeiten des Königs beschädigt, wie zusätzlich eingefügte Stützmauern beweisen. Vielleicht ist auch damals schon eine der Kolossalstatuen abgestürzt. Der Kleine Tempel von Abu Simbel wurde der vergöttlichten Großen Gemahlin des Ramses, Nefertari und der Hathor von Ibschek geweiht. Auch er ist in den Fels eingetieft. Die aus der Felswand geschlagenen Figuren zeigen je zweimal Nefertari, Hathor und Ramses, ca. zehn Meter hoch und in gleicher Größe, eine besondere Auszeichnung für Nefertari, da die Ehefrauen der Könige meist kleiner dargestellt wurden. Der Tempel führt 21 Meter tief in den gewachsenen Felsen. Hinter dem Eingang befindet sich eine Sechs-Pfeiler-Halle, eine Querhalle mit zwei Nebenräumen und das Sanktuar. Die Reliefs zeigen Krönungsszenen und den Schutz der Königin durch Göttinnen der Liebe und der Fruchtbarkeit.
Esana - Tempel
Der freigelegte Tempel des Chnum liegt mitten im Stadtzentrum, aber wenige Meter unterhalb des heutigen Bodenniveaus. Neben dem Hauptgott Chnum mit seinen Begleitern Menhit und Nebet-Uu wurden hier auch Satet und Neith verehrt. Mit dem Bau wurde in der Ptolemäerzeit begonnen. Die Fertigstellung der Vorhalle muss aber in der römischen Zeit erfolgt sein. Beispielsweise sind die Namen der Kaiser Claudius und Vespasian auf der Vorderseite des
Tempels erwähnt. Mehr als die Vorhalle, die weitestgehend der Vorhalle des Hathor-Tempels in Dendera gleicht, wurde allerdings nicht fertiggestellt. Die Decke wird von 24 mit herrlichen Blumenkapitellen geschmückten Säulen getragen. Sie zeigt astronomische Darstellungen über den Seitenschiffen und über dem Mittelschiff zwei Reihen fliegender Geier. Alle Wände sind innen und außen mit Reliefs verziert. Sie zeigen Darstellungen der Kaiser Commodus, Domitian und Trajan mit den ägyptischen Göttern. Am Nil ist der auch aus römischer Zeit stammende Uferkai noch in Teilen erhalten. Er trägt Kartuschen des Kaisers Marcus Aurelius. Auch die Reste eines Nilometers (Instrument zur Messung des Nil-Pegels) sind noch zu sehen.
Memnonkolosse
Der Tempel des Amenophis III. in Kom el-Hetan war der Gedenktempel für den Pharao Amenophis III. Er war der größte Totentempel in Theben (Ägypten) und befand sich auf dem Westufer des Nils. Wie der Luxor-Tempel wurde er von dem Baumeister Amenophis (Sohn des Hapu) erbaut.
Der Tempel ist heute fast völlig verschwunden. Weniges, wie die sogenannten Memnonkolosse, die ursprünglich vor dem Pylon des Tempels standen, befindet sich noch an Ort und Stelle. Schon in der Antike diente er als Quelle für Baumaterial. So fand man zum Beispiel eine Granitstele Amenophis III. im 100 m nördlich gelegenen Tempel des Merenptah.Seit einigen Jahren sind archäologische Grabungen zur Erforschung des Tempels im Gange. Bei den Grabungen fand man einen krokodilschwänzigen Sphinx und mehrere Statuen Amenophis III.
oben: Der Tempel heute bzw. das was von ihn übrig geblieben ist, und unten wie er früher ausgesehen hat. Die Rekonstuktion beruht auf den Ausgrabungen in diesem Bereich.

Tal der Könige
Das Tal der Könige war eine Nekropole im alten Ägypten, in der nach derzeitigem Kenntnisstand 63 Gräber und Gruben aufgefunden wurden. Im Tal der Könige sind insbesondere die Gräber der Herrscher des Neuen Reichs (ca. 1552 v. Chr. bis 1069 v. Chr., 18. bis 20. Dynastie) zu finden. Das Tal befindet sich in Theben-West, gegenüber von Karnak, am Rand der Wüste und ist gesäumt von hohen Bergen, namentlich durch die natürliche Felspyramide el Korn (Das Horn); nahezu das gesamte Gebiet von Theben-West bildet eine riesige Nekropole. Unweit liegt das beinahe unbekannte Tal der Königinnen.
Trotz jahrtausendelanger Aktivität von Grabräubern und Plünderern lieferte das Tal der Könige den Ägyptologen der Neuzeit noch zahlreiche höchst wertvolle Grabungsfunde, unter anderem wurde das weitgehend unversehrte Grab des Tutanchamun dort im Jahr 1922 von Howard Carter entdeckt.
Assuan
Assuan ist eine Stadt am rechten Nilufer unterhalb des ersten Kataraktes in Ägypten, 106 m ü. NN., mit etwa 220.000 Einwohnern (2002) die südlichste Stadt des eigentlichen Ägypten. Außerdem ist Assuan die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements. Da man im Altertum bemerkte, dass die Sonne am längsten Tag in Syene keinen Schatten warf, zog man hier den Wendekreis des Krebses, der heute etwa 60 km weiter südlich liegt.
Nicht nur touristische Bedeutung haben der alte, von den Engländern erbaute Assuan-Staudamm (2 km lang, seit 1902 in Betrieb) sowie der neue Assuanhochdamm (3,6 km lang, 111 m hoch, am 15. Januar 1971 eingeweiht; er staut den 400 Kilometer langen Nasser-See). Im Jahre 1964 startete die UNESCO die größte Rettungskampagne in der Geschichte der Archäologie. Sowohl Tempel wie Abu Simbel wie auch rund 35 Dörfer wurden versetzt. Fast 150.000 Menschen wurden zwangsumgesiedelt, die meisten nach Kom Ombo etwa 60 Kilometer nördlich von Assuan.
Altertümer umgeben ringsum die Stadt: von den Pharaonen und Ptolemäern erbaute, jetzt halb unter Flugsand begrabene Tempel und Paläste und von den Römern und Arabern aufgeführte Festungswerke und Gemäuer. Bemerkenswert sind auch die über sechs Kilometer langen Steinbrüche mit rotem Granit (hier als Syenit bezeichnet, doch von dem in Europa so genannten Gestein verschieden), aus welchem die Obelisken und kolossalen Statuen der ägyptischen und äthiopischen Tempel gebildet wurden.
Auf der linken Seite des Stroms auf dem Qubbet el-Hawa liegen die antiken Gräber von Syene, gegenüber nach Süden hin zahlreiche fruchtbare Inseln, darunter das Elephantine der Alten und Philae mit berühmten Tempelruinen wie z.B. dem Isis-Tempel, der in 44000 Einzelteile zerlegt und 1979 auf einer kleinen Insel neu aufgebaut wurde. Das im Jahre 1998 eröffnete Nubische Museum enthält neben der Statue des ägyptischen Pharaos Ramses III. 1200 Exponate aus den verschiedenen Etappen der nubischen Geschichte, ein Dokumentationszentrum für nubische Kultur und ein kleines Modelldorf in der ethnografischen Abteilung.
Der unvollendete Obelisk
Der Obelisk stellte im alten Ägypten wie die Pyramide die steingewordenen Strahlen des Sonnengottes dar und ist die Verbindung zwischen der hiesigen und der Götterwelt. Obelisken standen in der Regel paarweise vor Pyramiden oder Tempeln. Zunächst wurden Obelisken vor dem Tempel des Sonnengottes Re in Heliopolis, dem alten On, aufgestellt. Im Alten Reich waren Obelisken zunächst schmucklos glatt, lediglich die pyramidenförmige Spitze war vergoldet bzw. mit Elektron überzogen und spiegelte so den Glanz der Sonne und damit die Macht des Sonnengottes. Ihr Schattenumlauf war Anzeiger und Zeichen für die tägliche Umfahrt des Re auf der Sonnenbarke von Osten nach Westen (nachts zurück durch die Unterwelt) und wurde von den Menschen beobachtet. Sein genau bestimmter Auf- und Untergang und der unbeeinflussbare Jahresablauf machten Re zum Sinnbild der Weltordnung, Hüter des Rechts und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Begleitet wird Re von seiner Tochter Maat der Göttin der guten Ordnung, der Gerechtigkeit und der Wahrheit. Re löste den Urgott Atum ab und galt als Vater des Pharao, der deshalb den Königstitel Sohn des Re trugen. Deshalb wurden die Obelisken als Symbole des Sonnengottes, der göttlichen Weltordnung und der Verbindung Re-Pharao so wichtig, so verbreitet und wurden auch immer größer ausgeführt. Das Gewicht eines großen Obelisken lag zwischen 200 und schließlich 500 Tonnen. Ein unvollendeter Obelisk in Assuan wiegt 1100 Tonnen. Im alten Ägypten war das Ziehen und Aufrichten heiliger Pfeiler ein wichtiger Teil des rituellen Geschehens.
Die zunächst schmucklosen Obelisken erhielten später Inschriften, die sich zuerst maßvoll auf die Mitte beschränkten. Die Anordnung der Hieroglyphen-Inschriften folgte festen Regeln. Die Hieroglyphenzeichen blicken immer zum Textanfang, der nach Belieben rechts oder links gesetzt werden kann. Die Schriftzeichen der Vorder- und Rückseite der paarig vor den Tempeln aufgestellten Obelisken blickten immer zu dem zwischen den beiden Tehen-Pfeilern verlaufenden Weg zum Tempeleingang. Die Schriftzeichen auf den Seitenflächen blicken immer zum Tempel selbst. So kann noch heute bei den nach Rom, Paris oder Istanbul verbrachten Obelisken die ursprüngliche Orientierung zum Tempel bestimmt werden. Diese Anordnung von Bildsymbolen ist uralt. So wie die Menschen- und Tiersymbole der Hieroglyphen auf den Seiten von beiden Obelisken zum Weg zum Tempel oder zum Tempel blicken, so blicken bereits die Tiere, wie Stier, Fuchs und Kranich, auf den Längsseiten der T-förmigen Pfeiler der ältesten bekannten Tempelanlage in Göbekli Tepe, auf den Weg, der ins Zentrum der Anlage führt, oder ins Zentrum der jeweiligen Anlage. Mit der Verschmelzung Res mit dem ursprünglichen Fruchtbarkeitsgott Amun aus Theben zum Reichsgott Amun-Re stieg die Bedeutung und Verbreitung des baulichen Zeichens noch weiter. Im Neuen Reich wurden die Obelisken schließlich ganz mit Hieroglyphen beschriftet. Römische Kaiser brachten 13 Obelisken als Siegestrophäen aus Ägypten nach Rom. Einige wurden im frühen Mittelalter wegen ihres „heidnischen“ Ursprungs zerstört oder zerfielen. Den größten Obelisken ließ die Pharaonin Hatschepsut herstellen und aufrichten. Er steht bis heute im Amun-Tempel in Karnak bei Luxor und ist 32 m hoch. Seine Spitze war vergoldet.
Impressionen