Was Winnie bisher sah...


Hier die Sichtungsberichte meiner Kometen 51 bis 60 (September 2008 bis April 2009).

116P/Wild 4

116P - Karte April / Mai 2009 In der Nacht vom 18. auf den 19.4.09 konnte ich diesen Kometen mit dem 8"-Dobson im Sternbild Löwe (Leo) sichten. Es herrschten außergewöhnlich gute Bedingungen, so daß ich die kleine (2') und ca. +12,0 m helle Nebelwolke bei 67- und 100facher Vergrößerung gut erkennen konnte.

C/2009 F6 Yi-SWAN

C/2009 F6 - Karte April bis Juni 2009

Auch dieser Komet wurde wieder einmal von einem Amateur mit Digitalkamera entdeckt, diesmal war's ein Südkoreaner am 26.3.09. Kurz danach (ab dem 29.) sichtete ein weiterer Amateur das Objekt auf frei zugänglichen SWAN/SOHO-Aufnahmen. Dennoch dauerte es bis zum 6.4., bis die Entdeckung veröffentlicht wurde - sehr ungewöhnlich.

Am Abend des 9.4. war zwar Vollmond, der Komet im Sternbild Cassiopeia war trotzdem einigermaßen im 120-mm-Kometensucher (40x, 60x) zu erkennen. Die Helligkeit schätzte ich auf +9 bis +9,5 m, die Koma auf 4' mit einer merklichen Aufhellung zur Mitte. Einen Abend später waren die Bedingungen deutlich besser, und jetzt kam mein 90-mm-Refraktor zum Einsatz (60x). Yi-SWAN war in der kurzen Zeit ohne störendes Mondlicht nun auffälliger (+9 m). Wie auch den Abend zuvor fiel mir wieder die schnelle Eigenbewegung dieses Kometen auf.

Eine sehr gute Gelegenheit zur Beobachtung ergab sich auf dem AFT 2009 am Abend des 23. und 24.4. - Der Komet war bei sehr dunklem Himmel sehr schön im 90er Refraktor und 8"-Dobson zu erkennen (Vergrößerungen 50- und 60fach). Nach zwei Stunden war wieder die Eigenbewegung dieses Kometen eindeutig zu sehen. Helligkeit mittlerweile um +8,5 m. Der Komet stand nicht weit von h+χ Persei entfernt.


67P/Churyumov-Gerasimenko

67P - Karte März / April 2009 Dieser Komet zog am Abend des 17.3.2009 nur ca. 6° weit vom gerade entdeckten Kometen Itagaki (s.u.) im Sternbild Widder (Aries) seine Bahn. 67P war im 120er Kometensucher (60x) zwischen zwei +11 m-Sternchen als 6' großes und sehr diffuses Objekt erkennbar, Helligkeit +10 m.

C/2009 E1 Itagaki

C/2009 E1 - Karte März / Apr. 2009 Komet Itagaki wurde am 14.3.2009 von einem japanischen Amateur mittels CCD-Aufnahme entdeckt. Schon drei Tage später (17.) bei besten Bedingungen und hervorragender Horizontsicht, konnte ich den Kometen etwa 20° über dem Westhorizont in der späten Abenddämmerung in Sternbild Widder (Aries) ausmachen. Mit dem 120er Refri bei 50facher Vergröß ging das doch leichter als gedacht. Der Komet war etwa +9,5 m hell bei einem Durchmesser von 4', die kreisrunde Koma gut erkennbar. Eine ähnliche Sichtung gelang zwei Abende später (19.3.) noch einmal.

In der späten Abenddämmerung des 23.3. konnte ich E1-Itagaki das letzte Mal sicher im 120er Refraktor erkennen. Leider auch nur kurz, da sich eine Wolkenbank vor den Kometen schob, als es dunkel genug war. Die Kometenhelligkeit hatte etwas zugenommen (+9 m). Danach geriet dieser Komet am Abendhimmel endgültig außer Sicht.


C/2008 T2 Cardinal

C/2008 T2 - Karte März / Apr. 2009 Dieser Komet bewegte sich im März 2009 zumächst durch den Perseus, Am 13.3. konnte ich den sehr schwachen Lichtschimmer der Kometenwolke (ca. +11 m) gerade noch im 120er Kometensucher (60x) erkennen, einige Zeit später im Garten gelang die Bestätigung im 8"-Dobson (83x).

Am Abend des 17. dann eine weitere Sichtung, allerdings störten zwei helle Sterne 4. und 5. Helligkeit die Beobachtung. Zwei Tage später die erneute Sichtung, diesmal in einem sternfreieren Gebiet. Am 23. und 30.3. konnte ich den Kometen wieder sichten, diesmal mit einer Helligkeit zwischen +9,7 und +10 m (120er Refraktor, 60x u. 75x) an der Grenze der Sternbilder Perseus / Fuhrmann (Auriga).

Im April gelangen mir noch einige Sichtungen (2.4. / 10.4.) mit dem 90er Refraktor (60x). Der Komet hatte mittlerweile den Fuhrmann (Auriga) erreicht und war um +9,5 m hell. Cardinal passiert die drei Offenen Sternhaufen M38/36/37 im Fuhrmann: Am 14. konnte ich den Kometen in M38 mit dem 120er Refraktor (60x) erkennen. Vier Nächte später stand Cardinal bei M36 und ab dem 23.4. abends bei M37, was ich auf dem AFT 2009 mit dem 90er Refraktor und 8"-Dobson verfolgen konnte.


C/2007 N3 Lulin

C/2007 N3 - Feb. / März 2009

Dieses "Hi-Light des Winters" entzog sich aufgrund einer permanenten Schlechtwetter-Periode ziemlich lange der Erstsichtung. ;-) Erst in den Morgenstunden des 8. Februar 2009 (4 Uhr) konnte ich diesen Kometen das erste Mal bei widrigen Bedingungen (abziehende Nebelfetzen und fast voller Mond) im Sternbild Waage (Libra) finden. Instrument war hier ein neu gebraucht erworbenes Fernglas 20x80 auf Tischstativ. Der Komet erschien deutlich spindelförmig, etwa +6,3 m hell bei einem Durchmesser von ca. 10'. Ein Schweif war wegen des stark aufgehellten Himmels nicht zu sehen. Die Beobachtung gelang kurz danach auch in meinen Ferngläsern 10x50 und 8x30, als sich der Nebel verzog.

Am Morgen des 12. und 13.2. hatten sich die Bedingungen nicht wesentlich gebessert. Der Mond stand nun näher bei dem Kometen und der Dunst am Himmel tat sein übriges. Mit dem 90-mm-Refraktor bei 45- und 60facher Vergrößerung hob sich Lulins Koma nur wenig vom hellen Himmelshintergrund ab. Wieder fiel mir die Spindelform des Kometen auf. Lulin hatte mittlerweile das Sternbild Jungfrau (Virgo) erreicht.

Am 18.2. gegen 2 Uhr morgens zog endlich mal wieder der Himmel frei. Lulin stand querab von Theta Vir (Jungfrau) und war nun im 120er Refri mit geschätzten +5,3 m nicht mehr zu übersehen (30fach). Die gestreckte Koma war etwa 15' lang, den Gegenschweif konnte ich etwa 1-2° weit verfolgen. Die Bewegung Lulins war innerhalb kurzer Zeit an den Feldsternen deutlich sichtbar! Dann zog ich die Ferngläser raus: Im 10x50 Lidl-Glas gefiel Lulin am besten, das 8x30 sammelte halt nicht soviel Licht, obwohl der Komet hier auch leicht erkennbar war. Drei, vier Mal hatte ich dann ohne optische Hilfsmittel den Eindruck, gleich neben Theta Vir mit indirekten Sehen etwas flächig-unscharfes erkennen zu können. Das ging aber nur mit guter Adaption vom abgedunkelten Zimmer heraus. Die freisichtige Beobachtung hatte also geklappt, wenn auch sehr knapp, da ich über die aufgehellte Stadt bei leicht dunstigem Himmel schauen mußte.

Am späten Abend des 24.2. stand Lulin nur 2° südlich von Saturn im Sternbild Löwe (Leo). Diese Begegnung konnte ich nur wenig im 10x50-Fernglas verfolgen, da die Himmelsbedingungen wieder mal schlecht waren. Im Teleskop soff der Kometenschweif im Dunst ab. Drei Abende später (27.) dasselbe Spiel bei der Lulin-Passage an Regulus (Alpha Leonis), Abstand 40', Kometenhelligkeit immer noch etwa zwischen +5 und +5,5 m. Leider zog auch der Himmel sehr schnell wieder zu.

Am 5.3. kurz nach 0 Uhr MEZ zog endlich der Himmel mal wieder frei, leider stand der Mond ebenfalls dort und verdarb die Kometensichtung. Lulin näherte sich mittlerweile M44 (Krippe) im Sternbild Krebs (Cancer). Beide Objekte waren nahezu gleichzeitig im 10x50-Fernglas zu sehen. Der Komet hatte da aber schon etwas an Pracht verloren - Schweifänge etwa 0,5°. Die enge Begegnung des Mondes mit dem Kometen (20' Abstand) am Abend des 7.3. ging bei ansonsten klarem Himmel leider völlig im Himmesdunst unter.

Am Abend des 11.3. gegen 20 Uhr MEZ war die erste Gelegenheit, Lulin ohne störendes Mondlicht zu verfolgen. Im 10x50-Fernglas war der Komet wegen starker Dunstaufhellung des Himmels überhaupt nicht zu finden. Mir gelang noch kurz die Sichtung im 8"-Dobson (50x): Ein Schweif war nicht mehr zu erkennen, nur noch die 10-12' langgestreckte Koma. Die Kometenhelligkeit hatte deutlich nachgelassen. Zwei Nächte später (13.) gelang eine weitere kurze Sichtung mit dem Dobson. Lulin stand nun nicht weit vom "Eskimonebel" (NGC 2392, Zwillinge).

Die nächste Sichtung, diesmal endlich (!) mit gutem Himmel, datiert vom 17.3. gegen 22 Uhr MEZ. Lulin erschiem im 120er Kometensucher (40x) aber nur noch lichtschwach mit ca. +8 m. Die gestreckte Koma maß 10', der Schweif war 25' weit zu verfolgen (PW 90°).


144P/Kushida

144P - Dez. 2008 / Jan. 2009

Am 20.12.2008 kurz vor Mitternacht hatte ich mich mit meinem 8"-Dobson in den heimischen Garten gesetzt, um diesen Kometen aufzuspüren, der ideal am südlichen Himmel postiert im Grenzgebiet der Sternbilder Stier und Widder stand. Der Himmel war an dem Abend sehr durch Dunst aufgehellt, und schon das Auffinden von mittelhellen Sternen im Zielgebiet war eine Geduldsprobe. Doch nach einiger Zeit hatte ich Komet Kushida im Okular (83x). Die unscheinbare Kometenwolke, die nahezu im Hintergrund absoff, hatte ca. 4-5' Durchmesser und die Helligkeit schätzte ich auf +10 bis +10,5 m. Später erfuhr ich, daß Kushida in der Nacht eine halbe bis eine Größenklasse heller war.

Die zweite Sichtung gelang mir dann am 26.12. kurz vor Mitternacht und bei besseren Himmelsbedingungen. Der Komet erschien diesmal wesentlich heller (ca. +9,3 m) und mit einem Durchmesser von 7'. Der Kern des Kometen war zu erkennen, daran ein länglicher, kleiner Bereich, der blickweise an einen kurzen Schweif erinnerte. Dieser Kernbereich saß nicht zentral in der großen Koma. Vergrößerung im 8"-Dobson: 83fach.

Bis zur nächsten Sichtung am 20. Januar 2009 dauerte es nahezu einen Monat, bedingt durch Mondlicht und eine langanhaltende Schlechtwetterphase. 144P war von Lamda Tauri (Sternbild Stier) aus leicht zu finden. Bereits im 20er Okular (50x) im 8"-Dobson fiel mir die etwa +9 m helle und runde Kometenwolke sofort auf. Durch den hellen Himmel in der Gegend und den Dunst in der Luft lohnten diesmal keine höheren Vergrößerungen.

Am 11.2. bot sich die nächste Gelegenheit, diesmal im 8"-Dobson (67x). Kushida hob sich nur schwach vom Himmelshintergrund ab, Grund dafür waren dunstiger Himmel und eine geschlossenen Schneedecke. Kometenhelligkeit ca. +9,3 m, 7-8' Durchmesser.

Eine Woche später (18.2.) stand Kushida in der Nähe der beiden Offenen Sternhaufen 1807/1817, Sternbild Stier (Taurus). Im 120er Kometensucher waren alle Drei in einem Blickfeld, sehr schön! :-) Kometenhelligkeit: +8,7 m.

Erst einen Monat später (17.3.) gelang mir der nächste ungestörte Blick auf diesen Kometen. Kushida stand nun in den Zwillingen (Gemini), nicht weit entfernt von Gamma Gem und mittenmang in der Milchstraße. Helligkeit +9,2 m, sehr diffus, 8-10' Durchmesser. 120er Kometensucher, 50x.


C/2006 OF2 Broughton

C/2006 OF2 - Karte Nov. / Dez. 2008 Komet Broughton konnte ich am 23. Nov. 2008 kurz nach Mitternacht nahezu im Zenit mit meinem 8"-Dobson auffinden. Das Zielgebiet lag in einer unauffälligen Sternengegend im Sternbild Luchs (Lynx), etwa auf halber Strecke zwischen Fuhrmann (Auriga) und Großem Bären (Ursa Major). Die Erstsichtung hatte ich mir schwieriger vorgestellt, aber die Bedingungen waren nahezu ideal, d.h. Neumond und trockene Luft von Norden. Bei 67fach war der Komet mit seinem konzentrieren Kern gleich neben einem +12-m-Sternchen zu sehen. Bei 100fach war Broughton dann asymmetrisch. Geschätzte Helligkeit: +10,8 m, Durchmesser insgesamt 3'.

Da sich OF2 nahezu im Zenit aufhielt, wo es mit azimutal aufgestellten Teleskopen bekanntermaßen schwierig ist, hinzugelagen, konnte ich die nächste Sichtung erst am Morgen des 3. Januar 2009 machen. Der Komet stand gegen 3 Uhr morgens hoch am Westhimmel und war einwandfrei mit meinem 90 mm-Refraktor bei 60facher Vergrößerung erkennbar. Es zeigte sich eine unregelmäßige Kometenwolke von vielleicht 3-4' Durchmesser, Helligkeit: ca. +9,7 m.


C/2008 A1 McNaught

C/2008 A1 - Karte Okt. / Nov. 2008 Dieser doch helle Komet erwies sich im Herbst 2008 doch schwieriger als gedacht. Angekündigt war McNaught mit einer Helligkeit von +7 m, als er vom Südhimmel kommend in unseren Breiten sichtbar wurde. Doch bei der hiesigen Herbst-Wetterlage mit viel Dunst in der Luft brauchte ich vier (!) Abende "Anlauf", um überhaupt etwas von diesem Kometen sehen zu können. Mit Mühe gelang es mir am 31. Oktober 2008 in der späten Abenddämmerung, McNaught wenigstens indirekt mit meinem 120-mm-Kometensucher (50fach) tief am Südwest-Himmel zu sichten. Die Bedingungen waren mehr als bescheiden und im Zielgebiet gerade mal Sterne von +10 m zu sehen. Der Komet dürfte etwa die 8. Helligkeit besessen haben, war gut zur Mitte konzentriert, 4' groß und nicht ganz rund.

Am Abend des 9. November bot sich die nächste Gelegenheit zur Beobachtung. Da allerdings der Mond mit seinem Licht störte, mußte ich mit der Vergrößerung bis auf 75fach im 120-mm-Kometensucher hinauf. Die Bedingungen ließen aber nur eine 10-Minuten-Sichtung zu. McNaught war zwar direkt zu sehen, aber immer noch schwierig. Helligkeit des Kometen weiter um +8 m.

Erst am Abend des 19.12. konnte ich wieder einen Blick auf McNaught werfen. Er stand mittlerweile im Westen im Sternbild Herkules, was aber seine Sichtbarkeit an sich nicht verbesserte. Im 120er Refraktor zeigte sich bei 40facher Vergrößerung am aufgehellten Himmel nur eine sehr schwache Lichtwolke von vielleicht 4-5' und 9. Helligkeit. Insgesamt war die bisherige Sichtungsreihe an diesem Kometen durchgehend schlecht.


C/2006 W3 Christensen

C/2006 W3 - Karte Sept. 2008 bis März 2009 Komet Christensen konnte ich erstmals am 24. September 2008 kurz vor Mitternacht mit dem 8"-Dobson im Sternbild Cassiopeia erkennen. Da der Himmelshintergrund sehr stark aufgehellt war, mußte ich die Vergrößerungen ziemlich hochtreiben: Im 8er Oku (125x) zeigte sich beim indirekten Beobachten neben einem +12,4 m-Sternchen ein kleines, nebeliges Objekt. Ich hatte es mir einige Zeit angeschaut, bis ich mir sicher war, daß da "etwas" war. Danach mit dem 5 mm-Ortho (200x) war die Sache eindeutig. Die kleine, wolkige Aufhellung (1-2' Durchmesser - nicht mehr) schätzte ich mit +11,7 m ein, nicht rund, sondern länglich.

24 Stunden später waren die Bedingungen deutlich besser: Schon im 17er Okular (59x) konnte ich die Kometenwolke indirekt erkennen, besser dann im 15er (67x) und 12er (83x) - da ist es schon gut, etwas mit der AP spielen zu können. Bei 83x waren auf alle Fälle Kern und Schweif des Kometen klar unterscheidbar, der Kern selbst nicht sternförmig. Meine Helligkeitsschätzung der Vorigen Nacht mußte ich deutlich nach oben korrigieren: Christensen dürfte mindestens +10,5 m hell gewesen sein.

Nach Wochen mit schlechtem Wetter hatte ich erst wieder am 16. November Sicht auf den Kometen, diesmal im Sternbild Cepheus. Trotz heftigsten Mondlichts war die Durchsicht hervorragend, und aus dem Schatten heraus gelang es mir sogar, Komet Christensen mit meinem 90-mm-Refraktor bei 60- und 75facher Vergrößerung zu erwischen! Geschätzte Helligkeit: +10,2 m, Durchmeser nur 2', asymmetrisch. Eine Kontrolle eine Stunde später mit meinem 120-mm-Kometensucher (75x) zeigte dann bereits die Bewegung des Kometen neben einem +11 m-Sternchen.

Am Abend des 20.11. gegen 22 Uhr waren die Bedingungen durch einen Kaltluft-Einbruch sogar noch besser: Christensen konnte ich wieder im 90-mm-Refri bei 60fach ohne große Mühe erkennen. Helligkeit des Kometen: geschätzte +10 m.

Die nächste Sichtung gelang schon zwei Abende später wieder mit dem 90er Refraktor. Die Sicht war diesmal so gut, daß ich den Kometen selbst bei niedrigeren Vergrößerungen (36- und 28fach) erkennen konnte. Erstaunlich - wahrscheinlich war Christensen zu diesem Zeitpunkt schon leicht heller als +10 m.

Nach einer längeren Schlechtwetterperiode gab es erst am 20.12. wieder die Möglichkeit, mit dem 90er Refri einen Blick auf diesen interessanten Kometen zu werfen (75x). An Christensen hat sich nicht viel getan: Helligkeit geschätzte +9,7 m, 1-2' Durchmesser, elongierte Koma (PW ca. 280°), Der Komet stand mittlerweile inmitten der Milchstraße im Schwan. Unglaublich: W3-Christensen war zu dem Zeitpunkt mehr als eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt!

Einen Abend später konnte ich die Sichtung wiederholen. Diesmal waren die Vergrößerungen im 90er Refraktor 60- und 53fach. Sterne bis +11,7 m waren mit im Gesichtsfeld.

Gut einen Monat später war W3-Christensen immer noch im 90-mm-Refri (75x) sichtbar, wenn auch klein und leicht unregelmäßig (Schweifansatz PW 260° geschätzt). Sterne bis +11,7 m waren mit im Sichtfeld, Sternbild Eidechse (Lacerta). Beobachtung: 21.01.2009 - 19 Uhr MEZ. Kometenhelligkeit: leicht heller als +10 m.

Am 8., 11. und 15.2. gelangen mir dann noch einige Beobachtungen mit dem 90er Refraktor am Abendhimmel. Der Komet erschien weiterhin klein mit 2-3' und einer Helligkeit um +9,7 m. Danach begann für den Kometen die Zeit der Konjunktion mit der Sonne und danach die Zeit der hellen Nächte, wo es nicht lohnte, tief am Horizont auf kometenpirsch zu gehen.

Die erste Sichtung nach der "Sommerpause" gelang mir am Abend des 20.7.2009 kurz vor Mitternacht (MESZ). Christensen stand mittlerweile im Schwan (Cygnus) nahe Zeta Cyg und war damit leicht hoch am Südosthorizont zu finden. Die Kometenhelligkeit hatte auf gute +8,7 m zugenommen, die Koma (3') war deutlich gestreckt und hob sich gut vom Kern ab.

Am 25./26.7. um Mitternacht stand der Komet sehr nahe bei Zeta Cyg (20') und war trotz der großen Sternhelligkeit sofort bei 30facher Vergrößerung in meinem 120er Kometensucher zu sehen. Helligkeit +8,5 m, Durchmesser 4', DC=5. Die Koma hob sich wieder schön vom Kern ab (40x), aber es war wegen Zeta Cyg nicht auszumachen, in welche Richtung sie sich erstreckte.

C/2006 W3 - Karte Juli bis Sept. 2009 Etwa Anfang bis Mitte August erreichte W3 die größte Helligkeit mit geschätzten +8,2 m. Nachdem sich der Mond wieder vom Himmel verpieselt hatte, fiel mir schon auf, daß der Komet nun langsam an Helligkeit verlor. Beobachtungen am 19. und 24.8. ergaben nur noch +8,6 m, außerdem erschien W3 kleiner (3-4') als noch zu Monatsanfang. Im 6x30-Sucher war der Komet nicht mehr zu erkennen, was Anfang des Monats noch gelang.

In der Nacht vom 10./11.9. war Christensen trotz Mondlicht noch einigermaßgen gut mit dem 120er Kometensucher zu erkennen (40-50fach). Der Komet stand nun in den dichten Milchstraßenbereichen des Adlers (Aquila), etwa auf Höhe von Atair. Die Kometenhelligkeit hatte aber merklich auf +9 m abgenommen, die Koma sah asymmetrisch aus bei einem Durchmesser von gut 4', der Kern war deutlicher als bei der letzten Sichtung.

Die letzte, gute Sichtung dieses Kometen gelang mir etwa einen Monat später am 15. Okt. - Christensen stand zu dem Zeitpunkt bereits im südlichen Adler, nahe Lambda Aql. In dieser dichten Milchstraßenregion fiel mir W3 aber sofort bei Aufsuchvergrößerung (50x) im 8"-Dobson auf. Er hatte etwa noch +9,5 m Helligkeit bei einem Durchmesser von 4'. Da das Zielgebiet bereits am frühen Abend nur noch 30° über dem Horizont lag und Christensen sich weiter nach Süden bewegte, lohnten - abgesehen vom ohnehin schlechten Wetter - auch keine weiteren Beobachtungen in den folgenden Wochen.


Kometen 41-50
6P/d'Arrest, C/2008 J1 Boattini, C/2007 W1 Boattini, C/2008 C1 Chen-Gao, 29P/Schwassmann-Wachmann 1,
46P/Wirtanen, 8P/Tuttle, 17P/Holmes, C/2007 T1 McNaught, C/2007 F1 LONEOS

Kometen 31-40
C/2005 L3 McNaught, C/2006 VZ13 LINEAR, C/2007 E2 Lovejoy, C/2007 E1 Garradd, C/2006 L1 Garradd,
C/2006 M4 SWAN, 4P/Faye, 177P/Barnard 2, 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak, 73P/Schwassmann-Wachmann 3

Kometen 21-30
C/2006 A1 Pojmanski, C/2005 E2 McNaught, C/2005 P3 SWAN, 161P/Hartley-IRAS, C/2005 K2 LINEAR,
9P/Tempel 1, C/2004 Q2 Machholz, 78P/Gehrels 2, C/2004 Q1 Tucker, C/2001 Q4 NEAT

Kometen 11-20
C/2003 K4 LINEAR, C/2004 F4 Bradfield, 43P/Wolf-Harrington, C/2002 T7 LINEAR, 2P/Encke,
C/2002 Y1 Juels-Holvorcem, C/2001 HT50 LINEAR-NEAT, C/2002 V1 NEAT, C/2002 X5 Kudo-Fujikawa,
C/2001 RX14 LINEAR

Die ersten 10 Kometen
C/2002 O6 SWAN, C/2002 O4 Hönig, C/2002 F1 Utsonomiya, 153P/Ikeya-Zhang, C/2000 WM1 LINEAR,
C/2001 A2 LINEAR, C/1999 S4 LINEAR, C/1995 O1 Hale-Bopp, C/1996 B2 Hyakutake, 1P/Halley


Heimatseite - ePost - Impressum