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Skulpturenpark Gut Seekamp

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Skulpturenpark Gut Seekamp

Meine Bekanntschaft mit Hans Kocks Arbeit hat begonnen, als ich einen Artikel über sein Leben und seine Kunst gelesen habe. Vorher hatte ich gar keine Ahnung, dass das „Tanzpaar“ am Vinetaplatz von ihm ist. Dann habe ich im Internet viel mehr über den berühmten preisgekrönten Bildhauer gelesen. Das alles hat mich bewegt, selber alle in Kiel zugängliche Skulpturen und andere Kunstwerke von Hans Kock anzuschauen.

Der einfachste Weg auf einen Schlag möglichst viel zu sehen, war gerade in die Hans Kock Stiftung in Friedrichsort zu gehen. Und eines Tages habe ich das getan, mit der Absicht zu sehen und zu fotografieren.

Der Skulpturenpark der Stiftung hat mich freundlich und ruhig empfangen. Zu Gut Seekamp führt eine schöne, kopfsteingepflasterte, mit Laternen versehene Lindenallee. Im Gutshof habe ich keinen Mensch getroffen. Das große Herrenhaus war zu, so dass ich die Ausstellung drinnen nicht besichtigen konnte. Auch der renovierte Pferdestall war geschlossen. Also habe ich alle meine Zeit damit verbracht, die Skulpturen mittendrin in der freien Natur zu betrachten. Da war allerdings nicht besonders viel. Das erste, was mir in die Augen gesprungen hat, war der sehr sorgfältig gemähte Rasen und die makellos gepflegte Gegend. Die Skulpturen selbst sind sehr organisch in die Natur verpflanzt, so dass der Betrachter nicht einfach naturfremde Körper sieht.

Der nächste Eindruck war: Ich bin in den Klonlabor geraten! Da stehen drei gleiche Frauenstatuen. Sie unterscheiden sich nur in der Farbe. Alle drei sind händelos, alle drei haben völlig unnatürliche, wie mit Schrauben befestigte Brüste. Sie sehen unheimlich leblos aus.

Die andere Skulpturen, die man da sehen kann, außer dem Pferdekopf, sind schwierig mit irgendwelchen existierenden Dingen zu vergleichen. Eine von denen gleicht schwach einer Rose und heißt sogar ebenso. Die beide anderen aber gehen so in die Richtung aufgehäufter aufeinander leicht bearbeiteter Steinklötze. Ich habe jede Skulptur von allen möglichen Richtungen angeguckt. Ich war sehr überrascht, wie unterschiedlich dieselbe Figur dem Betrachtungswinkel abhängig wahrgenommen wird. Diese Steinklötze wirken wie ein Magnet: Einerseits ziehen sie den Betrachter zu sich, andererseits aber stossen sie ab. Das hier kann ich sogar mit der menschlichen körperlichen Verstümmelung vergleichen: Es sieht sehr übel aus, aber du kannst nicht deine Augen davon abwenden. Man findet in den Steinformen ständig neue Details, Einzelheiten und Kleinigkeiten, die sich untereinander verbergen und verstecken und plötzlich erstaunlicherweise sich entfalten und zeigen. Ich habe also viel Zeit damit verbracht, dieses Spielchen zu beobachten. Ja, von mir aus war es nur das Spielchen.

Die ganze reizende Wirkung der steinklötzigen Figuren habe ich später entdeckt, als ich noch und nochmals meine Fotos zu Hause geschaut habe. Schade, dass ich viel zu wenig fotografiert habe. Wie gesagt, ich war mit Betrachtung beschäftigt. Ich bin `rum gegangen, ich habe mich hingekniet, hingelegt, ich bin herumgekrochen. Ich habe ab und zu meine Augen zugemacht: die freie Natur, die Stille, meine Einsamkeit haben bei mir unerwartet Träume von der brutalen Kraft der Natur und des menschlichen Daseins in dieser Welt erweckt. Hut ab und viel Respekt dem Menschen, der diese Figuren geschaffen und so geschickt und klug in die freie Natur platziert hat.