Kloster in Preetz |
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Erbaut 1261 bis 1286 |
- Geschichte
- Gebäude
- Führung
- Vorhalle
- Am Altar
- Tafeln
Geschichte

Graf Albrecht von Orlamünde, Sohn der Schwester Waldmars II., stiftete um 1210 zu Ehren der Jungfrau Maria und Johannes des Täufers das Benediktinerinnenkloster Campus Beatae Mariae. Adolf IV. von Schauenburg erneuerte die Stiftung 1226. Nach Verlagerung des Klosters nach Marienfelde, Erpesfelde und Lutterbek, wurde es 1261 an seinen jetzigen Standort in Preetz verlegt. Das Kloster war eingerichtet für 70 Nonnen aus der Ritterschaft und des Lübecker Patriziats. In der Reformation wurde das Kloster Preetz - wie auch die Nonnenklöster in Itzehoe, Uetersen und St. Johannis vor Schleswig - in ein adliges Damenstift der Ritterschaft umgewandelt. Den Konventualinnen war freigestellt, weiter nach den alten Regeln zu leben.
Gebäude

Von der 1261 bis 1286 gebauten Klosterkirche ist nur ein kleiner Rest erhalten. 1307 brannte das Kloster ab. Die nachfolgende Stutzbasilika entstand von etwa 1325 bis 1340. Im 15. Jhd. wurden die alten Klausurgebäude ersetzt. Bis auf das Refektorium wurden 1847-49 die Klausurgebäude wegen Baufälligkeit abgerissen. Das Chorgewölbe der Klosterkirche wurde 1741 erneuert, der Dachreiter entstand 1783. 1885-89 wurde das abgesackte nördliche Seitenschiff und die Portale in veränderter Weise neu aufgebaut. Der Dachstuhl ist aus dem 14. Jahrhundert erhalten geblieben. Zur Klosteranlage gehören 12 von den adligen Familien für ihre Töchter errichtete Konventualinnenhäuser. Die Gebäude des Wirtschaftshofes wurden 1959 durch Brandstiftung vernichtet.

Führung duchs Kloster
Preetz - 15 Uhr an einem Sonntag. Durch die weitläufige Klosteranlage in Preetz pfeift der Wind. Unter einem Baum vor der Stiftskirche wartet Helmut Jegodzinski. Langsam scharen sich rund 15 Interessierte um den Preetzer, sie wollen an einer Führung durch die Kirche teilnehmen, die Jegodzinski wechselnd mit Bärbel Diederichs-Claus und zwei weiteren Kirchenführern täglich anbietet.
„Wir stehen hier mitten im ehemaligen Quadrum beginnt der Pensionär, der seit rund 13 Jahren die Kunstschätze der Kirche Besuchern näher bringt. Das Quadrum, der rechteckige Hof der Anlage, war ursprünglich das eigentliche Kloster Preetz. Heute sind die Kreuzgänge abgetragen, Kirche, Badehaus und Klausur stehen noch. Drumherum verteilten sich Backhaus. Brauhaus Kämmerei und Nutzgebäude, die das wirtschaftliche und leibliche Wohl des ehemaligen Benediktinerinnenkloster und seiner Bewohner sicherstellte.
Die Stutzbasilika im gotischen Stil wurde im Jahr 1340 geweiht. Nach der Reformation wurde das Benediktinerinnenkloster in einen Damenstift der Ritterschaft Schleswig-Holsteins umgewandelt. „Drinnen in der Kirche ist es nicht so windig", leitet Jegodzinski zur eigentlichen Kirchenführung über und führt seine „Schäfchen“ durch das Kirchenportal. Wer nun erwartet hat. das Kirchenschiff hinunter zum Hauptaltar sehen zu können, wird enttäuscht. Erstaunt blicken die Besucher auf eine hohe Mauer, die quer im Kirchenschiff die Laienkirche vom ehemaligen Nonnenchor abtrennt.
Gespannt lassen sie sich dort von dem passionierten Kunstfreund erst am Beispiel einer Gudewerth-Kanzel, später an einem Gudewerth-Altar aus dem Jahre 1656 Knorpelbarock erklären. Knorpelbarock sieht ein wenig so aus, wie er klingt: geschwungen, knubbelig und wild wuchernd. Der Gudewerth-Altar aus der Dänischenhagener Kirche im Dänischen Wohld ist bestes Beispiel dafür. In einem Tausch „Dach gegen Altar und Kanzel" kam das Kunstwerk 1844 nach Preetz. Der Konvent zahlte der Kirchengemeinde Dänischenhagen die dringend notwendige Sanierung des Kirchendachs, zum Dank durften sie Altar und Kanzel mitnehmen. Den Dänischenhagenern war das nur recht, sie wollten ihren Altar gerade erneuern.
Barocke Mal- und Schnitzkunst, an der Westseite gotische Schnitzereien aus der Zeit um 1335 prägen den Nonnenchor in der Mitte des Schiffs. Dort darf der Blick des Besuchers endlich schweifen.
An der Ostseite steht ein schlichter Altar im norddeutsehen Barock. wobei „schlicht" in diesem Zusammenhang lediglich zu bedeuten scheint, dass nicht alles vor Gold funkelt. Die Kapitelle der Säulen. die Trinität, Dreieinigkeit. am Kopf des Altars sind mit Goldakzenten bemalt, ansonsten sieht der in dunklen Grautönen gehaltene Altar wie Marmor aus. Doch der Schein trügt, der Altar besteht aus Holz und wurde von den Alten Meistern kunstvoll bemalt.
Photoapparate blitzen, die teilweise aus Berlin und Lübeck, aber auch aus Preetz stammende Besuchergruppe nimmt auf den Stühlen im Nonnenchor Platz. Hinter ihnen throne die Orgel aus dem Jahr 1573. Das Rückpositiv, also die Pfeifenreihe im Rücken des Organisten ist jünger, sie stammt aus dem Jahr 1686. Ein kolossales Bauwerk mit zwei Basstürmen rechts und links. aus denen seit dem 18. Jahrhundert große Pfeifen in die Luft ragen, der Orgelprospekt ist, ähnlich dem Altar aus dem Jahr 1743 relativ schlicht gehalten.
Als Orgelprospekt wird die Ansicht der Orgel mit all ihrem Zierrat und Schmuck bezeichnet, und zu Zeiten des Barock waren die Zierelemente oft teurer als das eigentliche Instrument.
Noch heute gehören 15 Frauen zum Konvent von Preetz. Die Konventualen leben verstreut in aller Welt, während in den vielen Häusern der Klosteranlage heute Wohnungen und die Klosterverwaltung untergebracht sind.
Vorhalle



Am Altar




Tafeln


