Was Winnie bisher sah...


Hier die Sichtungsberichte meiner ersten 10 Kometen (1986 bis Aug. 2002).

C/2002 O6 SWAN

C/2002 O6 - Aug. - Sept. 2002

Kaum war Komet O4-Hönig entdeckt, da meldete der Japaner Suzuki, daß er auf Bildern des SWAN-Instruments an Bord der Sonnensonde SOHO einen Kometen entdeckt habe, der in geringer Erdnähe sehr schnell in Richtung Sonne zog. Erste visuelle Bestätigungen wiesen auf einen Kometen von +6 bis +7 m hin.

Ich habe 2002 O6 das erste Mal während einer Exkursion auf den Aschberg am Morgen des 18.8.2002 gefunden. Er stand ein paar Grad "links" von Castor (Alpha Gem) und war im 80 mm-Refraktor bei 16fach leicht zu finden. Geschätzte Helligkeit um +6,5 m. Das Objekt zog sehr flach am nordöstlichen Morgenhimmel dahin.

Komet SWAN verlor dann im Perihel (9. September) stark an Helligkeit.


C/2002 O4 Hönig

C/2002 O4 - Juli bis Okt. 2002

Dieser Komet ist etwas ganz besonderes, da er seit 1946 (!) der erste ist, der von einem deutschen Amateurastronomen visuell entdeckt wurde: Sebastian Hönig fand das Objekt in der Nacht des 21/22. Juli 2002 mit seinem 10"-SCT im Sternbild Pegasus.

Knapp zwei Wochen später (4.8.) konnte ich den Kometen das erste Mal in der Cassiopeia sichten. Das gelang sowohl im 6"- als auch im 4,3"-Newton - am besten sichtbar bei 50fach. Der Komet zeigte eine recht große nebelige Koma, Helligkeit etwa +9 m.
Mitte August zog der Komet durch den Drachen und ich konnte ihn in mehreren Nächten hintereinander beobachten. Mittlerweile war der Komet leicht aufzufinden, Helligkeit um +8 m, deformierte Koma. heller Kern.

Am 17.8. besuchte Kometenentdecker Sebastian Hönig unsere Gruppe auf dem Aschberg zur gemeinsamen Beobachtung.
Anfang September passierte der Komet die Deichselsterne des Großen Wagens. zu dieser Zeit hatte die Helligkeit etwas abgenommen und der Komet war nicht mehr so leicht aufzufinden wie noch einen Monat zuvor.


C/2002 F1 Utsonomiya

C/2002 F1 - März-Mai 2002

Am 18. März 2002 von einem Japaner entdeckt, bewegte sich dieser Komet flach am Horizont quer durch den Pegasus in Richtung auf den Abendhimmel zu. Am Abend des 27. April konnte ich den ca. +5 m hellen Kometen in der Nähe der Plejaden endlich aufspüren. Der Schweif war etwa ein halbes Grad lang. Zur selben Zeit waren in der Gegend alle fünf mit freiem Auge sichtbaren Planeten versammelt - ein sehr eindrucksvolles Schauspiel. Die Nahbegegnung des Kometen mit Merkur am 3. Mai fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. Danach verschwand Utsonomiya schnell vom Abendhimmel.

153P/Ikeya-Zhang

153P/Ikeya-Zhang - Feb.-Juli 2002

Dieser Komet wurde am 1. Februar 2002 entdeckt. Schon eine Woche später habe ich das erste Teleskop in Richtung Sternbild Walfisch eingesetzt, um den Kometen aufzuspüren. Durch die helle Dämmerung am frühen Abend war ich mir noch nicht 100%ig sicher, ihn mit einem 80/400 mm-FH-Refraktor erkannt zu haben. Danach herrschte nur Schlechtwetter, bis ich den Kometen am 28.2. wieder aufspürte. Jetzt war es auch kein Problem mehr, denn Ikeya-Zhang war in den Fischen nicht mehr zu übersehen, Helligkeit ca. +6 m.

IZ zog dann weiter in die Andromeda, passierte Anfang April die Andromeda-Galaxis, was ein herrlicher Anblick im Teleskop war. Es folgte eine Schlechtwetterperiode, bis ich dann am 20.4. den Kometen am Morgenhimmel im Sternbild Cepheus wiederfand. Der Schweif war merklich zurückgegangen, die Koma durch die Erdnähe bedingt wesentlich größer geworden. Gegen Mitte Mai 2002 war der Komet immer noch mit freiem Auge sichtbar, als er durch den Herkules zog. Nachdem Ikeya Anfang Juni in den Kopf der Schlange wanderte, habe ich ihn nur noch sporadisch gesehen: Die abnehmende Kometenhelligkeit und die Himmelshelligkeit zur Sommersonnenwende (verpaart mit schlechtem Wetter) machten Beobachtungen so gut wie unmöglich.

Der Komet C/2002 C1 erhielt im Juli 2002 die endgültige Bezeichnung 153P/Ikeya-Zhang als periodischer Komet mit der bisher längsten Umlaufzeit. IZ wurde bereits 1661 beobachtet, wahrscheinlich auch schon in den Jahren 1275 und 877.


C/2000 WM1 LINEAR

C/2000 WM1 - Nov. 2001 Anfang November 2001 habe ich diesen Kometen das erste Mal im Sternbild Perseus entdeckt, geschätzte Helligkeit um +8,5 m. Die nächsten Gelegenheiten ergaben sich am 12.11. und in der Nacht vom 14. auf den 15.11. - Der Komet war da schon so hell, daß ich ihn mit einem 10x30-MiniScope sehen konnte. Ein ziemlich großes, diffuses Objekt, das sich nun schnell auf den Widder zubewegte. Danach nur Schlechtwetter, bis WM1 Anfang Dezember 2001 auf Südkurs in den Fischen außer Sicht geriet.

Ab Mitte März 2002 stieg der Komet vom Schützen kommend in Richtung Sternbild Adler auf, war also ein Objekt für den Morgenhimmel. Mehrere Versuche, WM1 nochmals aufzuspüren, waren allerdings nicht erfolgreich.


C/2001 A2 LINEAR

C/2001 A2 - Juli 2001

Anfang Juli 2001 näherte sich dieser Komet seiner besten Sichtbarkeit, allerdings waren die ersten Versuche, A2 aufzuspüren, wegen Mondlicht nicht erfolgreich. Etwa um den 10.7. herum hatte ich diesen Lichtfleck dann aber doch entdeckt. Bereits am 21.7. war der Komet so hell (ca. +7 m), daß ich ihn in meiner 30 mm-Optik sehen konnte. Noch etwa drei Wochen konnte ich den Kometen verfolgen, wie er durch den westlichen Pegasus nördlich vom Delphin zog. Ein nebeliges Objekt ohne große Details.

C/1999 S4 LINEAR

C/2000 S4 - Karte Juli 2000 Am 9. Juli 2000 habe ich diesen Kometen - der erste seit 1997! - mit meinem 3"-Newton im Perseus gefunden. Ein kleiner, feiner +7 m-Komet, der auch einen kleinen Schweif zeigte. Ein paar Tage später fiel auch die große Eigenbewegung von S4-LINEAR auf. Als er dann in die sternenarmen Gebiete des Sternbilds Giraffe wechselte, fand ich ihn ein Zeitlang nicht wieder. Erst gut 14 Tage später im südlichen Bereich des Großen Bären war S4 leichter aufzufinden. Die schnelle Eigenbewegung fiel schon nach Minuten auf. Gegen Ende des Monats geriet der Komet im tiefen Nordwesten außer Sicht. Ende August ist S4 dann in der Nähe der Sonne in viele Bruchstücke zerfallen.

C/1995 O1 Hale-Bopp

C/1995 O1 Hale-Bopp

Einer der eindrucksvollsten, weil hellsten Kometen seit langer Zeit! Hale-Bopp wurde schon 1995 entdeckt, aber erst im Januar 1997 lohnte es sich, mit meinen damals noch bescheidenen Mitteln (8x56-Fernglas) am frühen Morgen auf die Pirsch zu gehen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich den Kometen erstmals als nebeligen Fleck im Sternbild Adler sehen konnte. Die Bahn konnte ich sehr gut weiterverfolgen, bis Hale-Bopp dann tief im Nordosten auch mit dem bloßen Auge zu sehen war. Die Sichtbarkeitszeit von einem Vierteljahr war für einen Kometen absolut rekordverdächtig.

Einmal bin ich dann mit einem Kollegen raus auf's Feld gefahren, wo wir einen herrlichen Anblick ohne störendes Streulicht geniessen konnten. Es war umwerfend, selbst durch ein Fernglas. Nach diesem Ereignis beschlossen wir dann, uns endlich ein Teleskop gemeinsam anzuschaffen, denn so konnte das nicht weitergehen... ;-)


C/1996 B2 Hyakutake

Karte C/1996 B2 Hyakutake C/1996 B2 Hyakutake

Die Meldungen über den "Jahrhundertkometen" Hale-Bopp waren schon durch die Presse, da wurde im Januar 1996 der Anflug eines außergewöhnlichen Kometen gemeldet.

Ab Mitte März sollte Hyakutake bei uns sichtbar werden und dann innerhalb von nur 10 Tagen (!) vom Horizont im Südosten über den Zenit bis nahe an den Polarstern rasen. Etwa um den 21./22. März fand ich diesen Kometen mit dem 8x56-Fernglas dann tief im Bootes. Jede Nacht kam Hyakutake weit voran und ein schöner Schweif bildete sich aus. Als er dann zwischen Polarstern und Großem Wagen stand, war der Anblick selbst mit bloßem Auge überwältigend! Ein langer Schweif von bestimmt 30° war gut auszumachen. Mich hat dieser Komet, der in nur 15 Mio. km an der Erde vorbeizog, bisher am meisten beeindruckt.


1P/Halley

Komet Halley 1986 An Halley habe ich nur noch vage Erinnerungen. Viel wurde in den Medien über ihn berichtet, aber die Voraussagen für die Sichtbarkeiten waren von vornherein enttäuschend. Der Komet sollte maximal knapp +4 m erreichen. An eine Sichtung im Januar 1986 kann ich mich noch erinnern, als ich eine kleine, nebelige Wolke recht tief im Südwesten über dem Horizont mit Mühe im 8x56-Fernglas erkannte.

Das war meine erste Live-Kometenbeobachtung überhaupt! :-)


Heimatseite - ePost - Impressum