Komet Halley im Jahre 684

Kometen-Nomenklatur

...oder: Wie werden Kometen benannt?

Einige werden sich fragen, was Kometenbezeichnungen wie "C/2002 C1 Ikeya-Zhang" oder "1P/Halley" bedeuten und welches System bei der Namensvergabe dahintersteckt. Das soll hier nun erklärt werden.

Im August 1994 beschloß die Internationale Astronomische Union, kurz: IAU, welche alleinig für die Namensvergabe von Kometen zuständig ist, eine neue Art der Kometenbezeichnung vorzunehmen. Die vorherige Regelung war kompliziert und z.T. irreführend, so daß es zu dieser Reform kam.

Ein neu entdeckter Komet erhält als Bezeichnung die Jahreszahl seines Entdeckungstermins, gefolgt von einem Großbuchstaben, der angibt, in welchem "Halbmonat" er gefunden wurde. Dann folgt die Ziffer, mit der die in diesem Halbmonat neuentdeckten Kometen durchnummeriert werden. A steht für die Zeit vom 1.1. bis 15.1. - B somit 16.1. bis 31.1. usw. - bis Y, wobei "I" ausgespart wird.
Beispiel: "2002 C1" ist der erste Komet, der in der Zeit vom 1.2. bis 15.2.2002 entdeckt wurde.

Es kommen auch Bezeichnungen wie "WM1", "OG108" oder "SV74" im Namen vor. Diese Kometen sind meist durch automatische Suchprojekte, wie u.a. LINEAR, LONEOS oder NEAT, entdeckt worden, die eigentlich auf der Suche nach erdbahn-kreuzenden Asteroiden sind. Hier ist die ursprüngliche (Asteroiden-) Bezeichnung dann beibehalten worden.

Vor der Jahreszahl steht ein Buchstabe, der angibt, um welche Art Komet es sich handelt. Möglich sind dabei diese Bezeichnungen:

Zu guter Letzt wird der Erstentdecker einer alten Tradition folgend mit seinem Namen an diesem Kometen verewigt. Nach den Statuten der IAU sind bis zu drei Namen pro Komet möglich, solange die Entdeckung nicht via Internet veröffentlicht wurde. Die Regeln sind mittlerweile sehr eng gefaßt: Wer außerdem mehr als zwei Stunden (!) nach Erstsichtung denselben Kometen meldet, wird von der IAU nicht mehr mit Namen berücksichtigt.
IAU-Richtlinien zur Namensvergabe an Kometen

Bei C/2002 C1 Ikeya-Zhang gab es eigentlich drei Erstentdecker, die sich kurz nacheinander bei der IAU meldeten, aber nur die ersten beiden haben "Glück gehabt". Auch Satelliten entdecken Kometen, z.B. IRAS oder SOHO. Den Namen "SOHO" (der Satellit ist eigentlich zur Sonnenbeobachtung gedacht) tragen mittlerweile weit über 1000 Kometen.

Sinngemäß wiedergegeben aus dem Kosmos Himmelsjahr 1997, S. 56, und mit Ergänzungen versehen.


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