Was Winnie bisher sah...


Hier die Sichtungsberichte meiner Kometen 11 bis 20 (Nov. 2002 bis Aug. 2004).

C/2003 K4 LINEAR

C/2003 K4 - Apr. bis Juli 2004 C/2003 K4 - Juli bis Sept. 2004

Für K4 habe ich ab Anfang April 2004 mehrere Anläufe gebraucht, um ihn endlich am Morgenhimmel des 25.04. um 2:15 Uhr im Grenzgebiet Schwan/Füchschen aufzuspüren. Mit einer genauen Aufsuchkarte war die Sichtung im 6"-Newton relativ einfach. Die Vergrößerungen lagen bei 120- und 171fach: Ein kleiner, rundlicher Komet mit Helligkeit von ca. +11,8 m. Nach einer Stunde war die Bewegung von K4 gegenüber den Feldsternen zu erkennen.

Auf dem ITV 2004 (20.-23.05.) konnte ich K4 in drei aufeinanderfolgenden Nächten mit dem 6" f/8-Newton verfolgen. Die Kometenhelligkeit betrug gut +10 m, der Komet selbst war länglich und ein kurzer Schweifansatz sichtbar.

Die nächste Beobachtung machte ich am Morgen des 21. Juni mit dem TAL-Newton bei 57- und 80facher Vergrößerung. Leider stand der Komet sehr nahe bei einem +8,4 m-Sternchen, wobei ich K4 beinahe übersehen hätte. Als ich mich an die Verhältnisse gewöhnte, kam die Kometenwolke besser hervor - geschätzte Helligkeit um +8 m.

Etwas mehr als zwei Wochen später (6. Juli) beobachtete ich K4 mit dem 120/600er FH bei 43- und 60facher Vergrößerung. Der Komet war im Grenzgebiet Herkules / Bootes leicht auszumachen und hatte wieder an Größe seit der letzten Sichtung gewonnen. Helligkeit +7,2 m, Durchmesser 10' - erstmals erschien mir K4 heller als der kurz vorher beobachtete Q4-NEAT.

Ende Juli war K4 ein auffälliges Objekt im Bootes. Mit dem FH-120 schätzte ich die Helligkeit heller als +7 m, Durchmesser etwa 10' - ein nunmehr schöner, leicht zu beobachtender Komet.

Im August 2004 hatte ich noch drei Gelegenheiten, auf die K4-Suche zu gehen: Am 14. war der Komet sehr schön im 8" mit einem kleinen Schweifansatz zu erkennen, Helligkeit um +6 m. Ein Wochenende später stand K4 noch weiter zum Horizont in der Abenddämmerung - hier gelang die Sichtung beim Selenter Teleskoptreffen im Refraktor 6" f/5 knapp über den Bäumen. Wiederum ein Wochenende später (28.) konnte ich K4 mit meinem FH-120/600 mm bei guten Bedingungen knapp am Horizont und bei aufgehellten Himmel nicht mehr auffinden. Der Komet stand zu dem Zeitpunkt bereits im Sternbild Jungfrau.


C/2004 F4 Bradfield

C/2004 F4 - Apr. 2004 bis Jan. 2005 Entdeckt wurde F4 am 23. März 2004 als +8 m helles Objekt in der Abenddämmerung von dem süd-australischen Kometenjäger Bill Bradfield (76). Die Sichtung gelang ihm in einem selbstgebauten 10"-Newton, der ihn 1984 schlappe 300 australische Dollar gekostet hat. ;-)

In der Morgendämmerung des 25.04. um kurz nach 4 Uhr fand ich den Kometen nahe am Horizont mit meinem 10x50-Fernglas. Glücklicherweise war die Sicht Richtung Nordosten (Gebiet Fische / Andromeda) an dem Morgen ausgezeichnet. Geschätzte Helligkeit +4 m, sehr kompakter Kern und bei indirektem Sehen war sogar ein schmaler Schweif von ca. 1-2° Länge schräg abgewandt vom Horizont zu erkennen.


43P/Wolf-Harrington

43P - Dez. 2003 - Apr. 2004

Dieser Komet hat sich lange bitten lassen. ;-) Zum ersten Mal versuchte ich ihn am Abend des 19.12.2003 bei einem Treffen auf dem Aschberg mit dem 10"-Dobson eines Kollegen im Pegasus aufzuspüren, leider ohne Erfolg. Um den 10.02.2004 herum der zweite ergebnislose Anlauf mit dem FH-120/600 aus Kiel heraus - dann ein paar Tage später wieder auf dem Aschberg mit meinem 6"-Dobson, was auch abgebrochen werden mußte, weil ein heller Stern an der vermuteten Position (im Widder) stand.

Gegen 21:30 Uhr am Abend des 23.03. hatte ich endlich Glück mit dem FH-120. Bei 86fach war an der exakten Position im Sternbild Stier mit indirektem Sehen eine schwache Lichtwolke zu erkennen - sehr vage geschätzte Helligkeit um die +12 m, was extrem am Limit für diesen Refraktor war.


C/2002 T7 LINEAR

C/2002 T7 - Okt. 2003 - Feb. 2004

Die Beobachtung dieses Kometen gelang mir erstmals am Morgen des 24.09.2003. Die kleine, ovale Kometenwolke sichtete ich zunächst im 8"-Newton (100fach) sehr nahe bei einem +11,6 m-Sternchen, zwei Stunden später auch bei 80fach mit dem TAL-1. T7 hatte sich in dieser Zeit merklich fortbewegt.

Weitere Bobachtungen machte ich am 29.09. (auf dem IHT'03 mit 8"), sowie am 06.10.und 18.10. jeweils mit dem 6" f/8-Dobson vom heimischen Garten aus. Bei letzterer Sichtung stand sogar noch der abnehmende Mond im Letzten Viertel nahebei, aber trotzdem war T7 bei 120fach unter mäßigen Bedingungen zu sehen. Die Koma war Richtung N/S elongiert, also etwas querab von der Flugrichtung des Kometen (Helligkeit zwischen +11 und +11,5 m).

Eine weitere Sichtung datiert vom 24.10. morgens gegen 1 Uhr MESZ. T7 etwa +11 m hell, oval (1'), wegen Dunst in der Luft erst ab 120fach im 6"-Dobson deutlich zu erkennen.

Nach einer längeren Schlechtwetterpause konnte ich T7 am 29.11. im 6"-Dobson beobachten. Der Komet war deutlich heller geworden (ca. +9 m), hatte eine hohe Flächenhelligkeit und einen deutlich erkennbaren, kleinen Schweif ausgebildet. Am 02.12. gelang mir die Sichtung ebenfalls im Refraktor 70/900 mm - am besten bei 64fach - im Sternbild Perseus.

Die nächste Sichtung datiert in den Morgenstunden des 16.12. - jetzt im Sternbild Dreieck. Bei einem "Sichtungstest" gelang mir die Beobachtung im 70 und 60 mm-Refraktor sowie im 76 mm-Newton (Vergrößerungen jeweils um 50fach). Der Komet war mittlerweile so hell, daß er in diesen kleinen Teleskopen selbst bei Mondlicht (Letztes Viertel, Mond 25° über dem Horizont) zu sehen war.

Zwei Nächte später erfolgte die Beobachtung im 6"-Newton vom Aschberg aus. T7 war sehr auffällig und deutlich war der sich ausbildende Schweif zu erkennen. Die Kometenhelligkeit lag zu dem Zeitpunkt etwa zwischen +8 und +8,5 m. Innerhalb von zweieinhalb Sunden hatte sich T7 - sehr schön sichtbar - deutlich gegenüber den Hintergrundsternen weiterbewegt.

Wochenlang danach herrschte dann das schlechte Wetter, erst am Abend des 08. und 09.02.2004 konnte ich T7 wieder beobachten. Mittlerweile war der Komet bis nahe an den Stern Gamma im Pegasus weitergezogen. Die Sichtbedingungen waren recht bescheiden, deshalb schätzte ich die Helligkeit jetzt auf bestenfalls +8 m. Allerdings hatte T7 in den Wochen seine Form verändert: Er erschien deutlich runder in der Koma und der Kern kam besser zum Vorschein. Der Schweifansatz fiel mir nur schwach auf. Instrumente: 3"-Newton, 120/600 mm FH, 6"-Newton (36x-71x).

Gegen Ende Februar geriet T7 immer mehr in die Dämmerungszeit. Einige Beobachtungen habe ich noch mit dem FH-120 sowie dem Kronshagener 8"-Schiefspiegler gemacht, bis sich der Komet im Horizontdunst verlor.


2P/Encke

2P/Encke - Nov. 2003 Auf diesen kurzperiodischen Kometen mußte ich lange warten.Die Gefahr war wegen schlechten Wetters groß, Encke diesmal zu verpassen, da er sich Ende November 2003 schnell vom Abendhimmel verabschiedete. Am frühen Abend des 25.11. sichtete ich die Kometenwolke in den westlichen Teilen des Adlers (zwischen Zeta und Epsilon Aql) mit meinem TAL-1-Newton. Der Komet erschien mir als leicht längliche Wolke von etwa +8 m Helligkeit. Encke geriet in der ersten Dezemberhälfte 2003 am Abendhimmel außer Sicht.

C/2002 Y1 Juels-Holvorcem

C/2002 Y1 - Feb. bis Apr. 2003

Entdeckt wurde Y1 Ende Dezember 2002 als Gemeinschaftserfolg zweier Amateur-Astronomen aus den USA und Brasilien. Ende Januar 2003 war die Kometenhelligkeit soweit angewachsen (zwischen +9 und +10 m), daß ich den Versuch wagte, gleich beim First Light meines neuen 8" f/5-Newtons auf die Jagd nach Y1 zu gehen. Das Auffinden am Morgen des 01.02. war relativ einfach. Der Komet stand in der Nähe von Beta Bootis und zeigte sich bei 100fach als längliche Wolke mit schwachem Kern.

Am 10.02. sichtete ich den Kometen diesmal im Drachen nahe 16/17 Dra. Mit dem Achtzöller war er einfach zu finden. Gut 14 Tage später war Y1 im Cepheus so hell, daß er bereits im 76/500 mm Newton gut zu erkennen war, Helligkeit etwa +7,2 m.

Mitte März stand der Komet in den nördlichen Bereichen der Andromeda, Helligkeit zwischen +6,5 und +7 m. Er war bereits in kleinen Teleskopen einfach aufzufinden (70 mm Refraktor, 76 mm Newton). Anfang April verschwand Y1 dann vom Nordhimmel.


C/2001 HT50 LINEAR-NEAT

ab Oktober 2003

C/2001 HT50 - Spätherbst 2003

In der Nacht vom 23. auf den 24.10. gelang mir eine Sichtung im 6"-Dobson unter recht bescheidenen Bedingungen, Vergrößerung 120fach. HT50 hatte etwa einen Durchmesser von 2', erschien ca. +11,5 m hell und wirkte sehr diffus.

Januar 2003

C/2001 HT50 - Jan./Feb. 2003

Erstmals beibachtet habe ich diesen Kometen als ca. +11 m "helles" stellares Objekt am Morgen des 10. Januar 2003. Nur mit genauem Vergleich einer Sternkarte war das Identifizieren überhaupt möglich. Das war der bis dahin schwächste Komet, den ich im TAL-1-Newton (110/800 mm) sehen konnte.

C/2002 V1 NEAT

C/2002 V1 - Dez. 2002 - Jan. 2003

Diesen Kometen versuchte ich erstmals am 18. Dezember 2002 aufzuspüren, doch da hatte ich kein Glück. Erst am Silvesterabend gegen 20 Uhr fand ich die schwache Kometenwolke in den Fischen mit dem 80er Kurzrefraktor. V1 war dabei schwerer zu knacken als der kurz vorher beobachtete Komet X5. Ich schätzte die Helligkeit zwischen +8 und +8,5 m mit einer sehr feinen Koma, die gegen den nicht ganz optimalen Himmel schwer auszumachen war.

Eine Sichtung am Abend des 09. Januar 2003 wurde durch den nahe danebenstehenden Mond beeinträchtigt. Die schwache Kometenwolke war kaum auszumachen (80 mm Refraktor bei 57fach).

Mit meinen darauffolgenden Beobachtungen (23. und 31.01.) hatte ich aufgrund der Wetterbedingungen wenig Glück. Der Horizontdunst schluckte viel von der Kometenhelligkeit. Anfang Februar zeigte sich V1 bereits mit +5,5 bis +5,2 m - davon habe ich nicht viel mitbekommen.

Gute Gelegenheiten zur Beobachtung ergaben sich dann am Abend des 06. und 09.02. - die Kometenhelligkeit hatte stark zugenommen (+4,5 und +4 m geschätzt), Gas- und Staubschweif bis zu 2° Länge waren zu unterscheiden. Danach stand V1 sehr flach über dem Horizont und geriet Mitte Februar außer Sicht.


C/2002 X5 Kudo-Fujikawa

C/2002 X5 - Dezember 2002

Entdeckt wurde dieser Komet in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2002 von zwei japanischen Amateuren. Nach Meldung der Entdeckung wunderte ich mich doch stark, wie ein heller +9 m-Komet in günstiger Position so lange übersehen werden konnte.

X5 habe ich das erste Mal am Abend des 18.12. im nördlichen Teil des Herkules aufgefunden. Eine ziemlich schwierige Suche wegen Horizontdunst und Vollmond. Die kleine Kometenwolke fand ich mit meinem 76/500 mm-Klein-Newton mit 20- und 31facher Vergrößerung bei einer Horizonthöhe von nur 20° am NW-Himmel. Helligkeit des Kometen zu diesem Zeitpunkt ca. +7,5 m.

Am Morgen des 31.12. habe ich dann X5 mit meinem 10x50-Fernglas sehen können. Das Objekt erschien etwa +7 m hell, umgeben von einer kleinen Koma. Am darauffolgenden Abend setzte ich den 80/400 mm-FH ein. Der Komet war leicht aufzufinden und bei 57fach einfach. Geschätzte Helligkeit +7,2 m oder knapp darunter.

Eine weitere Sichtung am Abend des 9. Januar 2003 mit dem 80er Refraktor ergab eine Helligkeitsschätzung von +6,5-6,7 m. Der Komet befand sich da schon im Adler und Mondlicht störte die Beobachtung.


C/2001 RX14 LINEAR

C/2001 RX14 - Nov. 2002 - Juni 2003 Am 5. November 2002 hatten wir wieder ein Treffen auf dem Aschberg - nur einen Tag nach Neumond. Die Gelegenheit war also günstig, mit dem 8"-Dobson von Sternfreund Armin aus ECK auf die Suche nach diesem Kometen zu gehen. Wir sahen im Zielgebiet ("vordere Tatze des Großen Bären") nach einiger Zeit des Suchens eine eindeutig kometare Form: Heller Kern, Koma und ein Schweifansatz. Die eingesetzte Vergrößerung war hierbei schon recht hoch und lag über 200fach. Der Komet hatte zu dieser Zeit eine Helligkeit von etwa +11,5 bis +12 m.

Auf einem weiteren Aschberg-Treffen in der Nacht vom 4./5. Januar 2003 konnten Armin und ich RX14 wieder beobachten. Die Helligkeit hatte sehr zugenommen - ich schätze auf um die +10 m - und der kleine Schweif war gut im Achtzöller zu sehen.

Mit meinem TAL-1-Newton (110/800 mm) gelang mir die Sichtung von RX14 in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar. Der Schweifansatz war bei 80- bis 114fach zu erkennen.

Am 22. März stand RX14 bereits weit im südlichen Bereich vom Großen Bären, auf halben Weg zum Löwen. Vom Aschberg aus war der Komet gerade noch im 6"-Newton zu erkennen, Helligkeit unter +11 m - eine längliche, diffuse Wolke.


Die ersten 10 Kometen
C/2002 O6 SWAN, C/2002 O4 Hönig, C/2002 F1 Utsonomiya, 153P/Ikeya-Zhang, C/2000 WM1 LINEAR,
C/2001 A2 LINEAR, C/1999 S4 LINEAR, C/1995 O1 Hale-Bopp, C/1996 B2 Hyakutake, 1P/Halley


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