Fräsentagebuch
Fotodokumentation vom Aufbau einer CNC-Bearbeitungsmaschine
07.03.2003: Zusammenfassung
Rückblick
Der Bau der Maschine hat mich jetzt fast ein dreiviertel Jahr beschäftigt, es gab sehr viel zu lernen (bis heute sind nicht alle Fragen geklärt, gerade mit Software). Ich sehe die Maschine als ein (gut funktionierendes) Studienobjekt, ohne das ich mich nie an das Thema herangewagt hätte.
Im Laufe der Zeit ist mehr und mehr die Konstruktion der Maschine selber anstatt die späteren Fräsvorhaben in den Vordergrund getreten. Mit jeder neuen Idee und dem Fortschreiten des Aufbaues trat auch immer wieder die Frage nach Umbauten/Änderungen auf; desto weiter die Maschine dabei war, desto mehr bereits geleistete Arbeit hätte man aber u. U. dabei zunichte gemacht. Die Erkenntnis, was man hätte alles noch einfacher oder professioneller machen können, nützt einem -wenn man erstmal fertig ist- nunmal leider nicht mehr so viel. Und da bekanntlich nunmal viele Wege nach Rom führen, habe ich mich an irgendeinem Punkt entschlossen, den Aufbau innerhalb des usprünglichen Konzeptes (=Thiemig-Plan) funktionstüchtig fertigzustellen statt dauernd umzuplanen. Besonders wenn man nicht weiß, was man Ende wirkliche Verbesserungen wären. Und dabei meine ich mit Thiemig-Konzept die Art und Lage der Linearführungen und Spindeln; die mechanische Anbringung der Komponenten ist bereits an jedem Teil anders als in den Plänen.

Fazit
Unterm Strich stelle ich fest, das man für einen soliden mechanischen Aufbau einer solchen Maschine auf jedenfall deutlich über 1000 Euro einkalkulieren sollte. Meine hat im Endeffekt 1200,- Euro mechanisches Material gekostet, die T-Nutenplatte hätte man dabei sicher auch noch sparen können (-100 Euro). Will man es hingegen noch stabiler oder genauer ist der Selbstbau für mein Gefühl bereits in Frage zu stellen.
Größere Linearlager, Motoren oder die prof. Anfertigung von Kugelspindeln treiben den Preis meiner Meinung nach so viel höher, das fertige Komponenten oder sogar die reine Nachrüstung einer fertigen Maschine dann die bessere Wahl wären. Durch Eigenleistung alleine ist dort nicht mehr so viel zu sparen. Wer andere Erfahrungen hat, möge es mir gerne mitteilen. Die letzte Kalkulation einer noch größeren z-Achse mit 16mm Wellen und Kugelumlaufspindeln ergab bei mir jedenfalls 367,- Euro Teilpreise plus die Arbeit des Bauens gegen 384,- Euro für eine komplette Isel-Lineareinheit (alles netto).

Ausblicke
Es gibt noch unglaublich viel anzuschaffen, von Rhino über Deskproto bis hin zu einem Kompressor zur Kühlung, trotzdem werde ich wohl in der nächsten Zeit mein Projekt CNC-II beginnen. Mit Erkennen der CNC-Möglichkeiten sind auch meine Vorhaben in eine komplett neue Richtung gegangen. War am Anfang die Anforderung, 2-dimensiomale Teile wie Frontplatten anzufertigen, möchte ich mich nun doch mit der Bearbeitung komplexerer, hochgenauer 3D-Formen beschäftigen (Rhino3D ist bestellt).
Einige Ideen zur neuen Maschine sind bereits vorhanden; ein Aufbau mit geschlossenen Kugelumlauf-Linearantrieben, die sich beliebig tauschen lassen würden und damit mehrere Aufbauvarianten zulassen. Das ganze über z.B. FlexLink Konstruktionsprofile aufgebaut. Es könnte über einige Zeit mitwachsen, Verlängerung von Verfahrwegen wäre möglich oder sogar ein Umbau für andere Einsatzzwecke als nur reines Fräsen wären leichter denkbar.

Verkauf
An der vorhandenen Maschine werden noch einige Details verbessert, auch will ich noch einige länger geplante Teile mit ihr herstellen. Nach momentanen Stand der Dinge werde ich die Maschine dann irgendwann wohl über eBay angebieten, allerdings nach jetziger Planung OHNE Steuerung (gibts ja bei NC-Step nachzukaufen), T-Nutenplatte und der jetzt angebauten Spindel von Systro. Also rein die Mechanik der x, y und z-Achse mit Motoren und Endschaltern, Energieketten und Kabeln. Falls jemand seriöses Interesse haben sollte, die Maschine vorher direkt zu übernehmen, kann er gerne Kontakt mit mir aufnehmen.

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