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Die Insel

Der kanarische Archipel, 115 km von der afrikanischen Küste und 1150 km vom spanischen Festland entfernt, hat sich vor rund 30 Millionen Jahren aus den Tieren des Atlantischen Ozeans erhoben und ist damit, bedenkt man, daß verschiedene Landstriche der Iberischen Halbinsel gut siebzig Mal älter sind, eine relativ junge Inselgruppe, ein «geologischer Säugling». Der Archipel wird von den Inseln La Palma, La Gomera, Teneriffa, El Hierro, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura geformt. Das junge Alter und der vulkanische Ursprung sind an den von der schöpferischen Naturgewalt der Vulkane geformten, eindrucksvollen Gebirgen der Inseln erkennbar. Die für den Archipel typischen Eigenschaften sind der vulkanische Ursprung, das relativ junge Alter..... und die ausgezeichnete geographische Lage, die die Einzigartigkeit der klimatischen Bedingungen zum Ergebnis hat. Im Küstenbereich schwanken die Temperaturen kaum und liegen fast ständig in einem Bereich zwischen 15 und 22°C, einem der wichtigsten touristischen Reize dieser Insel.

EL Golfo

El Golfo und Janubio sind zwei ehemalige Meeresbuchten, die die Vulkanausbrüche von 1 730 und 1736 durch Aufschüttungen von Kieselsteinen und Sand in Lagunen verwandelt haben. Die eine von ihnen, Bahia del Golfo, bietet ein wunderbares Naturschauspiel. Die smaragdgrüne Lagune ist durch schmale, aschenfarbene Sandbänke vom Meer getrennt und gleicht dadurch einem in einen vulkanischen Krater eingefaßten Edelstein. Auch die dortige Landschaft ist bezaubernd

Südlich des kleinen Fischerdörfchens El Golfo befindet sich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel Lanzarote. Es ist ein großer, unter Naturschutz stehender, teilweise im Meer versunkener Vulkankrater, in dem sich eine Lagune gebildet hat, die etwa 30 Meter von der Küste entfernt liegt. Dieser Vulkankrater ist ein seltenes Beispiel des Hydrovulkanismus - Interaktion Lava/Wasser, der meistens an der Küste vorkommt. Die markante grüne Farbe der Lagune Charco de los Clicos entsteht durch die Alge Ruppia Maritima, die bei dem extrem hohen Salzgehalt des Sees gut gedeiht. Der Name des Kratersees, Charco de los Clicos, stammt von einer essbaren Art Meeresfrüchten, den Clicos, die früher gehäuft an diesem Ort vorkamen. Mit etwas Glück findet man in der Umgebung Olivin, ein durch Vulkanismus entstandenes Mineral, aus dem man Schmucksteine herstellen kann. Deshalb werden sie auch manchmal als Halbedelsteine bezeichnet.

Die inzwischen abgesperrte grüne Lagune verdunstet in den letzten Jahren leider immer mehr und besitzt heute nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe. Durch unterirdische Verbindungen zum Meer strömt Meerwasser in die Lagune nach, und sorgt für ständigen Ausgleich. Dieses Gleichgewicht der Natur ist seit einigen Jahren gestört. Wissenschaftler suchen nach Ursachen, damit dieses einmalige Naturwunder nicht für immer verschwindet.

Puerto del Carmen

Die Ureinwohner von Lanzarote, die Guanchen, nannten ihre Insel Tite-Roy-Gatra. In der Antike kannte man diese Insel unter dem Namen Purpuraria, so genannt wegen ihrer großen Orseillevorkommen (die Orseille ist eine Flechte, aus der Farbstoff gewonnen wird). Ihren heutigen Namen erhielt die Insel von dem genuesischen Seefahrer Lancelotto Malocello, der sie 1312

wiederentdeckte. Die Eroberung des Archipels durch die kastilische Krone im Jahre 1402 begann in Lanzarote. Als der Normanne Jean de Bethencourt hier an Land ging, wurde die Insel von dem König oder Mencey Guadarfia regiert. Dieser unterwarf sich dem Eroberer kampflos «nicht als Untertan, sondern als Freund». Bethencourt errichtete an dem Strand Las Colorados einen Stützpunkt, von dem aus er nach Fuerteventura auslief, wo er die Diöcesis Rubicense gründete. Lanzarote war Besitz der Familie Herrera, die über die Insel regierte. Die örtlichen Behörden und wichtigsten Posten wurden mit Personen besetzt, die vom Herrn der Inseln benannt wurden. Im 15. Jahrhundert wurde Teguise zur Hauptstadt, später ging diese Eigenschaft auf Arrecife über. Durch ihre Eroberung, die im Jahre 1496 fast ein Jahrhundert später abgeschlossen war, vollzogen die Kanarischen Inseln einen Riesensprung von der Jungsteinzeit in die Moderne der europäischen Zivilisation. Bald darauf wurde der Anbau von Zuckerrohr und später der Weinanbau und die Koschenillelaus eingeführt, ein Schmarotzer, durch dessen Trocknung und Pulverisierung man eine hochwertige rote Farbe erhält. Erst im 20. Jahrhundert beginnt man Bananen und Tomaten anzubauen. Puerto del Carmen und Costa Teguise, im Osten der Insel, sind zu den wichtigsten Bereichen des in den letzten Jahrzehnten immer bedeutender werdenden Tourismus geworden

Arrecife

Erstmals wurde Arrecife im 15. Jahrhundert als kleiner Fischerort in der Geschichte erwähnt. Ihren Namen verdankt die Stadt den Arrecifes, schwarzen vulkanischen Riffs, hinter denen sich die Boote schützend vor Piratenüberfällen verstecken konnten.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann Arrecife zu wachsen, denn es war notwendig geworden, für die Hafenarbeiter und Angestellten Wohnhäuser und Lagerhallen für den Handelsverkehr zwischen der Alten und der Neuen Welt zu errichten. Daraufhin entstand eine erste Kirche, diese weihte man dem ersten Bischof Arrecifes, San Ginés. Als Folge wurde der Ort ein begehrtes Piratenziel. 1571 plünderte und zerstörte der berüchtigte Seeräuber Dogan das Hafenstädtchen fast völlig.

Wenige Jahre später begannen die Arbeiten am Castillo de San Gabriel auf der vorgelagerten, kleinen Insel Islote de Fermina, von dem man sich eine hohe Schutzfunktion vor Piratenüberfällen versprach. Doch bereits 1586 landete der Pirat Morato Arraez in der Stadt, machte ihr praktisch den Garaus und zerstörte dabei an dieser Stelle die erste schon 1574 erbaute Festung. Das heutige Castillo de San Gabriel, mit Glockentürmchen und Wachhäuschen, wurde dann im Auftrag des spanischen Königs Philipp II. von Spanien, und nach Plänen von Leonardo Torriani um 1590 erbaut. Er entwarf auch das Castillo de Santa Bárbara in Teguise. Im Castillo de San Gabriel befindet sich das heutige Archäologische Inselmuseum (Museo Arqueológico), in dem Fundstücke

 

aus altkanarischen Epochen gezeigt werden, zu denen ein Monolith aus dem Guanchenpalast Zonzamas, einige Grabbeilagen und Lehmfiguren gehören. Des Weiteren zeigen Götzendarstellungen modellhaft, wie die Guanchen ausgesehen haben könnten, und wie sie sich ihre Götter vorstellten. Ein Wahrzeichen Arrecifes ist die zugehörige Zugbrücke Puente de las Bolas. Etwas außerhalb steht das 1776 auf Veranlassung König Karl III. von Spanien erbaute Castillo de San José. Es befindet sich auf der 8 Meter über der Steilküste liegenden Halbinsel, der Cueva de Inés, und wird von Einheimischen auch Hungerburg genannt, da die Bevölkerung nach den gewaltigen Vulkanausbrüchen auf der Insel Mitte des 18. Jahrhunderts Hunger litt. Arbeit und Schutz vor Piratenüberfällen sollte der Bau nach Plänen des Bauingenieurs Alfonso Ochando bieten. Da diese aber nicht mehr stattfanden, verlor die Hungerburg an Bedeutung. 1974 wurde das Castillo de San José vom Künstler und Umweltschützer César Manrique, der 1919 in Arrecife geboren wurde, in das Haus des Museums für zeitgenössische Kunst (Museo Internacional de Arte Contemporáneo) umgewandelt. Dazu gehören ein Restaurant mit Panoramablick zum Meer und

ein neu geformter, großer Saal für Konzerte und Tagungen. Die Galerie beherbergt heute Gemälde spanischer Künstler. Zu sehen sind Werke von Joan Miró und Manolo Millares, Oscar Domínguez und Gerardo Rueda, Eusebio Sempérez, Augustín Cárdena und natürlich von César Manrique selbst. 1792 entstand die Muelle de las Cebollas (die Mole der Zwiebeln) als Teil des neuen Hafens. Sie gewährte Schutz vor den Wellen des Atlantiks und diente den Schiffen als Anleger. Anlässlich der Eröffnung des Hafens, am 25. Juni 1798 wurde die erste Messe in der umgestalteten und zur unabhängigen Pfarrei erklärten Iglesia San Ginés gehalten. Sie erhielt erst hier ihr heutiges aussehen. Arrecife ist seit 1852 die Hauptstadt der Insel und deren kleinste Gemeinde. Ihr Name (zu deutsch Riff) geht auf die große Zahl von Inselchen und Felsen in ihrer Umgebung zurück, die größtenteils vom Meer bedeckt sind. Die bedeutenderen Inselchen sind Las Cruces, die den Hafen Puerto de Naos schützt, Frances und, last but not least, San Gabriel und Castillo. Diese weiße Stadt hat den dem afrikanischen Kontinent am nächsten gelegenen kanarischen Hafen. Vor ihrer Küste befinden sich die reichsten Fischgründe des Archipels. Die Hälfte der Inselbevölkerung wohnt in Arrecife, das aussieht wie eine militärische Festung und dessen Atmosphäre durch die Fischerei geprägt ist.Die Stadt hat zwei Burgen. Die eine, San Gabriel, wurde von dem Baumeister Leonardo Torriani unter der Herrschaft Philipps des II. zur Verteidigung der Bevölkerung gegen Piratenüberfälle errichtet. Sie ist durch eine aus derselben Zeit stammende Zugbrücke mit Namen Puente de las Bolas mit der Stadt verbunden und beherbergt unter ihrem Dach das Archäologische Museum

 

Cesar Manrique

Manrique wächst in der Nähe der Lagune „San Ginés“ auf. Er hat einen Bruder und zwei Schwestern, eine von ihnen sein Zwilling. Er besucht die Schule in Lanzarote und belegt später einen Kurs zum Städtebaumeister an der Universität von La Laguna auf Teneriffa. Manrique verbringt die Sommerurlaube mit der Familie im Nordwesten Lanzarotes in Caleta de Famara, einem kleinen Fischerdorf. Die dortige Steilküste und die schnell sich ändernden Wetterlagen mit ihrem wechselnden Farbenspiel auf den Felsen beeindrucken ihn in seiner Jugend schon sehr. Bereits im Alter von 23 Jahren hat er seine erste Ausstellung in Arrecife, der Hauptstadt Lanzarotes. 1945 besucht er die Schule der Schönen Künste „San Fernando“ in Madrid, wo er 1950 den Meistertitel für Zeichnen und Malen bekommt. 1954 wird Manrique mit anderen gleichgesinnten Künstlern zusammen Vorreiter des Surrealismus. Er eröffnet Spaniens erste nichtbildliche Kunstgalerie „Fernando Fé“ in Madrid. 1964 lädt Nelson Rockefeller den Künstler zu sich in die USA ein, wo er in Houston und New York in der Galerie „Catherine Viviano“ seine Ausstellung für die nächsten vier Jahre sicherstellt. Zurück auf Lanzarote, entschließt Manrique sich, seine Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt zu verwandeln. Für diesen Plan kann er Pepin Ramírez, einen alten Freund der Familie, der inzwischen Präsident der Inselregierung ist, gewinnen. Der Plan beinhaltet, nur die traditionelle Bauweise Lanzarotes zuzulassen, auf mehr als zweistöckige Bauwerke zu verzichten, und sogar alle Werbeplakate von den Straßen der Insel zu entfernen. 1968 spricht die Regierung sogar ein Verbot

für Reklameanhäufungen aus. Manrique fährt selbst über die Insel, um die Bevölkerung vom lanzarotenischen Architekturstil zu überzeugen. Gemeinsam mit dem Künstler und Freund Luis Ibañez kauft er ein altes Haus in Yaiza. Es ist eines der drei nach den Vulkanausbrüchen von 1730 bis 1736 stehengebliebenen Häusern. Zuerst will er es als Atelier verwenden, doch 1970 baut er es in das Restaurant „La Era“ um.

Auf einem Ausflug in Tahíche entdeckt Manrique 1970 einen Feigenbaum, dessen grüne Spitze aus dem erstarrten schwarzen Lavastrom herausragt. Er entschließt sich, an dieser Stelle sein Wohnhaus zu errichten. Die Besitzer des Landes wollen keine Bezahlung, da sie es für wertlos halten, und bitten Manrique sogar, sich so viel Land zu nehmen, wie er braucht. Der Künstler stellt beim Bau des Hauses insgesamt fünf Lavablasen fest, die er ausbaut, und zu verschiedenen Wohnräumen umgestaltet. Hier wird 1982 seine Stiftung (Fundación) gegründet. 1974 eröffnet Manrique das Mehrzweckkulturzentrum „El Almacén“ in Arrecife, das einen internationalen Treffpunkt für Kunstinteressierte darstellen sollte. Die Kunstgalerie „El Aljibe“ soll Künstlern die Möglichkeit bieten, ihre Werke erstmals auf Lanzarote auszustellen. 1988 zieht Manrique in ein von ihm wieder aufgebautes Bauernhaus in Haría.

Am 25. September 1992, in der Mittagszeit, kommt Manrique nur etwa 45 Meter vor seiner Stiftung (Fundación) in Tahíche durch einen Verkehrsunfall ums Leben. Seine Kontakte zu bekannten Persönlichkeiten sind zahlreich. So lernt er u.a. Nelson Rockefeller, Rita Hayworth, Hussein I. (Jordanien), Helmut Kohl, Spaniens ehemaligen Premierminister Felipe González, Luis Ibañez, Andy Warhol, Barbara Rosse und Alfredo Kraus kennen. Manrique war dafür verantwortlich, dass der Massentourismus auf Lanzarote in gemäßigten Bahnen verlief. Er setzte sich dafür ein, die landschaftliche und kulturelle Identität seiner Heimatinsel zu bewahren und zu erhalten, weshalb die Inselregierung ihn im September 1995 postum zum „Bevorzugten Sohn“ der Insel erklärte, und damit ihren Dank an den Einsatz des Künstlers zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig verpflichtete sich die Inselregierung, den Weg Manriques zukünftig weiter zu gehen.

Mirador del Rio

Das Mirador del Río ist ein architektonisch reizvoller Aussichtspunkt im äußersten Norden der Kanareninsel Lanzarote. Das Mirador del Río galt zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts als eines der bedeutendsten modernen Bauwerke der Welt. Er befindet sich an einem 475 m ü. NN hohen Punkt der Steilküste des über 600 Meter hohen Famaramassivs. Der 1973 vom lanzarotenischen Künstler César Manrique, unter Mitwirkung von Jesus Soto und dem Architekten Eduardo Caceres, entworfene Aussichtspunkt (offizielle Eröffnung 1974), welcher im typischen Stil Manriques in den Felsen integriert ist, besteht aus einer über dem Abgrund befindlichen Brüstung, einem Café mit großflächigen Panoramascheiben, einem Souvenirgeschäft sowie zuoberst einer Aussichtsplattform. Auf rechte Winkel wurde verzichtet, alle Räume, auch der Parkplatz, die Aussichtsplattform und die Treppen sind rund. Der atemberaubende Blick über die hohen Felsklippen und über die etwa zwei Kilometer breite, namensstiftende Meerenge Río (spanisch für Fluss) hinüber bis auf das Chinijo-Archipel, mit den Inseln La Graciosa, Alegranza, Montaña Clara, und dem Felsen Roque del Este, machten das Mirador del Río zu einer Touristenattraktion. Am Fuße des Abhangs (Risco de Famara), mit seinen im Laufe von Jahrtausenden entstandenen bizarren Auswaschungen, befindet sich eine der ältesten Salinen der Kanaren. Das eigenartige Rot einiger ihrer Segmente ist auf den winzigen Salinenkrebs zurückzuführen. Westlich an die Salinen angrenzend sieht man den weißen Playa del Risco. Er ist nur per Boot sowie über Wanderwege zu erreichen. Der bekannteste führt von Caleta de Famara durch die Steilwand entlang der Küste, ein weiterer windet sich in Serpentinen die Steilwand herab.

Während des Krieges zwischen Kuba und den USA gegen Ende des 19. Jahrhundert wurden an jener Stelle, an der sich heute das Mirador del Río befindet, Geschützbatterien installiert. Östlich des Aussichtspunktes kann man heute noch Reste davon entdecken.

Der Mirador war einer der zentralen Drehorte für die Fernsehserie Timm Thaler, die die Reihe der mehrteiligen Kinder-Weihnachts-TV-Serien eröffnete. In dem faustischen TV-Märchen beherbergt der Mirador del Río den von Horst Frank gespielten Bösewicht.

 

 

 

 

 

 

 

Jameos del Agua

Jameos del Agua gehört im Norden der Kanareninsel Lanzarote, auf dem Lavafeld des Volcan de la Corona zu einem einzigartigen, zusammenhängenden Höhlensystem vulkanischen Ursprungs, welches vom Volcan de la Corona über die Cueva de los Verdes bis hin zur Küste unter die Meeresoberfläche reicht.

Der Kern dieses Systems, der in der Gemeinde Haría liegt, bildet ein unterirdischer Lavatunnel, der durch die Verfestigung der Lavamassen entstanden ist, in einem Prozess, der etwa 3000 bis 4500 Jahre zurückliegt. An diesem Ort, der durch Naturgewalt entstanden ist, beschloss die Inselregierung von Lanzarote die Gestaltung eines seiner interessantesten Zentren der Kunst, Kultur und Tourismus, geleitet von dem Künstler und Naturschützer César Manrique. Diese Anlage wurde 1966 eröffnet.

Wenn man hinabsteigt in das erste Jameo (das Wort Jameo stammt aus dem Wortschatz der Guanchen und bedeutet soviel wie Hohlraum, Höhle) verspürt man sofort die Ruhe und ein Harmoniegefühl mit der Umgebung. Kernstück von Jameos del Agua ist ein in die Grotte integrierter Konzertsaal mit etwa 600 Sitzplätzen, welcher seit 2001 zum Umbau wegen neuer Sicherheitsstandards geschlossen ist. Wiedereröffnung des Auditorio de Los Jameos war für Ende Sommer 2007 geplant, verzögert sich aber offensichtlich.

Der Abstieg erfolgt über eine geschwungene, steile Treppe bis zum Restaurant in der Grotte, in dem man von der Terrasse auf den unterirdischen See blicken kann. Der Eingang ist mit vielen Pflanzen bewachsen, von oben strahlt Sonnenlicht auf die unterirdische Terrasse. Im unterirdischen See lebt eine Art von Albino-Krebsen (Gattung Munidopsis polymorpha der Ordnung Remipedia), die sonst nur in ozeanischen Tiefen von etwa 2.000 Metern vorkommt.

Der Wasserspiegel des Sees steigt und sinkt mit den Gezeiten, da die Grotte, obwohl sie keine direkte Verbindung zum Meer hat, durch Meereswasser, das durch das Gestein sickert, gespeist wird. Wenn man am See auf dem kleinen Steinpfad vorbei geht, kommt man über eine Steintreppenanlage mit vielen Pflanzen wieder hinauf zum "weißen Schwimmbecken", das eigens für diesen Rahmen von César Manrique entworfen wurde, heute aber nicht mehr zum Baden benutzt wird. Seltene und teils endemische Pflanzen wachsen in dieser Grotte rund um das Becken; ein Platz zum Verweilen. Eine Steintreppe führt hinauf zum Museum und Restaurant mit teilweise überdachter Terrasse, von der man einen Blick in die Grotte auf den Pool und über die weite Lavalandschaft hat. In den Gebäuden oberhalb des oberen Beckens ist ein geologisches Museum untergebracht, in dem die vulkanischen Vorgänge auf der Insel erklärt werden.

La Geria

La Geria bezeichnet ein 5.255 Hektar großes Gebiet im geographischen Zentrum der Kanareninsel Lanzarote, auf dem sich auf eine spezielle Art bestellte Kulturflächen befinden. Es erstreckt sich etwa zwischen Yaiza und San Bartolomé am Rande des Timanfaya-Nationalparks. Überwiegend für den Weinanbau genutzt, bildet das Naturschutzgebiet La Geria das größte Weinanbaugebiet der Kanarischen Inseln. Es wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Durch Niedergang von Vulkanasche der schweren Vulkanausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736 entstand hier ein Gebiet mit mächtigen Lapilli-schichten (genannt: picón) von 1 bis 2,5 Metern Dicke. Wohl zunächst aus der Not heraus entwickelte sich eine erfolgreiche, besondere Art von Trockenfeldbau. Um wieder an fruchtbaren Boden zu gelangen, wurden trichterförmige Vertiefungen in die Lapillischicht gegraben und an ihren Grund jeweils eine einzelne Pflanze gesetzt. Die grobporige Schicht lässt die mit 100 bis 200 mm pro Jahr sehr geringen, fast ausschließlich im Winter fallenden Niederschläge schnell in den durchwurzelten Boden versickern. Gleichzeitig verringert sie - neben einem seitlichen Abfließen des Wassers und der damit verbundenen Erosion - durch ihre geringe Kapillarwirkung und Wärmeleitfähigkeit die Verdunstungsverluste. Zusätzlich zu der Vertiefung schützen oft noch halbkreisförmige Mauern aus basaltischen Lavabrocken die einzeln wachsenden Reben vor den teils kräftigen Winden.

Die Methode erwies sich als derart effizient, dass besonders mächtige Lapillivorkommen der Region La Geria in kleinen Tagebauen abgebaut und in andere Teile der Insel exportiert werden, um als etwa 10 cm dicke künstliche Mulchdecke auf Felder aufgebracht zu werden, die nicht von den Vulkanausbrüchen betroffen waren. Im Gegensatz zu der Enarenado natural genannten Region La Geria wird diese Anbauweise Enarenado artificial genannt und weniger im Wein- als im Gemüseanbau eingesetzt. Unter den heutigen Rahmenbedingungen ist dieses aufwändige Verfahren allerdings zunehmend unwirtschaftlich und die Anbaufläche rückläufig.

Bisweilen wird auch angenommen, die Lapillischicht stelle durch die verstärkte Abkühlung ihrer Oberfläche und eine hypothetische Saugwirkung nachts vermehrt Wasser aus der Luft für die Pflanzen zur Verfügung. Tatsächlich führt der auf Lanzarote vorherrschende Passatwind zu einer allgemein häufigen und ergiebigen Taubildung. Eine diesbezügliche Begünstigung der Enarenado-Flächen konnte aber in verschiedenen Untersuchungen - anders als ihre verdunstungshemmende Wirkung - nicht bestätigt werden. Der in dieser reizvollen Umgebung entstehende Wein wird bevorzugt aus den Rebsorten Moscatel und Malvasier hergestellt. Es gibt mehrere Weingüter in dieser Gegend, die zur degustación, zur Weinprobe einladen. Auch die älteste Weinkellerei der Kanaren, El Grifo, liegt nahe diesem Gebiet. An die Bodega angegliedert befindet sich das Museo del Vino (Weinmuseum).

Los Hervideros

Zwischen El Golfo und den Salinas de Janubio erreicht man die bizarre Lavaküste namens "Los Hervideros". Die Urgewalt des Meeres hat das schwarze Lavagestein geformt, zerfräßt und einen Teil über die Jahre grottenartig ausgehölt. Die Wellen schlagen turmhoch an die Felsen und bieten ein beeindruckendes Naturschauspiel. Auf einer Plattform kann man die Kräfte der Natur beobachten.

Die Papagayo-Strände befinden sich am südlichen Ende der Kanareninsel Lanzarote in der Rubicón-Ebene, wenige Kilometer östlich des Touristenortes Playa Blanca. Diese Ebene hatte im 15. Jahrhundert eine wichtige Bedeutung während der Eroberung der Insel.

Die sieben 100 bis 400 Meter langen weißen Strandabschnitte sind durch natürliche Lavafelsen getrennt und ideal zum Baden geeignet. Die Strände heißen von West nach Ost: Playa de Afe, Playa de Mujeres, Playa Pozo, Playa de la Cera, Playa de Papagayo, Playa Caleta del Congrio und der Playa de Puerto Muelas. Man erreicht sie entweder zu Fuß oder per Auto über sandige Pisten. Seit dem 2. März 1998 steht zu Beginn dieser Pisten eine Schranke, an der man heute pro PKW eine Gebühr entrichten muss. Wo man vorher quer durchs Gelände fahren konnte, ist jetzt jede Piste aus Umweltschutzgründen durch große Felsbrocken begrenzt. Von den Stränden aus kann man gut zu den Nachbarinseln Fuerteventura und Los Lobos sehen.

Castillo Guanapay

Das Castillo ist eine Festung östlich von Teguise und 135 Meter über der Stadt auf dem Vulkan Guanapay. Sie gleicht einer Ritterburg, besitzt eine Zugbrücke und kleine Rundtürme.

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde auf dem Vulkan Guanapay das kleine Fort Guanapay errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde eine Festung auf den Resten des alten Forts von Sancho de Herrera erbaut, um die Stadtbevölkerung vor Piraten-Überfällen zu schützen. Jedoch verursachte die Belagerung durch Piraten im Jahre 1586 große Schäden. Der Spanische Krone beauftragte Leonardo Torriani mit ihrer Rekonstruktion. Seit 1596 behielt die Festung ihre Struktur. Der im 17. Jahrhundert durchgeführte Ausbau, gemäß dem Projekt Torrianis verstärkte die Struktur der Festung. In der Caldera des Vulkans sind heute noch Reste einer Zisterne aus dem 18. Jahrhundert zu erkennen. Der strategisch gut ausgewählte Standort sollte weiterhin die Bewohner von Teguise vor Piratenangriffen warnen und schützen. So kann man bis zur West- und Ostküste Lanzarotes, zur heutigen Inselhauptstadt Arrecife, zum Timanfaya-Nationalpark im Süden und zur Insel La Graciosa im Norden sehen. Trotzdem fiel die Festung mehrmals in die Hände von Piraten und wurde zerstört.

Im Castillo de Santa Bárbara befindet sich seit 1991, nach zweijähriger Renovierung, ein Emigrantenmuseum (Museo del Emigrante Canario), welches nach Unterlagen der Gemeindearchive und ehemaliger Auswanderer eingerichtet wurde. In den Räumen können Fotos, Stiche, grafische Darstellungen, Originalkarten, Briefe und Habseligkeiten der Auswanderer, sowie Nachbildungen der Emigranten-Schiffe jener 250 Familien besichtigt werden, die um 1880 wegen einer Dürrekatastrophe nach Kuba, Venezuela, Florida und Argentinien ausgewandert sind.

El Patio Museum

Am nördlichen Ortsrand des Dorfes Tiagua wartet ein äußerst interessantes Museum auf zahlreiche Besucher. Auf dem Gelände eines der ältesten und größten Landgüter Lanzarotes wird wissens-wertes zu Landwirtschaft, Weinbau und bäuerlichem Leben auf der Vulkaninsel vermittelt. El Patio betreibt noch heute den traditionellen Anbau von Obst, Getreide, Tomaten und die traditionelle Viehzucht.

Der Rundgang beginnt im Museo A. Im ehemaligen Herrenhaus aus dem Jahre 1840 wird unter anderem eine audiovisuelle Panoramavorführung, ein Überblick über das einfache ländliche Leben der Bauern Lanzarotes und auch sonst viel Wissenswertes geboten.

Auf der anderen Seite des Museumsgeländes findet der Besucher eine typisch kanarische Molina, eine tierbetriebene Mühle und das Museo B. Hier sind diverse landwirtschaftliche Geräte ausgestellt und der Besucher erfährt viel Wissenswertes über die Entwicklung von Landwirtschaft, Viehzucht und Weinanbau auf Lanzarote.

Die zweite typisch kanarische Mühlenart ist der Molino. Das hier auf dem Museumsgelände befindliche Exemplar ist hervorragend restauriert und kann auch innen besichtigt werden.

Playa Blanca

Restaurante Volcan

Monumento al Campesio