Was Winnie bisher sah...


Hier die Sichtungsberichte meiner Kometen 81 bis 90 (März bis Dezember 2013).

290P/Jäger

290P - Karte Dez. 2013 Komet Jäger wurde 1998 von dem bekannten österreichischen Kometenfotografen Michael Jäger aufgespürt. Nach 15 Jahren kam 290P (wie der Komet jetzt hieß) wieder in die Richweite der visuell beobachtenden Amateure. 290P stand gegen Mitternacht (1. auf den 2.12.2013) reichlich hoch im Fuhrmann am Oststernhimmel. Zum Glück wurden die Bedingungen im Verlaufe der Nacht immer besser, und nur so ist es möglich gewesen, diesen unscheinbaren Kandidaten überhaupt zu erwischen. Im 12"-ACF zeigte sich eine schwache, nur indirekt erkennbare längliche Lichtwolke von nur 2', Helligkeit geschätzt +13m0. Sterne bis unter +15m waren im Zielgebiet zu sehen. (Vergrößerungen: 136- und 176fach)

154P/Brewington

154P - Karte Okt. - Dez. 2013 Bereits am Abend des 1. Oktober 2013 hatte ich von Kronshagen aus versucht, diesen Kometen zu erwischen. Das klappte wegen starker Himmelsaufhellung leider nicht. Erst zwei Monate später (1.12.) gelang mir die Sichtung mit dem 12"-ACF. 154P stand nahe bei dem Stern ζ im Pegasus und erschien bei einer Helligkeit von geschätzten +10m5 sehr diffus und hart an der Sichtbarkeitsgrenze an diesem doch nicht ganz perfekten Himmel.

Einen Monat später, jeweils am 1.1. und 5.1.2014, konnte ich den Komenten, der nachwievor schwierig zu erkennen war, im Pegasus-Quadrat wieder sehen. Helligkeit nahezu unverändert bei +10m5, dirffuse Lichtwolke von 5' Durchmesser.


C/2012 S1 ISON

C/2012 S1 - Karte Okt./Nov. 2013

Komet ISON war die zweite Erstsichtung am Morgen des 3. Okt. 2013 gegen 04:45 MESZ. Den Kometen kurz vor der einsetzenden Morgendämmerung zu finden ging doch leichter als gedacht, ich hatte ihn schon ansatzweise bei Aufsuchvergrößerung 73fach im 12"-ACF. Eine Vergrößerungsstufe höher (136x) zeigte sich dann seine auffallend längliche Form, Ausdehnung vielleicht 3'. Den hellen Kernbereich, wie auf den Fotos zu der Zeit erkennbar, konnte ich nicht wahrnehmen. Insgesamt ging ISON leichter als der etwas höher stehende Komet Lovejoy, so daß ich ISON eine halbe Größenklasse heller als diesen einschätzte. Der noch niedige Stand ISONs am Morgenhimmel und der Blick über die Stadt taten hierbei das Übrige. Helligkeit (korr.) +11m0, Ausdehnung 3', deutlich länglich, DC= 3.

Nach dem spektakulären Perihel-Durchgang am 28.11.2013, den man auf SOHO-Bildern verfolgen konnte, hat sich dieser Komet leider aufgelöst. Eine Sichtung - das war's, ISON! ;-)


C/2013 R1 Lovejoy

C/2013 R1 - Karte Okt./Nov. 2013

Die Erstsichtung gelang mir mit dem 12"-ACF am Morgen des 3. Okt. 2013 gegen 04:15 MESZ. Im Zielgebiet des Kometen im Sternbild Einhorn (Monoceros) gab es zunächst leichte Probleme, da R1 direkt neben einem +8m7-Stern stand. Nach einiger Zeit gelang mir doch die Sichtung der kleinen Kometenwolke mit Verdichtung hin zum Kern. Geschätzte Helligkeit um +11m5, Durchmesser 2', DC= 4. Vergrößerungen 136- und 176fach.

Die nächste Sichtung in den Morgenstunden des 30.10. gegen 02:00 MEZ gelang wesentlich einfacher. R1 stand etwas querab von Procyon im Kleinen Hund (Canis Minor) und war in meinen beiden Kometensuchern (80 und 120 mm Öffnung) gut und einfach zu erkennen. Vergrößerungen zwischen 30- und 50fach. Runder Komet (DC= 5), Helligkeit +8m0, Durchmesser 6'.

Bis zur nächsten Sichtung am Morgen des 11.11. (02:30 MEZ) hatte Jovejoy ordentlich zugelegt und war jetzt ein richtig schön anzusehender Komet. Den Durchmesser der leicht elongierten Koma schätzte ich auf 18', die Helligkeit auf +6m0! Im 120er Kometensucher bei nur 23facher Vergrößerung war der Komet im Kopf des Sternbilds Löwe (Leo) ein toller Anblick.

Am Abend des 24.11. konnte ich Lovejoy wieder sichten, diesmal abends im Nordwesten im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici), kaum 20° über dem Horizont. Im Einsatz hatte ich das Vereinsfernglas 14x80 und den 90er Refraktor (45fach). Der Komet war ca. 12' groß und +5m5 hell, ein kurzer Schweifansatz PW 300° war zu erkennen. Insgesamt ein schön heller Schweifstern, wie man ihn gerne beobachtet.


C/2010 S1 LINEAR

C/2010 S1 - Karte Juli - Okt. 2013 Nach einem vergeblichen Versuch am 8. Juli 2013, diesen Kometen mit dem 12"-ACF im Sternbild Schwan (Cygnus) aufzufinden, gelang dieses Kunststück erst zu Neumomd zwei Monate später (6.9.). S1 stand mittlerweile unweit des Kleiderbügel-Sternhaufens (Vul). Im Juli hatte der Komet einen Helligkeitsausbruch bis zur 10. Größenklasse, bei der Beobachtung im September war er zwar mit 176facher Vergrößerung recht einfach zu erkennen, hatte aber nur geschätzte +12m5 Helligkeit, Durchmesser 1', DC= 4.

Am Abend des 1.10. stand S1 schon leicht westlich im Sternbild Pfeil (Sagitta) und war immer noch verhältnismäßig einfach zu erkennen, da die Flächenhelligkeit groß, der Komet selbst sehr klein erschien (max. 1'). Geschätzte Helligkeit +12m0 bis +12m5. 12"-ACF.


C/2012 F6 Lemmon

C/2012 F6 - Karte Juli 2013 Komet Lemmon zeigte Monate zuvor zusammen mit PanSTARRS (s.u.) einen tollen Anblick am Südhimmel. Zwei Monate später als dieser zog F6 auf fast identischer scheinbarer Bahn im Juni 2013 an den Nordhimmel. Am 7./8.7. um Mitternacht zur Neumondzeit waren dann die Bedingungen am aufgehellten Mittsommer-Nordhimmel so gut, um den Blick zu wagen. Der Komet war westlich der Cassiopeia leicht zu finden. Im 12"-ACF schätzte ich die Helligkeit auf +9m2 bei 3' Durchmesser, gut kondensiert mit sternförmigem Kern (DC= 6). Indirekt war ein kleiner Schweifansatz zu erahnen. Vergrößerung 136fach.

Kurz vorm Juli-Vollmond gab es noch eine Nacht mit hervorragender Transparenz. Am Morgen des 21.7. gegen 02:00 MESZ konnte Lemmon wieder mit dem 12"-ACF im Cepheus (nahe Iota Cep) beobachtet werden: ein schöner, runder Komet mit einem sternförmigen Kern. Seine Helligkeit hatte in den vergangenen zwei Wochen kaum abgenommen, Schätzung: +9m3. Vergrößerungen 136- und 176fach.


C/2011 R1 McNaught

C/2011 R1 - Karte Mai/Juni 2013 Trotz recht widriger Sichtbedingungen und stark aufgehelltem Himmel habe ich mich am 1. Mai 2013 kurz vor Mitternacht mit dem 12"-ACF an diesen unscheinbaren Kometen herangewagt. R1 stand zu dem Zeitpunkt südlich von Arktur im Bärenhüter (Bootes). Meine Schätzung bei 136facher Vergrößerung ergab eine Helligkeit von +12m5 bei einem Durchmesser von nur 2' - vermutlich aber wegen der äußeren Bedingungen zu pessimistisch getippt: +12m0 waren realistischer.

63P/Wild 1

63P - Karte April 2013 Komet Wild hielt sich zu Ostern 2013 im Kopf des Löwen (Leo) auf. Ein erster Sichtungsversuch am 31.3.2013 gegen Mitternacht war mit dem 12"-ACF von Kronshagen aus noch nicht sehr erfolgreich, da der Himmel in der Nacht leicht dunstig war. Zu erkennen war eine kleine Lichtwolke von ca. +12m5 Helligkeit und nur 1-2' Durchmesser. Eine Nacht später mit wesentlich transparenterer Luft zeigte sich der Komet deutlicher. Vergrößerungen 136- und 176fach.

Eine weitere Gelegenheit zur Sichtung ergab sich am 1.5. gegen Mitternacht bei schlechter Durchsicht. Mehr als eine etwa +12m helle, diffuse Lichtwolke war nicht zu erkennen. Wild-1 stand nun nicht mehr weit entfernt von Regulus.


C/2011 L4 PanSTARRS

C/2011 L4 - Karte März 2013 C/2011 L4 - Karte April 2013

In der ersten Märzhälfte 2013 sollte Komet PanSTARRS nach seinem Gastsspiel am Südsternhimmel endlich in unseren Breiten auftauchen. Das Perihel durchlief L4 am 10.3., Neumond war am 11. und eine hervorragende Gelegenheit zur Beobachtung ergab sich bei klarem Winterhimmel am 12.3. - Leider stand der Komet von meinem heimischen Standort aus mitten in einem Baum. Die nahebei stehende, 22 Stunden alte Mondsichel konnte ich 3° über dem Horizont mit dem Fernglas sichten, den Kometen jedoch nicht.

Drei Abende später (15.) war es dann soweit: Kurz vor einem hereinziehenden Tief und der weiter zunehmenden Mondsichel konnte ich PanSTARRS zwischen zwei Wolkenbänken ca. 6° über dem Westhorizont mit dem 10x50-FG sichten (19:15 MEZ). Im kleinen 63-mm-Refraktor (V= 28x) konnte ich den auffällig hellen, planetengroßen Kometenkopf sowie den breiten, etwa ein halbes Grad langen Schweif gut erkennen. Minuten später gelang dann auch die freisichtige Beobachtung, Helligkeitsschätzung: 0 mag! Damit mein hellster Komet seit Hale-Bopp 1997 und der hellste überhaupt so nah am Horizont - McNaught Anfang 2007 entging mir ja komplett.

Am Sonntag, dem 24.3. konnte ich den Kometen vom Sternwartengelände Kronshagen aus wiedersehen. Leider zogen wieder Wolkenbänke schnell durch. Trotzdem gelang mir auch hier wieder die freiäugige Sichtung, im 10x50-FG und im 63er Kleinrefraktor sah man den 1-2° langen, sehr breiten Schweif. Die Kometenhelligkeit ging aber mittlerweile deutlich zurück, sie betrug an dem (und dem folgenden) Abend zwischen +3m5 und +4m0.

Ostern 2013 (1./2.4.) war an drei Abenden hintereinander vom Sternwarten-Gelände Kronshagen Gelegenheit, den Kometen am NW-Himmel zu beobachten, wie er nahe der Andromeda-Galaxis (M31) stand. Knapp eine Stunde nach Sonnenuntergang war L4 dann wieder mit bloßem Auge sichtbar. Die dreieckige Kometenwolke erschien dabei sogar heller als der M31-Kern (+4m3 vis.) und bot den besten Anblick im Fernglas. Eine weitere Sichtung gelang mir am Abend des 3.4. vom heimischen WoZi-Fenster aus mit dem 120er Kometensucher und 15x70-FG. Leider war hier der Himmel leicht verzirrt.

Am Abend des 16.4. konnte ich den Kometen im Vereinsfernglas 14x80 von der WoZi-Fensterbank aus sichten. Ich schätzte ihn auf höchstens noch +6m5, eher mit Neigung zu +7m0. Durchmesser des Kerns 3', Schweiflänge um 15-20' - mehr nicht wegen Mondlicht. Komet stand ca. 20° über dem Horizont, Azimut 350°, Sternbild Cassiopeia. Drei Abende später hatte L4 die Hauptsterne der Cassiopeia erreicht - hier ebenfalls Sichtung im Fernglas Vixen 14x80.

Eine weitere Gelegenheit zur Sichtung mit dem 14x80-Fernglas ergab sich am späten Abend des 2. Mai. L4 stand da bereits im Cepheus und war geschätzte +7m3 hell. In der späten Dämmerung sah ich nur noch eine Lichtwolke von ca. 10' Durchmesser. Die Kometenhelligkeit nahm nun mit etwa einer halben Größenklasse pro Woche ab, während L4 weiter nach Norden zog.

Anfang Juli ergab sich noch einmal die Möglichkeit, diesen Kometen, der jetzt bereits oberhalb der Deichsel des Großen Wagens im Sternbild Drache stand, mit dem Kronshagener 12-Zöller zu beobachten. Leider war der Westhimmel sehr aufgehellt, so daß PanSTARRS kaum zu erkennen war. Besser waren die Bedingungen zwei Wochen später, diesmal mit sehr transparenter Luft. L4 konnte ich am 24.7. von 01:00-02:00 MESZ vom heimischen Wohnzimmerfenster aus verfolgen, er stand am NW-Himmel an der Grenze der Sternbilder Bärenhüter (Bootes) und Drache (Draco). Die kleine, leicht längliche Kometenwolke war tatsächlich noch mit meinem 90er Refraktor indirekt zu erkennen. Geschätzte Helligkeit des Kometen: +10m8. Vergrößerungen: 64- und 90fach.


C/2012 L2 LINEAR

C/2012 L2 - Karte März 2013 Anfang März 2013 wurde berichtet, daß dieser eigentlich unscheinbare Komet nun bis +10 mag hell geworden sei. Am Abend des 3.3. gelang dann die Erstsichtung mit dem 8"-Dobson im Sternbild Perseus. Im Zielgebiet sah ich gegen 20:00 MEZ einen runden, leicht asymmetrischen Nebelfleck, Durchmesser 3'. Intuitive Helligkeitsschätzung +10m4, DC= 3. Das ging doch leichter als erwartet, auch wenn der Himmelshintergrund nicht ganz schwarz war. Der Komet stand 48° über dem Horizont. V= 80fach.

Zwei Nächte später nahm ich den Kometen mit dem 12"-ACF in Kronshagen unter die Lupe. HIer war LINEAR schon mit Aufsuchvergrößerung (73fach) neben einem Y-förmigen Asterismus leicht erkennbar. Bei 136fach war der Anblick am besten: Selbst der "false nucleus" war sichtbar (+13m5), sowie ein ganz kleiner Schweifansatz PW 50°. Insgesamt war der Komet +10m5 hell, 3' im Durchmesser, leicht elongiert (DC= 4) - Beobachtung 20:00 bis 20:30 MEZ.

Die nächste Gelegenheit zur Beobachtung ergab sich am 1.4. wieder von Kronshagen aus. Der Komet war mit dem 12"-ACF bei Aufsuchvergrößerung (73fach) leicht zu erkennen. Es zeigte sich ein stellarer Kern sowie ein kurzer, breiter Schweifansatz (136fach). L2 stand zu dem Zeitpunkt zwischen Plejaden und Hyaden, Helligkeit weiterhin geschätzte +10m5, Beobachtung gegen 22:30 MESZ.


Kometen 71-80
C/2012 J1 Catalina, 260P/McNaught, 168P/Hergenrother, C/2012 K5 LINEAR, P/2012 NJ La Sagra,
C/2011 F1 LINEAR, C/2012 C2 Bruenjes, 213P/van Ness, C/2009 P1 Garradd, C/2010 G2 Hill

Kometen 61-70
P/2010 V1 Ikeya-Murakami, 103P/Hartley 2, 10P/Tempel 2, C/2009 R1 McNaught, P/2010 H2 Vales,
C/2009 O2 Catalina, C/2009 K5 McNaught, C/2007 Q3 Siding Spring, 81P/Wild 2, 217P/LINEAR

Kometen 51-60
116P/Wild 4, C/2009 F6 Yi-SWAN, 67P/Churyumov-Gerasimenko, C/2009 E1 Itagaki, C/2008 T2 Cardinal,
C/2007 N3 Lulin, 144P/Kushida, C/2006 OF2 Broughton, C/2008 A1 McNaught, C/2006 W3 Christensen

Kometen 41-50
6P/d'Arrest, C/2008 J1 Boattini, C/2007 W1 Boattini, C/2008 C1 Chen-Gao, 29P/Schwassmann-Wachmann 1,
46P/Wirtanen, 8P/Tuttle, 17P/Holmes, C/2007 T1 McNaught, C/2007 F1 LONEOS

Kometen 31-40
C/2005 L3 McNaught, C/2006 VZ13 LINEAR, C/2007 E2 Lovejoy, C/2007 E1 Garradd, C/2006 L1 Garradd,
C/2006 M4 SWAN, 4P/Faye, 177P/Barnard 2, 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak, 73P/Schwassmann-Wachmann 3

Kometen 21-30
C/2006 A1 Pojmanski, C/2005 E2 McNaught, C/2005 P3 SWAN, 161P/Hartley-IRAS, C/2005 K2 LINEAR,
9P/Tempel 1, C/2004 Q2 Machholz, 78P/Gehrels 2, C/2004 Q1 Tucker, C/2001 Q4 NEAT

Kometen 11-20
C/2003 K4 LINEAR, C/2004 F4 Bradfield, 43P/Wolf-Harrington, C/2002 T7 LINEAR, 2P/Encke,
C/2002 Y1 Juels-Holvorcem, C/2001 HT50 LINEAR-NEAT, C/2002 V1 NEAT, C/2002 X5 Kudo-Fujikawa,
C/2001 RX14 LINEAR

Die ersten 10 Kometen
C/2002 O6 SWAN, C/2002 O4 Hönig, C/2002 F1 Utsonomiya, 153P/Ikeya-Zhang, C/2000 WM1 LINEAR,
C/2001 A2 LINEAR, C/1999 S4 LINEAR, C/1995 O1 Hale-Bopp, C/1996 B2 Hyakutake, 1P/Halley


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