Was Winnie bisher sah...


Hier die Sichtungsberichte meiner Kometen 41 bis 50 (Oktober 2007 bis August 2008).

6P/d'Arrest

6P/d'Arrest - Karte Juli / Aug. 2008 Die erste Sichtung in den Morgenstunden des 14. Juli 2008 war schon sehr "haarig": 6P stand etwa 3° entfernt vom Hauptstern Atair. Im 8"-Dobson bei 67- und 100facher Vergößerung war nur mit indirektem Sehen bei mehrfachem Durchlauf des Zielgebiets durchs Gesichtsfeld eine schwache, elongierte, etwa 2' kleine Koma zu erkennen. Ich schätzte die Helligkeit des Kometen auf nur knapp +12 m.

Die zweite, auch nicht viel bessere Sichtung gelang mit Mühe am 27.7. kurz nach Mitternacht. Mit den Vergrößerungen mußte ich diesmal auf 143- und 167fach hochgehen, um bei den vielen Feldsternen im Adler den Kometen sicher erkennen zu können. Etwas später, bei leichtem Mondlicht, war von d'Arrest schon nichts mehr zu sehen.


C/2008 J1 Boattini

C/2008 J1 - Karte Juni / Juli 2008 In den frühen Morgenstunden des 8. Juni 2008 war wieder Gelegenheit, einen lichtschwachen Kometen zu erwischen. J1-Boattini im Schwan (Cygnus) erschien im 8"-Dobson bei 67fach als kleine, sehr schwache Lichtwolke gegen den aufgehellten Sternenhimmel. Helligkeit etwa +11,5 m, Durchmesser 2-3'. Die Kometenwolke ließ sich nur schwer halten. Nach etwa einer Stunde konnte ich die Bewegung des Kometen gegenüber den Hintergrundsternen feststellen.

In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli konnte ich J1 das nächste Mal verfolgen, allerdings bei sub-optimalen Bedingungen. Boattini war nur sehr schwach im 8"-Dobson bei 67x zu erkennen.

Die nächste Gelegenheit hatte ich kurz nach Mitternacht am 14.7. - Schnell hatte ich J1-Boattini nahe Beta Cephei bei 50facher Vergrößerung im 8"-Dobson. Die Helligkeit des Kometen schätzte ich auf +10,5 m, dabei ziemlich diffus. Das Ganze hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Bei 67fach war die Sache dann klarer: Die Koma hatte 3' Durchmesser maximal - bei dem hellen Himmel Richtung Norden!

Knapp 14 Tage später, in den frühen Morgenstunden des 27.7., konnte ich J1 wieder sichten. Ich schätzte ihn auf gut +11 m, eine diffuse Wolke ohne Einzelheiten. Im 8"-Dobson gut bei 67- und 83fach zu sehen (Sternbild Cepheus).

Nach einer wochenlangen Schlechtwetterphase und Umbaumaßnahmen am Hausdach gelang es mir erst wieder am 30.08. kurz nach Mitternacht, einen Blick auf diesen Kometen zu werfen. Im 120er Refraktor bei 35facher Vergrößerung war der etwa +10,5 m helle Schweifstern als kleine, aber deutliche Nebelwolke (5') zu erkennen. Das ging diesmal besser als gedacht - Sternbild Kleiner Bär, nicht weit weg vom Polarstern.


C/2007 W1 Boattini

C/2007 W1 - April 2008

Um die Neumondzeit am späten Abend des 6. April konnte ich diesen Kometen tief am Südhimmel sichten. Die Beobachtung gelang mal wieder im 120er Kometensucher bei 86facher Vergrößerung. Gerade wegen seiner tiefen Stellung am Horizont (mitten durch Stadtlicht) war das Auffinden im Sternbild Rabe (Corvus) sehr schwierig. Geschätzte Kometenhelligkeit: +9,5 m, Durchmesser 5'.

Kurz nach der Vollmondphase war der Himmel wieder so klar, daß ich Boattini weit im Süden am 21. und 22.4. wieder beobachten konnte. Die Sichtung war diesmal etwas einfacher, da der Komet nun geschätzte +8,5 m hell war. Dennoch - besonders gut hob sich die sehr diffuse Kometenwolke vom aufgellten Stadthimmel nicht ab. Vergrößerungen 45- und 60fach, 120 mm-Refraktor.

Am Abend des 4. Mai - kurz vor Neumond - war die Luft so klar Richtung Horizont, daß ich den Kometen sogar im 15x70-Fernglas sichten konnte (Sternbild Wasserschlange / Hydra). Kometenhelligkeit zu dem Zeitpunkt: etwa +7 m. Mitte Mai verschwand Boattini dann bei zunehmenden Mond in der südwestlichen Abenddämmerung.

C/2007 W1 - Juli / Aug. 2008

Nach seinem Ausflug an den Südsternhimmel tauchte W1 wieder am hiesigen Morgenhimmel im Sternbild Widder (Aries) auf. Das erste Mal habe ich ihn dann am Morgen des 27. Juli wiedergesehen - trotz starken Mondlichts mit meinen Mini-Richfield-Refri 60/420 mm, Vergrößerungen: 42- und 53fach. Boattini hatte zu dem Zeitpunkt gute +7 m Helligkeit, Durchmesser etwa 10'.

Nach wochenlanger Beobachtungspause habe ich Boattini in den Morgenstunden des 30.08. wiedergesehen, diesmal stand er nahe Alpha Arietis (Widder). Die Kometenwolke war im 120er Refraktor nicht besonders gut zu erkennen, da ziemlich groß (8') und diffus, Helligkeit geschätzte +9,5 m.


C/2008 C1 Chen-Gao

C/2008 C1 - Feb. - März 2008

Komet Chen-Gao wurde Ende Januar 2008 von zwei chinesischen Astro-Amateuren entdeckt. Da das Zielgebiet güstig hoch am Nordhimmel stand, lohnte ein Blick. An zwei Abenden hatte ich keinen Erfolg wegen aufgehellten Himmels, doch am 10.2. konnte ich die 1-2' kleine, diffuse Kometenwolke im 8"-Dobson bei 67- und 100facher Vergrößerung sichten. Meine Helligkeitsschätzung ergab ca. +12,2 m.

Erst über einen Monat später waren die Bedingungen trotz Vollmond so gut, den Kometen am späten Abend des 19.3. im Perseus wieder zu sichten. Geschätzte Helligkeit etwa +10,5 m. Die Beobachtung gelang im 120er Kometensucher bei 86facher Vergrößerung.


29P/Schwassmann-Wachmann 1

29P/S-W 1 - Jan. bis März 2008

Dieser Komet ist berühmt wegen seiner recht häufigen Helligkeitsausbrüche. Ein solcher passierte in den letzten Tagen 2007 und hielt sich bis Mitte Januar 2008. SW-1 hielt sich zu der Zeit nahe M37 im Sternbild Fuhrmann (Auriga) auf. Erstmals konnte ich den sternförmigen Kometen mit dem 120er Refri bei 86facher Vergrößerung am 13.1. sehen, eine Nacht später dann die Bestätigung im 8"-Dobson (50x). Der Kometenkern erschien etwa +12 m hell, und bei 143x war blickweise eine kleine, schwache Koma zu erkennen.

46P/Wirtanen

46P/Wirtanen - Jan. / Feb. 2008

Die Erstsichtung gelang mir bei guten Bedingungen am Südhimmel mit meinem 120er Kometensucher am Abend des 30.12.2007. Schon bei 30facher Vergrößerung fiel mir die kleine, elongierte Kometenwolke im Sternbild Wassermann (Aquarius) auf. Das ging leichter als gedacht. Am Silvesterabend 2007 gegen 17:30 Uhr dann die zweite Beobachtung, diesmal waren die Bedingungen leicht besser: Wirtanens Helligkeit etwa +9,7 m, sein Durchmesser ca. 6'.

Erst gut 6 Wochen später - am 10.2.2008 abends - ergab sich eine weitere Möglichkeit zur Beobachtung. Wirtanen stand jetzt schon weit im Sternbild Fische (Pisces) und die zunehmende Mondsichel hellte auch schon den Himmel in dieser Gegend auf. Der Komet war trotzdem im 8"-Dobson bei 67x leicht zu sehen, allerdings ohne größere Details (Helligkeit lt. anderen Quellen zu dem Zeitpunkt ca. +8,5 m).

Nach zwei weiteren, mäßigen Sichtungen im Februar und Anfang März gelang mir eine Sichtung am Abend des 19.3. mit dem 120er Refri bei 60fach. Wirtanen stand zu der Zeit bereits im Sternbild Fuhrmann, ca. +9,7 m hell, Durchmesser etwa 4'.


8P/Tuttle

8P/Tuttle - Karte Nov. 2007 - Jan. 2008 Erstmals gesichtet habe ich Tuttle am Abend des 9.11.2007 sowohl im 6"-Dobson (80x) als auch im 8" (67x), nachdem diese Aktion zwei Nächte zuvor mißlungen war. Der Komet erschien unregelmäßig diffus, hatte etwa 2-3' Durchmesser und war geschätzt ca. +11,7 m hell im Sternbild Kleiner Bär (Ursa Minor, UMi) nahe des Polarsterns. Die folgenden Nächte zeigten schon einen kleinen Helligkeitszuwachs, am 12. dürfte schon die 11. Größenklasse erreicht worden sein. Die Sichtung gelang nun auch im 120 mm-Kometensucher (86x).

Die nächsten Sichtungen datieren vom 26. und 27.11. jeweils in der späten Abenddämmerung, als der fast noch volle Mond nur wenig störte: Im 120er Refraktor (60x, 86x) war Tutte nun gut zu erkennen und seine Helligkeit hatte wieder zugelegt - etwa +10 m oder ein, zwei Zehntel heller. Da der Himmel an beiden Abenden sehr transparent war, versuchte ich mein Glück auch mit dem Lidl-Refraktor 70/700 mm (47x). Am ersten Abend nur als "starke Vermutung" zu erahnen, war die Sache einen Abend später schon deutlicher. Ich konnte die gut flächige Kometenwolke mit dieser recht kleinen Optik mehrfach hintereinander indirekt erkennen! - und das neben Sternen bis herunter auf +11 m, die mir dieser kleine Refraktor bis dahin so noch nicht gezeigt hatte, ein echter Glücksfall! :-)

Anfang bis Mitte Dezember konnte ich in meheren Nächten Tuttle sehr schön verfolgen, wie er immer heller und leicht größer wurde. Am 9. gelang die Beobachtung in mehreren Kleinrefraktoren mit 50-70 mm öffnung, Vergrößerungen 34-45fach. Tuttle hatte bereits die 8. Größenklasse erreicht, als er nahe am Stern Gamma Cephei stand. Innerhalb von zwei Stunden war nun auch die immer mehr zunehmende Geschwindigkeit der 8-10' großen Kometenwolke vor dem Sternhintergrund erkennbar.

Am Abend des 22.12. stand Tuttle schon weit in der Cassiopeia. Mir gelang zur Vollmondzeit noch ein Blick mit dem 3"-Newton auf den Kometen, als er nahe Eta Cas stand. Die Helligkeit war mittlerweile auf gut +7,2 m angestiegen. Leider herrschte die ganzen Nächte um diese Zeit herum ausgesprochenes Nebelwetter - keine Chance auf weitere Beobachtung.

Erst eine Woche später (29.) klarte es endlich wieder auf. Tuttle stand schon weit in der Andromeda, seine Helligkeit hatte auf ca. +6 m zugelegt, sein Durchmesser auf mindestens 15'. Ein schöner Anblick im 3"-Newton und 120er Kometensucher bei geringer Vergrößerung. Eine Nacht darauf (30./31.12.2007) kam es zur engen Begegnung des Kometen mit der Galaxie M33 (Dreiecksnebel). Mit Glück konnte ich dieses Ereignis noch kurz nach Mitternacht mit einem eiligst zusammengebastelten Newton (114/550 mm, 28x) verfolgen.


17P/Holmes

17P/Holmes - Karte Okt. - Dez. 2007 Am frühen Morgen des 24.10.2007 ereignete sich an dem bis dahin nur +16,5 m hellen Kometen, der langsam im Perseus seine Bahn zog, ein gewaltiger Helligkeitsausbruch. Innerhalb von weniger als 24 Stunden stieg die Helligkeit auf sage und schreibe +2,5 m an. Ein derartiges Ereignis war in schwächerer Form bereits bei der Entdeckung dieses Kometen im Winter 1892/93 zweimal beobachtet worden. Der Ausbruch 2007 kann dagegen in seiner Intensität bisher als einmalig bezeichnet werden.

Die folgenden drei Nächte waren über Kiel völlig bewölkt - keine Chance auf Beobachtung. Am Abend des 28. war es immer noch sehr diesig und der Vollmond stand hoch am Himmel. Gegen 21 Uhr konnte ich dennoch einen ersten Blick auf diesen Kometen im 8"-Newton (100x) werfen - der Anblick war umwerfend! Der Komet sah wie ein großer Planetarischer Nebel aus: Eine nahezu kreisrunde Koma (Durchmesser 5'), darin ein heller Sektor, der von dem Ausbruch stammte, der Kern selbst punktförmig und sehr hell. Gesamthelligkeit geschätzt +2,3 m, sofern das bei dem recht nahen Vollmond und den diesigen Bedingungen mit starker Himmelsaufhellung überhaupt möglich war.

Die nächste Gelegenheit zur Beobachtung ergab sich am Abend des 30.10. - Freisichtig war Holmes jetzt als kleines Scheibchen am Himmel zu sehen. Im Fernglas 15x70 was das Ganze ein toller Anblick. Im Teleskop zeigte sich die scheibenförmige Koma gegenüber der ersten Sichtung deutlich ausgedehnt (Durchmesser nun 11'). Im 8"-Dobson bei höherer Vergrößerung (143x und 200x) konnte ich nun auch die äußere, lichtschwache Koma erkennen (Durchmesser gut das Doppelte der inneren). Insgesamt erschien mir der Komet nicht mehr so klar abgegrenzt wie noch Tage zuvor.

Am Abend des 2.11. war der Himmel wieder frei. Mit bloßem Auge konnte man jetzt am Sterndreieck Alpha / Gamma Per / Holmes die Bewegeung des Schweifsterns im Gegensatz zu den Tagen vorher gut verfolgen. Die helligkeit hat nicht weiter abgenommen, aber die Ausdehnung der inneren Koma wieder deutich zugenommen (jetzt ca. 16'). Wieder waren im 8"-Dobson Schweifstrahlen am Kometen zu sehen (67x), besser als beim letzten Mal. Der rückwärtige Teil des Kometen faserte nun immer weiter aus, und auch die Front war nicht mehr so scharf begrenzt.

Als am späten Abend des 4.11. Holmes schon höher am Himmel stand, wollte ich nur mal einen Kontrollblick mit dem 10x50-Fernglas wagen. Ich sah zu meinem Erstaunen aus der hellen Kometenwolke einen dünnen, geraden Strahl hervorragen (Länge etwa 2°). Da ich meinte, es wäre eine Irritation durch das Glas, nahm ich mir das größere 15x70-Fernglas vor: Hier genau dasselbe! :-) Es zeigte sich also ein leichter Gasschweif!
Zwei Stunden später im Garten war diese Erscheinung im 8"-Dobson bei schlechteren Sichtbedingungen nicht mehr zu erkennen. Dafür hatte der Komadurchmesser wieder zugelegt - 18'. Mit bloßem Auge konnte ich schon Größenvergleiche zwischen Holmes und den Plejaden vornehmen, schier unglaublich!

Am 9.11 konnte ich an Holmes den eine Nacht zuvor erfolgten Schweifabriß im 8"-Dobson sichten. Der Komet zeigte nun einen breiten Schweif von gut 2° Länge, sein Durchmesser erreichte nun fast Vollmonddurchmesser (0,5°). Die Helligkeit blieb trotz seiner Ausdehnung weiter bei etwa +2,7 m. Sehr schön war auch die weitere Annäherung an das Alpha Persei-Sternfeld zu verfolgen. Weitere Beobachtungen in den folgenden Nächten auch mit kleinerem Gerät, u.a. mit dem 3"-Newton bei 25fach.

Holmes zog bis zum Ende des Monats nahe an Alpha Persei vorbei, mit bloßem Auge und Fernglas konnte man das gut verfolgen. Da sich der Komet immer weiter ausdehnte, Durchmesser etwa 40' zum Ende des Monats, fiel seine Flächenhelligkeit deutlich ab. Es reichte aber noch zur freisichtigen Beobachtung kurz nach Vollmond - Helligkeit +3,0 bis +3,5 m.


C/2007 T1 McNaught

C/2007 T1 - Karte Okt. 2007 Am 18.10.2007 konnte ich diesen extrem tiefstehenden Kometen mit dem 120er Refri sichten. Das war auch nur der außergewöhnlich guten Horizontsicht an diesem Abend zu verdanken. McNaught stand nahe bei Eta Oph (Schlangenträger) nur ca. 10° über dem Horizont - darunter wies Jupiter den Weg ins Zielgebiet. Bei 60fach fiel mir die kleine (4') Kometenwolke zuerst mit indirektem Sehen auf. Kometenhelligkeit etwa +10 bis +10,5 m. (Die Sichtung erfolgte 9 Tage nach Entdeckung!)

C/2007 F1 LONEOS

C/2007 F1 - Oktober 2007

Am Abend des 2.10.2007 gegen 20:30 Uhr konnte ich diesen Kometen erstmals kurz sichten. Die Beobachtungsbedingungen waren dabei schwierig: Erstmal mußte ich einen geeigneten Abend abwarten, an dem Sterne bis nahe zum Horizont zu sehen waren, zum anderen stehen in Richtung Nordwest einige hohe Bäume im Weg. Ich hatte dennoch Glück: LONEOS war doch recht gut zu erkennen (Helligkeit ca. +7,5 bis +8 m, Durchmesser etwa 4', runde Koma, heller Kern), sobald ich ihn erstmal mit dem 120er Refraktor (40x) im Gesichtsfeld hatte. Nach sehr kurzer Zeit war der Komet schon wieder in den Bäumen verschwunden.

Zwei Abende später konnte ich F1 - wiederum nur kurz - mit dem 76er Newton (33x) beobachten. Er stand jetzt nahe des Coma-Sternhaufens. Wiederum zwei Abende dananch hatte ich den bisher besten Blick auf den Kometen. Die Helligkeit hatte zugenommen - nach meiner Schätzung etwa +7,3 m - und die Koma war deutlich länglich, der Durchmesser recht klein (um 3'), der Kern fast sternförmig. Bei 33- und 50fach im Newton war LONEOS schon ein einfaches Objekt, sobald der Himmel nur dunkel genug wurde.

Fast zwei Wochen mußte ich warten, bis LONEOS wieder aus den gegenüberliegenden hohen Bäumen heraus war. Am Abend des 18.10. war ein wunderbar klarer Abendhimmel. Schon um 19:15 Uhr konnte ich den Kometen im 70 mm Lidl-Refraktor (35x) sichten. Mit dem 120er Refraktor war mehr zu sehen: Ein etwa 10' langer Schweif zeigte sich an dem sonst sehr kleinen Kometen bei 60- und 86facher Vergrößerung. Helligkeit um +6 m, Durchmesser vielleicht 3', sternförmiger Kern. LONEOS stand nun nahe Eta Bootis (Bärenhüter), nicht weit weg von Arkturus.

Am Abend des 21.10. war F1 schon weiter in den Bootes vorgedrungen. Jetzt konnte ich ihn von meiner Fensterbank-Sternwarte auch länger beobachten, fast eine Stunde lang. Mir schien der Komet eine Spur heller geworden zu sein (Schätzung +5,7 m), die Koma etwa 4' Durchmesser und deutlich tropfenförmig. Den geraden Gasscheif konnte ich bei diesen guten Bedingungen 30-45' weit verfolgen. Da in der Nähe des Kometen ein +6,4 m-Stern stand, war während der Stunde sehr schön die schnelle Eigenbewegung des Kometen zu sehen. Instrument: 3"-Newton, 33- und 50fache Vergrößerung.

Einen Abend später ab 19:10 Uhr war LONEOS wieder im Blick, diesmal im 120er Refraktor. Hier kam jetzt der Gasschweif besser heraus (60x, 86x), dazu auch noch der Ansatz des abstehenden Staubschweifs, welcher der Koma ein insgesamt unregelmäßiges Aussehen verlieh. Leider begann der aufgehende Mond die Beobachtung massiv zu stören, so daß Details am Kometen im hellen Hintergrund untergingen. Etwa eine Woche später verschwand LONEOS in der Abenddämmerung.


Kometen 31-40
C/2005 L3 McNaught, C/2006 VZ13 LINEAR, C/2007 E2 Lovejoy, C/2007 E1 Garradd, C/2006 L1 Garradd,
C/2006 M4 SWAN, 4P/Faye, 177P/Barnard 2, 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak, 73P/Schwassmann-Wachmann 3

Kometen 21-30
C/2006 A1 Pojmanski, C/2005 E2 McNaught, C/2005 P3 SWAN, 161P/Hartley-IRAS, C/2005 K2 LINEAR,
9P/Tempel 1, C/2004 Q2 Machholz, 78P/Gehrels 2, C/2004 Q1 Tucker, C/2001 Q4 NEAT

Kometen 11-20
C/2003 K4 LINEAR, C/2004 F4 Bradfield, 43P/Wolf-Harrington, C/2002 T7 LINEAR, 2P/Encke,
C/2002 Y1 Juels-Holvorcem, C/2001 HT50 LINEAR-NEAT, C/2002 V1 NEAT, C/2002 X5 Kudo-Fujikawa,
C/2001 RX14 LINEAR

Die ersten 10 Kometen
C/2002 O6 SWAN, C/2002 O4 Hönig, C/2002 F1 Utsonomiya, 153P/Ikeya-Zhang, C/2000 WM1 LINEAR,
C/2001 A2 LINEAR, C/1999 S4 LINEAR, C/1995 O1 Hale-Bopp, C/1996 B2 Hyakutake, 1P/Halley


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