G-move
Am Samstag, den 13. Mai, haben Kiel drei große Veranstaltungen gleichzeitig heimgesucht: KIDS Festival auf der Kiellinie, das 100-jähriges Bestehen des Kreisjägerverbandes und die Techno-Parade G-Move (Abkürzung für Generation Move). Und mir war sofort klar, was ich unbedingt besuchen sollte: und zwar die Techno Parade. Als großer Liebhaber der alten Rockmusik, habe ich seit langem geträumt, an einer Großveranstaltung mit Tanz und Musik teilzunehmen. Zum Beispiel, die Love Parade in Berlin zu besuchen. Und diese tolle Möglichkeit gerade in Kiel wollte ich mir nicht entgehen lassen.
"Die Stadt Kiel bietet ideale Voraussetzungen für die Durchführung einer derart populären und bewährten Veranstaltung wie dem G-Move, die bekannteste und älteste Technoparade nach der Love Parade.
Zudem findet das längst überfällige Refreshing des G-Move seine Optimierung in dieser weltoffenen Stadt an der Ostsee.
Die wohlwollende Unterstützung der Stadt Kiel hat unsere Umzugs-Entscheidung zusätzlich beflügelt.
Optimal ist auch die Streckenführung durch die Kieler Innenstadt. Direkt am Wasser entlang führt der Musiktross vorbei am Hauptbahnhof bis zu seinem Wendepunkt. Am Paradenstart im Ostseeterminal steht eine Super-Location für die offizielle Aftermove-Party zur Verfügung. Auf mehrere Floors werden mit einer gigantischen Lightshow die unterschiedlichsten Styles der elektronischen Musik gefahren." - so das Orgkomitee.
Schwer bewaffnet mit zwei Nikons um den Hals und Paar Snacks in der Tasche habe ich mich auf den Weg gemacht. Das Wetter war gut, die Sonne schien, allerdings blies ein kaltes unangenehmes Windchen. Und ich war mit guten fröhlichen Erwartungen überfüllt.
Die etwa fünf Kilometer lange Strecke war vom Ostsee-Terminal (Start und Ziel) am Wasser entlang vorbei am Bahnhof bis zu Wendepunkt im Kreuzungsbereich Schwedendamm festgelegt.
Danach war im Ostsee-Terminal die offizielle Aftermove-Party geplant. Dazu kamen viele Veranstaltungen in Klubs und Diskos Kiels.
Den passenden Platz zum Fotografieren habe ich ziemlich schnell gefunden. Auf dem Parkhaus neben dem Bahnhof befanden sich schon ein Paar Leute mit Kameras und viele Neugierige.
Der tönende Troß hat sich um 14 Uhr vom Ostsee-Terminal in Bewegung gesetzt und schon ca 15.30 Uhr den Platz erreicht, wo ich gestanden habe. Auf die Trucks, die mit Luftballons, Logos der Klubs und Diskos, aufblasbaren Figuren und Puppen geschmückt und mit leistungsstarken Lautsprechern und Diskospots ausgerüstet waren, befanden sich aufgeregte teilweise knapp bekleidete junge Leute. DJs machten Musik, einige tanzten, die anderen tranken Bier, die Dritten verteilten die Flyer. Jeder Truck wurde von einer kleinen Schar sich amüsierender junger Leute begleitet. Die Menschenmenge war nicht besonders groß. Die Veranstalter/innen haben 10 bis 20.000 Besucher/innen erwartet. Meiner Meinung nach waren da maximal 5.000. Da wurde wenig getanzt, und wenn ja, dann irgendwie energielos. Ob das Wetter kühl war, ob wenig Bier und Alkopops in die Kehle geflossen sind, ob es noch zu früh war, die feierliche Stimmung ist nicht zu mir übergegangen. Die Trucks produzierten gewaltigen Lärm, der mit Musik wenig zu tun hatte. Dei Zuschauer/innen auf dem Parkhaus waren offensichtlich davon auch wenig begeistert.
Ich habe von verschiedenen Positionen aus viele Fotos geschossen. Ich möchte die Dynamik, den Tanz, die feiernde Stimmung ins Bild hineinkriegen. Als der kurze Troß mit 15 Trucks zu Ende war, bin ich vom Parkhaus runtergegangen, und eine Weile habe ich die Prozession begleitet. Da habe ich keine neue Bilder gemacht. Alles war einförmig und eintönig: der gleiche Lärm der Autos, die gleich zappelnden Körper im laschen Tanz... Es war deutlich kühler geworden, und statt das Ende der Parade und die Aftermove-Party noch abzuwarten, bin ich nach Hause gegangen.
Ehrlich gesagt war ich sehr enttäuscht. Ich habe schönes Fest mit vielen Besucher/innen, mit bunter feierlich gelaunter Menschenmenge, die schönes Tanzen und gute Musik erwartet. Und jetzt habe ich meine grossen Zweifel, ob ich die Love Parade in Berlin besuchen sollte.
Oder vielleicht doch?
Weil Don't forget: Music is the only drug!
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