Was Winnie bisher sah...


Hier die Sichtungsberichte meiner Kometen 91 bis 100 (März 2014 bis September 2015).

C/2014 S2 PanSTARRS

C/2014 S2 - Karte Sept. / Okt. 2015

Kurz nach Mitternacht am 21. September 2015 gelang mir die Erstsichtung dieses Kometen im Sternbild Cepheus, nur gute 10° vom Polarstern entfernt. Bei 60facher Vergrößerung erkannte ich eine längliche Nebelwolke im 120er Refraktor, geschätzte Helligkeit +10m2 bei etwa 2' Durchmesser. Die Nacht war von der Durchsicht und Dunkelheit gut, und mit größerer Optik wäre sicher mehr zu erkennen gewesen. Leider war meine Beobachtungsposition eher suboptimal und anstrengend, um mich länger mit etwaigen Details auseinanderzusetzen.

PanSTARRS zog Anfang Oktober nahe am Polarstern vorbei. Am 10. konnte ich ihn abends bei dürftigen Bedingungen im 90er Refraktor sichten. Bei 60facher Vergrößerung schätzte ich den erkennbar länglichen, aber mit 2' kleinen Kometen wieder auf +10m2.

Die nächste Sichtung gelang mir nach einer Nebel- und Mondperiode knapp einen Monat später am 4. November. S2 stand nun nahe eines Kastensterns im Kleinen Wagen (η UMi) und hatte leicht in der Helligkeit zugelegt: +9m7. Im 120er Kometensucher bei 30- und 45facher Vergrößerung zeigte eine 2-3' langer Schweifansatz den PW 55° bei einem Kondensationsgrad der Koma von DC= 5. Der Komet war insgesamt leicht zu erkennen.

nach einer Schlechtwetterphase und dadurch wieder mal ausgefallener Neumondzeit zum Beobachten, ergab sich die nächet gute Gelegenheit erst drei Nächte vor Vollmond am späten Abend des 21.11. - Im 90er Refraktor fiel der Komet schon nach kurzer Adaption selbst bei Aufsuchvergrößerung 35fach auf. nachdem auch die letzten durchziehenden Wolken verschwunden waren, wurde die Sich auf ihn immer besser: selbst in meinem 70/500er Kometensucher war S2 zu erkennen. Helligkeit geschätzt +9m4, längliche Koma 3' (PW 20°?). Eine weitere Sichtung am 26. mit dem gleichen Ergebnis (90 mm Refraktor).

Im Dezember 2015 herrschte eine ausgesprochene Schlechtwetterphase vor, und zwei Versuche, in wenigstens mondloser Nacht diesen Kometen mit meinem 90er Refraktor zu sichten, waren erfolglos.

Die nächste Beobachtung gelang mir erst am Abend des 6.1.2016 mit dem 10"-Dobson aus dem Garten heraus. Glück hatte ich mit den Bäumen, diesen +9m3 hellen Kometen ziemlich tief am Nordhimmel zu erwischen. S2 war - uach ob eines suboptimalen, diesigen Himmels - nur recht klein und unscheinbar. Er zog zu der Zeit gerade seine Oppositionsschleife im Drachen (Draco).


C/2015 F4 Jacques

C/2015 F5 - Karte Juli / Aug. 2015 In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 2015 konnte ich diesen 1,5' kleinen Kometen mit dem 10"-Newton im Delphin sichten. Die Bedingungen waren wohl doch so optimal wie erwartet, meine Helligkeitseinschätzung lag doch um einiges zu niedrig mit +11m6. Eingesetzte Vergrößerung 107- und 133fach.

Am 19.7. gelang mir die zweite Sichtung mit meinem 10"-Dobson. Der Komet stand nun schon im Delphin, gar nicht weit entfernt von dessen Hauptsternen und M71. F4 stand zu Anfang genau neben einem +9m-Sternchen, von dem er sich aber binnen 15 Minuten entfernte, so daß Details besser sichtbar wurden. Ein kleiner Schweif von 3' Länge (PW 190°) war am ansonsten kleinen Kometen (weniger als 2' Koma) erkennbar. Vergrößerungen 107- und 114fach.


C/2015 F5 SWAN-Xingming

C/2015 F5 - Karte April 2015

Dieser Komet wurde Ende März 2015 auf Bildern des SWAN-Instruments an Bord des Sonnenobservations-Satelliten SOHO entdeckt. Anfang April kam dann noch die CCD-Sichtung einer chinesischen Amateur-Beobachtergruppe hinzu, die sich auf die Suche nach sonnennahen Kometen spezialisiert hat. F5 tauchte danach schnell am heimischen NW-Himmel auf, dabei rechte hell (+8 mag.). Mitte April stand der Komet aber noch so tief, daß es mir bei drei Anläufen nicht gelang ihn aufzuspüren. Erst beim AFT 2015 am Abend des 17.4. war es dann mit meinem 10"-Dobson kein größeres Problem mehr, dieses schnellaufende Objekt aufzuspüren. Die Helligkeit schätzte ich auf +9m2, Durchmesser 4', DC= 3. Schon nach ganz kurzer Zeit war die schnelle Bewegung des Kometen vor den Sternen sichtbar. Das ist immer ein Toller Anblick! Vergrößerung 80fach.

Am Abend des 22.4. hatte ich F5 dann auch im 120er Kometensucher von Kiel aus. Der Komet stand zwar höher im Perseus, hatte aber wie schon in den vorigen Tagen merklich an Helligkeit verloren. Ich schätzte ihn auf +10m2, 3' Durchmesser und diffuser (DC= 2). Vergrößerung 75fach, da der zunehmende Mond mit seinem Licht störte.


C/2014 Q2 Lovejoy

C/2014 Q2 - Karte November 2014

Ein großer und recht heller Komet, der zu Weihnachten 2014 gegen Mitternacht im Süden auftauchte und im Januar 2015 sogar freisichtig zu erkennen war. Wegen andauernden Schlechtwetters gelang mir die Erstsichtung erst am 3.1.2015, passenderweise zwei Nächte vor Vollmond. Von dem an sich hellen Kometen war also recht wenig zu sehen. Mit meinen Ferngläsern 8x30 und 10x50 war Q2 westlich β Orionis (Rigel) schnell zu finden. Im 120er Kometensucher war sogar ein kleiner Schweifansatz zu erahnen (40fache Vergrößerung). Kometenhelligkeit geschätzte +4m8, Durchmesser der runden Koma 18', DC= 6. In der ¾ Stunde der Beobachtung konnte ich im Refraktor auch die Bewegung des Kometen vor den Sternen wahrnehmen.

Die nächste Gelegenheit zur Sichtung hatte ich am Abend des 8.1. - An dem Abend zog der Himmel vor einem herannahenden Sturm für ein paar Stunden frei. Leider war auch hier immer noch der fast volle Mond mit am Himmel und störte mit seinem Licht. Der Komet hatte merklich an Helligkeit und Größe zugelegt: +4m2 und 25' Durchmesser. Trotz Mondlicht war Q2 aus dem Hausschatten heraus mit freiem Auge zu sehen. Im Fernglas 10x50 und Kometensucher (30x) zeigte sich wieder der Schweifansatz. Lovejoy befand sich zu dem Zeitpunkt im recht sternarmen Gebiet zwischen Eridanus und Stier (Taurus).

Am Abend des 10.1. gegen 18:00 MEZ hatte ich ich mein 15x70-Fernglas aufs Tischstativ geschraubt und beobachtete im Windschatten des Orkantiefs vom Schlafzimmerfenster aus Richtung Südosten. Diesmal auch ohne Mond. Den Kometen schätzte ich auf +4m1, den Komadurchmesser auf stolze 25'. Wieder war Q2 in dunklen Momenten, als die Wolkenfetzen wegzogen, mit bloßem Auge sichtbar, Sternbild Stier (Taurus). Plötzlich einsetzende Regen- und Hagelschauer bereiteten der Beobachtungssession ein schnelles Ende.

Am späten Abend des 14.1. zog unvermutet der Himmel frei. Der Komet stand zusammen mit den Plejaden (M45, Stier) gut sichtbar am Südwesthimmel und war einfach freisichtig zu erkennen. Im 120er Kometensucher (30x) und 10x50 Fernglas zeigte sich der nach Osten weisende, etwa 1° lange Gasschweif, deutlich besser zu sehen als die Male davor, obwohl der Himmel wegen durchziehender Nebelfetzen immer noch nicht ideal war. Kometenhelligkeit weiterhin +4m1, Durchmesser der Koma 15'.

Am Abend des 17.1. schätzte ich Q2 im 10x50 Fernglas mit gut 30' Durchmesser, der Schweif war ca. 2° weit zu verfolgen. Ein wirklich schöner Anblick. Leider nebelte der Himmel kurz nach der Sichtung ein.

Am 22.1. gegen Mitternacht hatte Lovejoy schon etwas an Helligkeit verloren: +4m4 schätzte ich ihn im Fernglas. Der 120er Kometensucher zeigte nur noch eine Koma von 15' und wiederum den breiten Schweifansatz. Leider war der Himmel durch Dunst aufgehellt. Mein kleinerer Refraktor 70/900 mm zeigte den Kometen durchaus mit mehr Kontrast (35fach). Q2 stand nun im Widder und um Mitternacht schon im Westen.

Zwei Nächte später war der Komet noch einmal vor dem einsetzenden Mondlicht gut am Westhimmel (ab 22:15 MEZ) zu erkennen. Zur vorherigen Beobachtung zeigten sich wenig Änderungen, aber selbst im kleinen 8x30-Fernglas war diesmal die Richtung des Schweifansatzes zu erkennen (PW 80°). Kometenhelligkeit weiter bei +4m5.

Bei der nächsten Beobachtungsgelegenheit am späten Abend des 1.2. habe ich meinen frisch erworbenen 70/500 mm Kometensucher eingeweiht. Da Lovejoy nahe γ And (+2m1) am Ende der Andromeda-Sternenkette stand, war er entsprechend leicht aufzufinden. Seine Helligkeit hatte etwas nachgelassen: +4m8. Die Durchmesserbestimmung vereitelte das Mondlicht.

Der erste Gelegenheit ohne Mond war dann der 6.2. am frühen Abend. Der Komet war ca. +5m0 hell, Durchmesser 10'. Der Gasschweif ließ sich im 70/500er Refraktor wieder etwa 1,5° weit verfolgen (PW 80°). Freisichtig war Lovejoy gut neben γ And zu erkennen, es esah fast wie ein Doppelstern-Pärchen aus, das da nicht hingehört.

Die nächste Sichtung, allerdings bei diesigen Bedingungen und hoher Luftfeuchte, hatte ich am Abend des 10.2. - Der Komet zeigte im Wesentlichen keine Änderungen im Aussehen zur letzten Beobachtung: Helligkeit weiter +4m9, Durchmesser der Koma 10'. (70/500er Refraktor und FG 8x30)

Weitere Sichtungen:
16.2. - Komet nahe M76 (Kleiner Hantelnebel), aber wegen diesigen Himmels keine Helligkeitsschätzung möglich, Schweif erkannt. Refraktor 90/900 mm, V= 35x, 45x, 60x.
22.2. - Helligkeit auf +5m6 gefallen, Koma 8' mit Schweifansatz PW 55°, Kometensucher 120/600 mm, V= 30x, 40x.
28.2. - Komet auf +5m7 geschätzt, Durchmesser 8', DC= 5. Wieder war der Schweif zu sehen. Lovejoy stand nahe zum Eulen-/ET-Haufen NGC 457 in der Cassiopeia, den er zwei Wochen später passieren sollte. Refraktor 70/900 mm, V= 35x, 45x, 65x.

Im März beobachtete ich den Kometen am 14. im 90er Refraktor. Die Helligkeit lag bei +5m9, Durchmesser 6', DC= 5. Der Schweif war 20' weit zu verfolgen (PW 40°). Vergrößerungen 35- und 45fach. Am 24. nach Ende der Abenddämmerung die nächste Helligkeitsschätzung im selben Instrument bei V= 35fach: +6m5. Der Komet stand nahe 35 Cas, sehr dunstiger Himmel.

Lovejoys Gesamthelligkeit nahm nur sehr wenig ab, denn auch die nächste Sichtung am 2. April ergab im 90er Refraktor eine Schätzung von +6m5 bei ansonsen gleichem Durchmesser und Kondensationsgrad wie zweieinhalb Wochen zuvor. Am 14. ermittelte ich im 120er Kometensucher eine Helligkeit von +7m0, Durchmesser 5', DC= 4 bei durch Dunst aufgehelltem Himmel. Vergrößerung 30fach. Am 22. abends gegen 22:40 MESZ die nächste Schätzung im 120er: +7m2, die anderen Parameter weitgehend identisch. vergrößerung 40fach. gut eine halbe Stunde später war der Himmel weitaus dunkler, die Koma kam besser hervor. In meinem 70/500er Refraktor sbei 33facher Vergrößerung chätzte ich sie jetzt auf fast 8'. Seltsamerweise war der Anblick des Kometen im deutlich kleineren Refraktor nicht unwesentlich schlechter, wenn nicht gar besser als mit dem 120er Kometensucher.

Die nächsten Sichtungen datieren vom 28.4. und 5.5., beide Male mit 70-mm-Optik bei 33- bzw. 35facher Vergrößerung beobachtet. Lovejoys Helligkeit nahm in dem Zeitraum nur wenig ab (+7m2 und +7m4), seine Größe erreichte je nach Himmelsqualität immer noch bis zu 6' selbst bei Mondlicht. Am 10.5. kam der 90er Refraktor zum Einsatz, der Komet hatte da +7m5 erreicht und erschien mir bis 8' groß. Lovejoy durchquerte nur langsam die nördlichen Teile des Cepheus und steuerte auf Polaris (Ursa Minor / Kleiner Bär) zu, den er am 28. in gut 1° Abstand passieren sollte.

2° entfernt vom Polarstern habe ich den Kometen am 24.5. mit dem 70er Refraktor (V= 35fach) erwischt. Die Helligkeit nahm leicht ab: +7m8, der Komadurchmesser blieb mit etwa 8' immer noch recht ausgedehnt.Genau eine Woche später hatte ich Lovejoy sogar noch eindeutig in meinem neuerworbenen TASCO-Refraktor (Modell 6T, FH 50/600 mm) bei 24facher Vergrößerung erwischt. +8m-Kometen sind also bei guten Bedingungen noch in der kleinen Optik machbar! :-)

In der kurzen Nacht vom 5. auf den 6.6. (zwei Nächte nach Vollmond) baute ich meinen 90er und 70er Refraktor auf. Bemerkenswert war, daß ich in der kleineren Optik den Kometen besser erkennen konnte. Der Komet hatte wieder etwas an Helligkeit verloren: +8m3 - und wurde diffuser (DC= 2) bei 7' Durchmesser. Lovejoy stand mittlerweile zwischen Polarstern und Zenit und zog weiter auf die Kastensterne des Kleinen Wagens (Ursa Minor) zu. Am 17.6. hatte Lovejoy nur wenig an Gesamthelligkeit verloren (+8m6), war nach wie vor recht groß (7'), aber diffus (DC= 2). Sichtung im 70/500er Refraktor bei 33facher Vergrößerung.

14 Tage später wieder zur Vollmondzeit (2.7. - 01:00 MESZ) gelang die Sichtung mit Aufsuchvergrößerung (35fach) im 90er Refraktor ohne Probleme - die 70er hatten lansam Schwierigkeiten. Q2 stand zu dem Zeitpunkt unmittelbar nahe β UMi (Kleiner Bär). Die Helligkeit lag nun bei +9m2 bei immer noch mindestens 7' Komadurchnmesser (DC= 3).

Am 19.7. komnnte ich Q4 erstmals mit meinem 10"-Dobson beobachten. Seine Helligkeit bestimmte ich zu +9m6, 6' Durchmesser und DC= 3. Vergrößerungen hier: 80- und 107fach. Der Komet stand mitten im Sternbild Drache (Draco).


C/2014 Q3 Borisov

C/2014 Q3 - Karte November 2014

Dieser Komet zog im November 2014 optimal positioniert nahe am Himmelspol vorbei. Gefunden habe ich Q3 am frühen Abend des 2.11. mit dem 10"-Dobson von der heimischen Terrasse aus. Die Aufsuche wenige Nächte vor Vollmond gestaltete sich schwierig, zumal auch noch die Luft sehr diesig war. Selbst mit dem 120er Kometensucher waren zuvor keine Sterne heller als +11 mag. zu erkennen. Erst der Dobson zeigte bei 80- und 114facher Vergrößerung eine schwache, runde Nebelwolke (DC= 2). Helligkeit des Kometen geschätzte +11m3, Durchmesser 3'.

C/2013 UQ4 Catalina

C/2013 UQ4 - Karte 1. Julihälfte 2014

Dieser Komet wurde zwar schon 2013 als Asteroid entdeckt und klassifiziert, zeigte dann aber im Mai 2014 plötzlich kometare Aktivität. Das Objekt sollte dann Anfang Juli in unseren Breiten in Sicht kommen und schnell über den halben Himmel ziehen. Die Helligkeitsentwicklung hielt sich allerdings in Grenzen.
Ich konnte UQ4 kurz nach Mitternacht in der Nacht vom 1. auf den 2.7. erstmalig mit meinem 120er Kometensucher vom SchafZi-Fenster aus sichten, Vergrößerungen 60- bis 75fach. Die schwer erkennbare Kometenwolke stand auch noch in unmittelbarer Nähe zum +2m2-Stern α Andromedae, so daß ich diesen jedesmal aus dem Gesichtsfeld des Okulars wandern lassen mußte, um mich auf den Kometen konzentrieren zu können. Die schnelle Bewegung des Kometen vor den Sternen fiel in der ¾-stündigen Beobachtungsdauer deutlich auf. Geschätzte Helligkeit am Rande der Wahrnehmbarkeit: +10m5.

Die nächste Sichtung datiert in die Nacht vom 10. auf den 11.7., 23:30 bis 00:15 MESZ. Diesmal hatte ich meinen "neuerworbenen" 10"-Dobson auf der heimischen Terrasse im Einsatz. Leider war der Himmel stark aufgehellt: Dunst und Mond taten ihr Werk. Den Komet, der sich nur sehr schwer vom Himmelshintergrund abhob, schätzte ich auf +10m4. Vergrößerungen 80- bis 114fach.

Am 17.7. kurz nach Mitternacht konnte ich UQ4 hoch im Westen (Grenze Drache/Bootes) bereits mit meinem 90er Refraktor gut erkennen. Die Durchsicht war ganz hervorragend, bis der aufgehende Mond gegen 01:30 MESZ begann zu stören. Geschätzte Kometenhelligkeit bei Vergrößerungen von 35- bis 60fach: +10m0 bei einem Durchmesser von 3', sehr diffuses, rundes Aussehen (DC= 2). Diesmal war wieder die Kometenbewegung während der ¾-stündigen Beobachtung zu sehen.

Die nächste Sichtung gelang am 22.7. kurz nach Mitternacht. UQ4 stand da schon weit im Westen in den nördlichen Bereichen des Bärenhüters (Bootes) zwischen den Sternen β und γ Boo. Der Komet verlor zusehens an Helligkeit, ich schätzte ihn nur noch auf +10m3, dabei war er äußerst diffus und nur schwierig zu sehen. 120 mm Kometensucher, Vergrößerungen 60- und 75fach.


209P/LINEAR

209P - Mai 2014 209P kam der Erde Ende Mai 2014 bis auf 8,3 Mio. km nahe. Der lichtschwache Komet zog dabei sehr schnell vom Großen Bären (Ursa Major) kommend Richtung Süden. Das Sichtungsfenster war nur wenige Nächte offen. In der Nacht vom 25. auf den 26.5. stand 209P nahe ζ Leonis (Löwe). In meinem 120er Kometensucher konnte ich bei 75facher Verrgrößerung und indirektem Sehen, eine ganz schwache Aufhellung wahrnehmen, die bei der Nachprüfung am Progemm genau die Bahn des Kometen verfolgte. Die Bewegung war innerhalb einiger Minuten zu erkennen. Leider blieb es bei dieser einen Sichtungsgelegenheit. Ich schätzte die kleine Lichtwolke von ca. 1' auf +12m5 - wahrscheinlich war sie aber deutlich lichtschwächer.

134P/Kowal-Vavrova

134P - Karte Mai 2014 Nach einer Mars-, Vestea- und Ceres-Beobachtung im Sternbild Jungfrau (Virgo) drehte ich den Kronshagener 12"-ACF noch auf die Kometenposition ein, die nur ein Stück östlicher lag. Am 2./3. Mai gegen Mitternacht konnte ich dann eine sehr schwache Lichtwolke recht deutlich erkennen: Durchmesser nur 2', Helligkeit irgendwo zwischen +13m0 und +13m5. Vergrößerungen 136- und 176fach. Sehr gute Sichtbedingungen.

C/2014 E2 Jacques

C/2014 E2 - Karte April/Mai 2014

C/2014 E2 - Karte Sept. 2014

Am Abend des 25. April 2014 gelang mir die Erstsichtung dieses Kometen auf dem Schleswig-Holsteinischen Teleskoptreffen (SHT). Instrument war mein gebraucht neuerworbener 254/1600er Dobson. Der Komet stand gegen 22:00 MESZ sehr tief am SW-Horizont, Höhe nur ca. 12,5°. Einziger Bezugspunkt in der Gegend war Procyon (α CMi), von wo aus die Suche am aufgellten Himmel losging. Jacques stand nahe α Mon (Einhorn) an dem Abend und erschien nur als sehr diffuse Lichtwolke (DC= 2) von grob geschätzter +9m0 Helligkeit, 4' Durchmesser. Eingesetzte Vergrößerungen: 62- und 80fach.

Nach der Sonnenkonjunktion konnte ich den Kometen am Morgen des 23.7. am nordöstlichen Morgenhimmel wiedersehen. Gegen 02:15 MESZ war das Zielgebiet im Grenzbereich Stier (Taurus) und Fuhrmann (Auriga) ausreichend hoch (8°), um mit dem Fernglas auf die Jagd zu gehen. Erstaunlicherweise war E2 sowohl mit dem 15x70, als auch mit dem 10x50 gut zu erkennen. Geschätzte Helligkeit: +6m3 - bei sehr klarem Himmel mit ausgezeichneter Horizontsicht.

Die nächste Sichtung mit dem 10x50-Fernglas gelang in den Morgenstunden des 6.8. - Die Aufsuche war neben Capella (α Aur) auch ohne Aufsuchkarte nicht schwierig. E2 sah wie ein Kugelsternhaufen am falschen Platz aus, Helligkeit +7m0, Durchmesser ca. 5', DC= 5.

In den Morgenstunden des 4.9. konnte ich den Kometen endlich von meinen Westfenstern aus mit meinen vier Refraktoren ins Visier nehmen, vorher trieb sich E2 im ungünstigen Zenitgebiet herum. Mittlerweile hatte der Komet den Schwan (Cygnus) erreicht, in dieser Nacht stand er nicht weit vom Hauptstern Deneb entfernt. Inmitten der Milchstraße war der +7m3 helle Komet schon ein toller Anblick. Da die Durchsicht in der Nacht ab 01:30 MESZ sehr gut und der Mond schon eine Stunde untergegangen war, zeigte sich die Koma gute 10' im Durchmesser - und das schon im 70er Refraktor. Insgesamt war die Koma recht flächenhell und nicht mehr kreisrund, sie wirkte etwas zerfasert. Den "false nucleus" konnte ich in keiner der eingesetzten Optiken erkennen. Allerdings fiel mir deutlich (selbst im FG) ein breiter Schweifansatz in PW 135° auf. Ich denke nicht, daß es Einbildung oder eine Zusammenziehung mit Feldsternen war. Jedenfalls konnte ich mich in anderthalb Stunden an diesem hellen Kometen nicht sattsehen. Jacques zeigte dabei eine hohe Eigenbewegung, die ganz leicht zu verfolgen war. Am besten gefiel mir die Ansicht im 90er Refraktor bei 35fach, obwohl ich dann zum Schluß noch meinen alten Japan-Refraktor rausgekramt hatte (60/700 mm mit 25er Huygens).

Nächste Gelegenheit zur Beobachtung war am 16.9. kurz nach Mitternacht, leider war auch der Mond schon aufgegangen. Komet Jacques stand in dieser Nacht nahe Albireo (β Cyg), seine Position war schnell aufzufinden. E2 hat dagegen auffallend stark nachgelassen, die Helligkeit schätzet ich im 120er Refraktor (Vergrößerungen 30-50fach) nur noch auf +8m3, Durchmesser 7', DC= 3.


C/2012 K1 PanSTARRS

C/2012 K1 - Karte März bis Mai 2014

Am 25.3.2014 um Mitternacht konnte ich diesen Kometen am Osthimmel im Sternbild Nördliche Krone (Corona Borealis) das erste Mal sichten. K1 war bei 136facher Vergrößerung im 12"-ACF sofort als 2' kleine, aber asymmetriche Lichtwolke zu erkennen, etwas außerhalb der Mitte dazu noch der stellare Kern. Geschätzte Kometenhelligkeit: +10m3.

Die zweite Sichtung geschah am Abend des 11.4. - diesmal stand K1 bereits im Bärenhüter (Bootes). Der Komet war zwar gut bei Aufsuchvergrößerung (73fach) zu erkennen, aufgrund der miesen Umgebungsbedingungen (Zirren und Vollmond) konnte keine Helligkeits- und Größenschätzung am Kronshagener ACF vorgenommen werden.

Auf dem SHT am 25.4. konnte ich dann K1 mit dem neuerworbenen 10"-Dobson sichten. Bei einer Vergrößerung von 62fach hatte der Komet etwa 9. Helligkeit. Ein Schweifansatz war deutlich zu erkennen. Ein paar Tage später (2.5.) gelang die Sichtung wieder von Kronshagen aus mit dem 12"-ACF. Diesmal stand K1 nahezu im Zenit. Geschätzte Helligkeit aber nur +9m5, Schweif 5' in PW 115°.

In der Sternwarte Kronshagen schlossen sich zwei Beobachtungsgelegenheiten am 2. und 20.5. an, wobei sich der Komet schon weiter durch den Großen Bären (Ursa Major) bewegt hatte. Helligkeit weiterhin +9m0 bis +8m5, kleiner Schweifansatz. Am 28.5. hatte ich den Kometen dann noch einmal von zuhause aus mit meinem neuen Newton 100/400 mm in Sicht, Vergrößerung 50fach. Der Schweif war jetzt etwa 6' lang, PW 125°.

Gegen Mitternacht vom 6. auf den 7.6. konnte ich PanSTARRS noch einmal mit meinem 90er Refraktor vom WoZi-Fenster aus sichten. Die hellen Nächte im Juni, ein wenig Dunst in der Luft und der Halbmond ließen den Kometen aber kaum noch erkennbar werden. Helligkeit weiter um +8m5, nur noch 35° hoch im Westen. Vergrößerungen 45- bis 75fach.


Kometen 81-90
290P/Jäger, 154P/Brewington, C/2012 S1 ISON, C/2013 R1 Lovejoy, C/2010 S1 LINEAR
C/2012 F6 Lemmon, C/2011 R1 McNaught, 63P/Wild 1, C/2011 L4 PanSTARRS, C/2012 L2 LINEAR

Kometen 71-80
C/2012 J1 Catalina, 260P/McNaught, 168P/Hergenrother, C/2012 K5 LINEAR, P/2012 NJ La Sagra,
C/2011 F1 LINEAR, C/2012 C2 Bruenjes, 213P/van Ness, C/2009 P1 Garradd, C/2010 G2 Hill

Kometen 61-70
P/2010 V1 Ikeya-Murakami, 103P/Hartley 2, 10P/Tempel 2, C/2009 R1 McNaught, P/2010 H2 Vales,
C/2009 O2 Catalina, C/2009 K5 McNaught, C/2007 Q3 Siding Spring, 81P/Wild 2, 217P/LINEAR

Kometen 51-60
116P/Wild 4, C/2009 F6 Yi-SWAN, 67P/Churyumov-Gerasimenko, C/2009 E1 Itagaki, C/2008 T2 Cardinal,
C/2007 N3 Lulin, 144P/Kushida, C/2006 OF2 Broughton, C/2008 A1 McNaught, C/2006 W3 Christensen

Kometen 41-50
6P/d'Arrest, C/2008 J1 Boattini, C/2007 W1 Boattini, C/2008 C1 Chen-Gao, 29P/Schwassmann-Wachmann 1,
46P/Wirtanen, 8P/Tuttle, 17P/Holmes, C/2007 T1 McNaught, C/2007 F1 LONEOS

Kometen 31-40
C/2005 L3 McNaught, C/2006 VZ13 LINEAR, C/2007 E2 Lovejoy, C/2007 E1 Garradd, C/2006 L1 Garradd,
C/2006 M4 SWAN, 4P/Faye, 177P/Barnard 2, 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak, 73P/Schwassmann-Wachmann 3

Kometen 21-30
C/2006 A1 Pojmanski, C/2005 E2 McNaught, C/2005 P3 SWAN, 161P/Hartley-IRAS, C/2005 K2 LINEAR,
9P/Tempel 1, C/2004 Q2 Machholz, 78P/Gehrels 2, C/2004 Q1 Tucker, C/2001 Q4 NEAT

Kometen 11-20
C/2003 K4 LINEAR, C/2004 F4 Bradfield, 43P/Wolf-Harrington, C/2002 T7 LINEAR, 2P/Encke,
C/2002 Y1 Juels-Holvorcem, C/2001 HT50 LINEAR-NEAT, C/2002 V1 NEAT, C/2002 X5 Kudo-Fujikawa,
C/2001 RX14 LINEAR

Die ersten 10 Kometen
C/2002 O6 SWAN, C/2002 O4 Hönig, C/2002 F1 Utsonomiya, 153P/Ikeya-Zhang, C/2000 WM1 LINEAR,
C/2001 A2 LINEAR, C/1999 S4 LINEAR, C/1995 O1 Hale-Bopp, C/1996 B2 Hyakutake, 1P/Halley


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